Polyphor schreibt im ersten Halbjahr rote Zahlen

Polyphor schreibt im ersten Halbjahr rote Zahlen
Polyphor-CEO Giacomo Di Nepi. (Foto: Polyphor)

Allschwil – Der Börsenneuling Polyphor hat im ersten Semester 2018 einen Verlust geschrieben. Da das Unternehmen bislang noch keine eigenen Medikamente auf dem Markt hat, ist das nicht überraschend. Wichtiger ist, wie lang die liquiden Mittel noch reichen. Zudem bekommt Polyphor einen neuen Aktionär, der mit seiner Investition die Forschung vorantreiben will.

Die Barmittel beziffert das Pharmaunternehmen am Donnerstag per Ende Juni 2018 auf 153 Millionen Franken. Beim Börsengang Mitte Mai hatte Polyphor einen Bruttoerlös von 155 Millionen eingesammelt. Der solide Cash-Bestand sichere die Finanzierung der Pipeline bis zu den Schlüssel-Meilensteinen der Entwicklung, hiess es in einer Mitteilung vom Donnerstag.

Der Umsatz wurde auf 7,2 Millionen Franken mehr als verdoppelt, was vor allem auf eine erste Zahlung durch den Lizenzvertrag mit Santhera in Aktien zurückzuführen sei. Mit der fortschreitenden Pipeline stiegen allerdings auch die Forschungs- und Entwicklungskosten (F&E) an, und zwar um 42 Prozent auf 21,7 Millionen.

Unterm Strich weist Polyphor für die ersten sechs Monate 2018 einen um 38 Prozent grösseren Verlust in Höhe von 20,8 Millionen aus. Hier hätten einige Sondereffekte wie die IPO-Kosten, Wertminderungen der Technologieplattformen, Mietereinbauten sowie Wertverluste der Santhera-Aktien eine Rolle gespielt.

Neuer Aktionär – Pipeline treibt F&E-Kosten hoch
Neben den Halbjahreszahlen präsentierte Polyphor auch einen neuen Investor. Die dänische Novo Holdings beteiligt sich über den Novo Repair Impact Fund mit 6,8 Millionen Franken an dem Pharmaunternehmen, um die Entwicklung neuer Antibiotika gegen multiresisente gramnegative Krankheitserreger zu beschleunigen. Zudem habe sich der Fonds verpflichtet, weitere Investitionen in Höhe von 4,7 Millionen Franken in bar gegen mögliche Lizenzgebühren zu tätigen.

Polyphor legt seinen Schwerpunkt auf die Entwicklung von Stoffen gegen Antibiotikaresistenz sowie Therapien gegen Krebs. Der wichtigste Produktkandidat ist Murepavadin; das Medikament soll dereinst gegen Pseudomonas aeruginosa – einen besonders gefährlichen Keim in Spitälern – verwendet werden. Das Präparat befindet sich aktuell in Phase III. Aktuell werde der Start einer FDA-Studie vorbereitet, die noch in diesem Jahr beginnen soll.

Polyphor entwickelt zudem mit Balixafortide (POL6326) einen Immunonkologiewirkstoff, der im März von der US-Gesundheitsbehörde FDA den „Fast-Track-Status“ in Kombination mit Eribulin verliehen bekam für die Behandlung von Patientinnen mit HER2-negativem metastasierendem Brustkrebs, die zuvor mindestens zwei Chemotherapien gegen metastasierenden Brustkrebs erhielten. Mit der einzigen geplanten Zulassungsstudie, die im zweiten Quartal 2019 beginnen soll, würden Fortschritte erzielt.

Das Unternehmen geht auch von künftig steigenden F&E-Kosten aus, da die Studie für Murepavadin in der zweiten Jahreshälfte starten und die Studie für die Zulassung von Balixafortide in der ersten Jahreshälfte 2019 beginnen soll. Daher werde eine Cash-Position am Jahresende 2018 im Wesentlichen dem Analystenkonsens von Bloomberg, den Polyphor mit 126 Millionen Franken angibt, entsprechen.

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