Preise für Wohnen und Mobilität ziehen deutlich an

Preise für Wohnen und Mobilität ziehen deutlich an
(Bild: Pixabay)

Zürich – Die Kosten für Wohnen und Mobilität sind im Mai fast dreimal so stark gestiegen wie die allgemeine Teuerung. Die Treiber waren dabei vor allem die höheren Treibstoff- und Heizölpreise.

Im Mai 2026 kletterten die Preise für Wohnen und die Mobilität in der Schweiz im Vergleich zum Vorjahr gemäss dem vierteljährlich erhobenen «Womo-Preisindex» um deutliche 1,7 Prozent, wie das Vergleichsportal Comparis am Donnerstag mitteilte. Der Wert lag damit klar über der offiziellen Teuerung von 0,6 Prozent, die vom Bundesamt für Statistik (BFS) im Landesindex der Konsumentenpreise (LIK) erhoben wird.

Die Haushaltsbudgets wurden vor allem durch die in Folge des Iran-Kriegs deutlich gestiegenen Treibstoffpreise belastet. Sie lagen 12,7 Prozent über dem Vorjahresniveau.

Im Zuge davon stiegen auch die Preise für das Heizen um 11,4 Prozent an. Die Heizarten unterschieden sich aber sehr stark: Während Heizöl um 37,1 Prozent aufschlug, betrug das Plus beim Brennholz nur 8,8 Prozent. Fernwärme (-0,7 Prozent) und Gas (-3,7 Prozent) verbilligten sich sogar leicht.

«Heizöl reagiert sofort auf Turbulenzen an den Energiemärkten, Gas meist erst mit Verzögerung», ordnet Comparis-Finanzexperte Dirk Renkert die Entwicklung ein. Für Gas gibt es oft langlaufende Verträge. Jedoch liesse sich noch nicht abschätzen, «Ob und in welchem Ausmass sich die jüngsten Entspannungen an den Energiemärkten auf die Gaspreise durchschlagen», so der Experte weiter.

An dritter Stelle bei der Teuerung landeten die Motorfahrzeugversicherungen, die um 7,4 Prozent anzogen. Darauf folgen Taxi (+4,0 Prozent) und Dienstleistungen für Versorgung und Unterhalt der Wohnung (+1,5 Prozent).

Deutliche Mehrbelastung für die Haushalte
Laut der Studie machen die Kosten für Wohnen und Mobilität rund 40 Prozent des Budgets für den täglichen Konsum einer durchschnittlichen Familie in der Schweiz aus. Bei einem Haushalt mit einer monatlichen Wohnungsmiete von 2500 Franken, Autoausgaben von über 1000 Franken und ÖV-Tickets über 200 Franken, bedeute der Preisanstieg Mehrkosten von 63 Franken im Monat. Auf das Jahr gerechnet seien dies 756 Franken, so die Studienautoren.

Aufgeschlüsselt nach Einkommen zeigt sich, dass die mittlere Einkommensklasse am stärksten von der Teuerung betroffen war. Bei ihnen zogen die Preise um 1,8 Prozent an. Etwas weniger wirkte sich der Preisanstieg auf die höchste Einkommensklasse aus (+1,5 Prozent).

Einige Bereiche auch günstiger
Es gab aber auch Bereiche, wo die Preise spürbar gesunken sind. So mussten Konsumierende für kleine Haushaltsgeräte 6,9 Prozent weniger ausgeben. Grosse elektrische Haushaltsgeräte wurden 3,5 Prozent billiger. Klar günstiger waren auch Gebrauchsgüter für die Haushaltsführung (-6,2 Prozent). (awp/mc/ps)

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