Publigroupe erwartet operativen Verlust im Geschäftsjahr 2012

Arndt Groth

Publigroupe-CEO Arndt Groth. (Foto: Publigroupe)

Lausanne – Die Werbevermarkterin Publigroupe kämpft weiter mit Problemen bei ihrer Tochter Publicitas. Insgesamt wird dort im laufenden Jahr mit einem über den Erwartungen liegenden Verlust in der Höhe von 22 Mio CHF gerechnet. Für die gesamte Gruppe geht das Management für das laufende Jahr von einem leicht negativen operativen Ergebnis aus. Dank den bereits abgewickelten Verkäufen eines bedeutenden Anteils des Immobilienbestands und der Beteiligung an Namics dürfte unter dem Strich für das Gesamtjahr aber ein Reingewinn von über 41 Mio CHF anfallen. Den Aktionären soll über ein Aktienrückkaufprogramm sowie eine ausserordentliche Dividende insgesamt 45 Mio zufliessen, teilte Publigroupe am Dienstag im Vorfeld des eines Investorentages mit.

Für 2013 rechnet die Gruppe mit einer starken Verbesserung bei Publicitas gegenüber 2012, bei deutlich tieferen Kosten und gleichbleibenden Resultaten respektive einem besseren Ergebnis im Falle von Search & Find. Die Gruppe verfüge auch nach der Durchführung des Aktienrückkaufprogramms und der Ausschüttung der Sonderdividende über bedeutende Liquiditätsreserven, heisst es.

Wandel von Print- zu Digital- und Mobilmärkten
Publigroupe geht von einer weiter deutlich rückläufigen Entwicklung im Printmarkt aus in der Grössenordnung vergangener Jahre. Digitale und mobile Medien werden dagegen weiter an Bedeutung gewinnen und den gesamten Markt verändern, so die Einschätzung des Managements unter dem neuen CEO Arndt Groth. «Wir stellen die Publigroupe und ihre Unternehmen auf einen viel kleineren Printmarkt und wachsende Digital- und Mobilmärkte ein,» wird der Konzernchef zitiert.

Publicitas: Optimierungsmassnahmen reichen nicht aus
2012 habe sich die Verschiebung zu Gunsten digitaler Märkte weiter beschleunigt. Deshalb würden die bei Publicitas für das laufende Jahr eingeleiteten Optimierungsmassnahmen nicht ausreichen, um die Umsatzeinbussen im traditionellen Printsektor von 15% auszugleichen. Aufbauend auf einer gegenüber 2011 bereits um 10 Mio reduzierten Kostenbasis seien weitere Massnahmen zur Kostenreduktion um 16 Mio CHF eingeleitet worden. Die tieferen Kosten kombiniert mit neuem, hauptsächlich digitalen Geschäft sollte Publicitas 2013 auch in einem weiterhin schrumpfenden Printmarkt ein ausgeglichenes operatives Ergebnis ermöglichen, so die Vorgabe.

Holding wird schlanker
Weiter kommt es zu einer Verschlankung der Holding. So würden weniger, aber mehr fokussierte Aufgaben auf dieser Ebene angelegt werden, wie es heisst. Die Kosten der Gruppe sollen so reduziert werden, wobei in der Zentrale in Lausanne nur noch 32 Mitarbeiter beschäftigt sein werden (2011: 43).

Die Aufgaben des Konzerns sollen ausserdem stärker fokussiert und das Management auf operativer Ebene gestärkt werden, wobei eine «kohärente Aufsichtsstruktur» über sämtliche Beteiligungen und Segmente eingeführt werde, wie dies heute bereits der Fall sei bei local.ch und Zanox. Publicitas wird den Angaben zufolge einen neuen Verwaltungsrat erhalten, der den aktuellen Lenkungsausschuss ersetzen wird. Ab nächstem Jahr werden entsprechend die CEOs der Geschäftssegmente nicht mehr der Konzernleitung angehören, wie es heute noch der Fall ist mit dem CEO von Media Sales Beat Roeschlin.

Auf Konzernebene wird dafür Renato Martignoni zum Head of Corporate Development und Mitglied der Konzernleitung befördert. In Zukunft sollen die Beteiligungen von Digital & Marketing Services (DMS) ausschliesslich über die jeweiligen Verwaltungs- und Managementstrukturen verwaltet werden. Die Berichterstattungsstrukturen für Media Sales, Search & Find, Digital & Marketing Services und Corporate & Others werden beibehalten.

Ab 2013 wird das Executive Committee von Publigroupe aus folgenden Mitgliedern bestehen: Arndt Groth (CEO), Andreas Schmidt (CFO), Jean-Denis Briod (Generalsekretär), Brigitte Schleipen (Head of Human Resources) und Renato Martignoni (Head Corporate Development). (awp/mc/pg)

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