Reiseanbieter LM Group leidet unter zweiten Corona-Welle

Fabio Cannavale
Fabio Cannavale, CEO und Gründer der LM Group. (Foto: LM Group)

Zürich – Der Online-Reiseanbieter LM Group hat auch im dritten Quartal stark unter der Coronakrise gelitten. Nach einer Erholung im Sommer bis Mitte August kam im September die zweiten Corona-Welle. Nun rechnet die Gruppe damit, dass sich die Verlangsamung über die Wintersaison fortsetzen wird.

In den ersten neun Monaten 2020 sanken das Bruttoreisevolumen um gut 57 Prozent auf 976 Millionen Euro und der Umsatz um gut 55 Prozent auf 115,2 Millionen.

Und der Betriebsgewinn EBITDA entsprach mit 7,4 Millionen nur noch einem Bruchteil des Vorjahreswerts von 56,2 Millionen. Unter dem Strich resultierte ein Verlust von 30,1 Millionen – nach einem Gewinn von 20,6 Millionen im Vorjahr.

Einbruch im September
Ab der letzten Maiwoche habe sich das Geschäft deutlich erholt und bis Mitte August habe es kontinuierliche Fortschritte bei den Buchungen gegeben, teilte die Gruppe am Mittwoch mit. Doch ab September hat die LM Group dann die zweiten Corona-Welle zu spüren bekommen. Das Geschäft habe sich verlangsamt und die Volumen seien im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 65 Prozent zurückgegangen.

Aufgrund neuer Restriktionen und des gesunkenen Vertrauens der Reisenden rechnet das Unternehmen denn auch damit, dass sich diese Verlangsamung über die Wintersaison fortsetzen wird. Die Situation bleibe unklar und verändere sich schnell.

So verzichtet das Unternehmen angesichts der anhaltenden Ungewissheit über die Auswirkungen und die Dauer der Corona-Pandemie auch weiterhin auf einen konkrete Prognose für das laufende Jahr.

Gewappnet für Worst-Case-Szenario
Gleichzeitig sieht sich das Online-Reisebüro aber dank „solider“ Bilanz und einem „mehr als ausreichenden“ Betrag an Barmitteln gerüstet, auch bei einer weiteren Verschlechterung der Lage, die Krise zu meistern. So habe die Gruppe früh Massnahmen zur Kostensenkung getroffen, was sich bei den Fixkosten bis Dezember voraussichtlich in Einsparungen von insgesamt etwa 35 Millionen Euro niederschlagen werde.

Zudem sei ein Cash-Schutz-Programm für den Fall des Worst-Case-Szenarios gestartet worden. So erhielt der Verwaltungsrat an einer ausserordentlichen Generalversammlung im Rahmen der Halbjahreszahlen von den Aktionären grünes Licht, das Kapital der Gruppe nötigenfalls um bis zu 100 Millionen Franken zu erhöhen. Die liquiden Mittel beliefen sich dem Communiqué zufolge per Ende September auf 146,9 Millionen Euro – verglichen mit 133,1 Millionen per Ende Juni 2020.

Zur LM Holding zählen neben lastminute.com weitere Marken wie Volagratis, Rumbo, weg.de, Bravofly, Jetcost und Hotelscan. (awp/mc/pg)

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