Repower: Reingewinn bricht um 30% ein

Kurt Bobst

Repower-CEO Kurt Bobst.

Poschiavo – Der Energiekonzern Repower spürte 2011 die Unwägbarkeiten des Energiemarktes. Das Unternehmen verzeichnete im Berichtsjahr ein tieferes operatives Ergebnis und Gewinn einschliesslich Minderheiten. Wegen der angespannteren Gewinnlage sollen die Aktionäre eine niedrigere Dividende erhalten. Für das laufende Jahr geht Repower von einem herausfordernden Branchenumfeld aus.

Der Bündner Versorger hat im Geschäftsjahr 2011 eine um 11% höhere Gesamtleistung von 2,52 Mrd CHF verzeichnet. Der EBIT sank um 18% auf 130 Mio CHF. Der Reingewinn einschliesslich Minderheiten reduzierte sich um 30% auf 54 Mio CHF, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte.

Gesamtleistung über Erwartungen
Der operative Cash Flow kletterte um 20% auf 138 Mio CHF. Das Eigenkapitalquote beträgt 965 Mio CHF, die entsprechende Quote beläuft sich auf 41%. «Das Jahresergebnis der Gruppe darf, insbesondere im Branchenvergleich, als gut bezeichnet werden», resümiert CEO Kurt Bobst das vergangene Jahr. Damit hat Repower die Erwartungen der Bank Vontobel bei der Gesamtleistung und dem EBIT übertroffen. Beim Gewinn lag das Unternehmen unter den Schätzungen. Die Analysten hatten mit einer Gesamtleistung von 2,31 Mrd, einem EBIT von 114 Mio und einem Reingewinn von 63 Mio CHF gerechnet.

Währungseffekt abgefedert
Gemäss dem Energiekonzern wurde das Ergebnis 2011 von den herausfordernden Marktbedingungen wie einer zurückhaltenden Nachfrage, anhaltend tiefer Energiepreise, einer geringen Liquidität der Märkte sowie von den negativen Währungseinflüssen tangiert. Repower ist mit einem Umsatz, der zu rund drei Viertel in Euro erwirtschaftet wird, stark währungsexponiert. Der negative Währungseffekt konnte im Finanzergebnis jedoch dank aktiver Absicherungen auf 15 Mio CHF begrenzt werden. Trotz des Gegenwindes im Energiesektor hat Repower 2011 rund 40 Stellen geschaffen.

Weniger Dividende
Die Aktionäre sollen eine Dividende von 5,00 CHF nach 8,00 CHF im Vorjahr erhalten. Nach eigenen Aussagen liegt diese Ausschüttung «unter jener der Vorjahre». Für Repower fügt sich diese Dividende in eine weitsichtige und gesunden Dividendenpolitik ein. 2011 verkaufte Repower rund 18’864 Gigawattstunden (GWh) Elektrizität, ein Minus von 4%. Davon entfielen 12’039 GWh (-17%) auf den Handel und 6’415 GWh (+39%) auf Versorgung und Vertrieb, wie es weiter hiess. Diese deutliche Zunahme im Vertrieb ist unter anderem auf die Integration einer rumänischen Tochtergesellschaft zurückzuführen, die 2011 erstmals während eines ganzen Jahres zum Absatz beitrug.

Tieferer EBIT erwartet

Für 2012 rechnet die Gesellschaft mit einem herausfordernden Geschäftsumfeld. Repower erwartet einen tieferen EBIT und einen vergleichbaren Gewinn gegenüber 2011. Dennoch ist CEO Bobst zuversichtlich, was die Marktposition des Unternehmens angeht: «Wir sehen uns in unserem vertikal integrierten Geschäftsmodell, das auf profitable Weiterentwicklung in Schlüsselmärkten, ein europaweites Handelsgeschäft und eine starke Eigenproduktion zur Unterlegung von Vertrieb und Handel fokussiert, aktuell bestätigt und gut aufgestellt.»

Ferner hält Bobst fest, dass sich strategische Weichenstellungen im aktuellen energiepolitischen Umfeld als «äusserst anspruchsvoll» erweisen. Das Unternehmen analysiere deshalb laufend die nationale und internationale energiepolitische und energiewirtschaftliche Lage. Ein besonderes Augenmerk legt Repower auf die erwartete Konkretisierung der «Energiestrategie 2050» des Bundesrates sowie die künftige Energiestrategie des Kantons Graubünden. (awp/mc/ps)

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