Rezession abgesagt

Weltwirtschaft Entwicklung

Lausanne – Das Lausanner Prognoseinstitut Créa schätzt die Wirtschaftsentwicklung in der Schweiz deutlich zuversichtlicher ein als noch im Herbst. Für das laufende Jahr 2012 gehen die Westschweizer Ökonomen neu von einem Plus von 0,3% aus. Bei der letzten Prognose vom Oktober hatten die Créa-Experten mit einem Minus von 0,4% gar noch eine Rezession vorhergesagt.

Die geringe Dynamik der einheimischen Wirtschaft dürfte bis 2013 anhalten, schreibt das Institut in einem Communiqué. Laut Créa dürfte die Schweizer Wirtschaft im kommenden Jahr mit 0,8% wachsen. Im Herbst 2011 hatte die Prognose für 2013 noch auf +0,7% gelautet. Für 2014 sagen die Créa-Ökonomen ein Wirtschaftswachstum von 1,5% voraus.

Steigende Reallöhne und ein anhaltend tiefes Zinsniveau vorausgesetzt, rechnet die Créa im laufenden Jahr mit einem höheren Privatkonsum. Dieser werde einen «wesentlichen Teil» zur Inlandnachfrage beitragen.

Abkühlung im Industriesektor
Der Industriesektor dürfte sich nach dem schwierigen zweiten Semester 2011 etwas abkühlen. Die Créa-Experten verweisen hierbei auf den im April unter die Expansionsschwelle von 50 Punkten gefallenen PMI Einkaufsmanagerindex. Auch die schwache Konjunktur in der EU werde zu einem Rückgang der Ausrüstungsinvestitionen führen. Einen ersten Hinweis dafür habe der Importrückgang von Investitionsgütern im März geliefert.

Bausektor profitiert von tiefem Zinsniveau
Besser sieht es im Bausektor aus. Obwohl auch dort ein gewisser Rückgang im zweiten Halbjahr 2011 festgestellt wurde, profitiert der Sektor vom tiefen Zinsniveau. Die Zweitwohnungsinitiative werde kurzfristig keine Auswirkungen auf die Baubranche haben. Die Baubewilligungen für Eigenheime seien 2011 nie mehr so hoch gewesen wie seit 1994 und die Bauaktivität werde im kommenden Quartal weiter auf hohem Niveau bleiben. Einzig im gewerblichen Bau scheint es einen Rückgang zu geben, so die Créa-Experten.

Rückgang der Ausfuhren erwartet
An der Exportfront rechnet Créa mit einem leichten Rückgang der Schweizer Ausfuhren. Dies primär wegen der konjunkturellen Lage in der EU und dem Rest der Welt. Für 2013 rechnet die Marktanalysten mit einer zaghaften Erholung. Die Importe wiederum sollten sich etwas besser halten.

Arbeitslosenquote auf Vorjahresniveau
Der Arbeitsmarkt habe sich bisher gut entwickelt. Allerdings gebe es Vorzeichen, dass sich der Beschäftigungsmarkt gewissen wirtschaftlichen Gegebenheiten nicht entziehen kann, was ein Sub-Index des PMI aufzeigte der zum siebten Mal in Folge rückläufig war. Créa rechnet mit einer Arbeitslosenquote für 2012 auf den Niveau des Vorjahres.

Schliesslich sei die Inflation nach wie vor keine Gefahr für die Schweiz obwohl eine Aufwärtstendenz für 2013/2014 zu beobachten sein wird, meinen die Marktbeobachter. (awp/mc/pg)

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