Rheinhafen: SBB plant neuen Container-Terminal

Rheinhafen: SBB plant neuen Container-Terminal
Rheinhäfen

Neues Hafenterminal kostet im Vollausbau geschätzte 140 Mio Franken. (Foto: Schweizerische Rheinhäfen) 

Basel – SBB Cargo will einen neuen Containerterminal beim Basler Rheinhafen bauen. Zuerst soll ein Schiene-Strasse-Terminal für 40 Mio CHF gebaut werden, danach Anlagen für den Schiffs-Umschlag. Dies schlägt eine Studie vor, wie SBB und Rheinhäfen mitteilten. Der Basler Container-Hafen-Terminal sei als «trimodale Drehscheibe für maritime Container» nötig: Zusammen mit dem Terminal Limmattal bei Dietikon reagiere die Schweiz so auf die Wachstums- und Verlagerungsstrategie der Seehäfen Rotterdam und Antwerpen, die mehr Waren von der Strasse auf Schiene und Binnenschiffe verlegen wollten.

SBB Cargo rechnet mit einer Verdoppelung der Containermengen bis 2030, wie ein Sprecher auf Anfrage zur Nachrichtenagentur sda sagte. Laut dem gemeinsamen Communiqué der Schweizerischen Rheinhäfen und SBB Cargo könnten diese zusätzlichen Import- und Transit-Verkehre «nur mit dem Terminal Basel Nord bewältigt werden». Das liegt ideal an der Güterachse.

Alle Terminals ausgelastet
Schon heute sind alle zwölf Terminals für Kombinierten Verkehr, die SBB Cargo nutzt, ausgelastet. Darum sei beim neuen Basler Hafenterminal der Umschlag Schiene-Strasse und Schiene-Schiene vorzuziehen, weil diese Teile schneller realisierbar sind. Das decke rund 20% der dort angestrebten Kapazitäten ab.

Neues Hafenbecken unterquert Strassen und Schienen
Die Investitionen für dieses «Basisterminal» beliefen sich auf rund 35 bis 40 Mio CHF. Dafür werden Bundessubventionen erwartet; Gesuchstellerin wird SBB Cargo sein. Nun ist die Studie beim Kanton Basel-Stadt und beim Bundesamt für Verkehr (BAV) in Prüfung. Innert Jahresfrist soll die Plangenehmigung öffentlich aufgelegt werden.

Aufwändiger und viermal so teuer wird dann die zweite Etappe, das neue Rheinhafen-Becken: Zwischen dem bestehenden Hafenbecken zwei und dem neuen Terminal liegt nicht nur ein Bahndamm mit Geleisen und eine Lokalstrasse, sondern steht auch die Nord-Süd-Autobahn A2 auf Säulen. Die deutsche Grenze ist nur einen Steinwurf entfernt.

Neue Brücke notwendig
Die Studie setzt auf ein zusätzliches kurzes Hafenbecken hinter den Geleisen für maximal vier Schiffe, das vom Hafenbecken zwei aus in fast rechtem Winkel angesteuert wird. Für die Hafenbahn-Geleise und die Lokalstrasse muss eine neue Brücke gebaut werden, wie Rheinhäfen-Direktor Hans-Peter Hadorn zur sda sagte.

Gesamtkosten von geschätzten 140 Mio Franken
Die Gesamtkosten bis zum Vollausbau des neuen Hafenterminals schätzt Hadorn grob auf vielleicht 140 Mio CHF. Der Bundesanteil sei noch auszuhandeln, die nationale Bedeutung des einzigen trimodalen Terminals in der Schweiz wohl unbestritten. Auch die Rheinhäfen selber und der Standortkanton werden zur Kasse gebeten werden.

Spektakuläres neues Wohnquartier
Ganz fertig sein soll das neue Hafenterminal laut Hadorn in fünf Jahren – just zur Eröffnung der Neuen Alpentransversale (NEAT). Mit dem Umzug der Container dürfte der Druck für neue Nutzungen am Basler Dreiländereck markant zunehmen. Ideen für ein spektakuläres neues Insel-Wohnquartier auf dem Westquai gibt es seit Jahren.

Die Hafenwirtschaft ist inzwischen bereit, den Westquai vor Ablauf der heutigen Baurechtsverträge 2029 freizugeben. Bedingung sind gute Alternativen wie das neue Becken für die Container, wie ein Verbandssprecher zur sda sagte. Container belegen dort rund einen Drittel der Fläche.

Architektur-Spielwiese
Für die Silos auf dem Westquai hat es laut Hadorn beim Hafenbecken eins noch Platz, und für Recyclingfirmen prüfe man Lösungen im benachbarten Hafen Weil am Rhein (D). Nach Weil verlängert Basel übrigens gerade eine Tramlinie. Hadorn schätzt den Zeithorizont für die Architektur-Spielwiese an bester Uferlage auf 10 bis 15 Jahre. (awp/mc/pg)

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