Richemont mit durchzogenem Umsatzausweis für Q3

Richemont
Richemont-Hauptsitz in Genf. (Bild © Richemont)

Richemont-Hauptsitz in Genf. (Bild © Richemont)

Genf – Der Luxusgüterkonzern Richemont hat im Weihnachtsquartal den Umsatz in der Berichtswährung Euro zwar leicht steigern können, in Lokalwährungen musste die Gruppe aber einen Rückgang hinnehmen. Enttäuschend haben sich etwa die Schmuckverkäufe entwickelt während die Uhren-Maisons nach wie vor unter der schwachen Nachfrage der Grosshändler leiden. Im März-Quartal rechnet das Richemont-Management mit einem anhaltend herausfordernden Marktumfeld.

Richemont blickt auf ein schwieriges drittes Quartal des Geschäftsjahres 2015/16 (Oktober-Dezember) zurück: In Euro wuchs der Umsatz um 3% auf 2,93 Mrd EUR, doch in Lokalwährungen gerechnet ist er um 4% gesunken, wie die Gruppe am Donnerstag mitteilte. Nach neun Monaten tritt der Umsatz damit wechselkursbereinigt auf der Stelle, während für das Halbjahr noch ein Anstieg von 3% gemeldet wurde. Die Netto-Cash-Position lag per Ende Dezember bei 5,1 Mrd EUR (Ende September: 4,8 Mrd).

Die spürbare Wachstumsabschwächung hatte sich bereits bei der Vorlage der Halbjahreszahlen im November abgezeichnet: Richemont wies damals für den Monat Oktober einen Umsatzrückgang von 6% (in LW) aus. Ein weiterer Dämpfer folgte kurz vor Weihnachten mit dem Rückgang der Schweizer Uhrenexporte im November (-5,6%) und so gingen die Analysten im Vorfeld der (heutigen) Publikation für Richemont denn auch nur noch von einem Umsatz von 2,97 Mrd aus.

Schmuckverkäufe enttäuschen
Den Hauptgrund für die «Umsatzenttäuschung» sehen die Experten im Rückgang in der Schmuck-Division um 5% (in LW). Richemont zeigte sich zwar mit dem Absatz traditioneller Schmuckstücke zufrieden, dagegen sei der Verkauf von Schmuckuhren weniger gut gelaufen, hiess es.

Der Umsatz der Uhrenhäuser (IWC, Piaget, Jaeger-LeCoultre etc.), die sich kommende Woche am Genfer Uhrensalon präsentieren, nahm mit 4% etwas weniger stark ab als von Analysten erwartet. Die Uhrenhersteller leiden seit geraumer Zeit unter der schwachen Nachfrage im Grosshandel, insbesondere in Hongkong und Macau. Der von Richemont im Grosshandel erzielte Umsatz ging denn auch über alle Sparten gesehen um 8% zurück.

Bleibt noch das Segment Others, wo die Schreib-, Lederwaren und Accessoires von Marken wie Montblanc, Alfred Dunhill oder Lancel zusammenfasst sind und das im dritten Quartal um 3% gewachsen ist. Hier gilt es zu beachten, dass der Onlinehändler Net-a-Porter im vergangenen Oktober aus dem Segment ausgelagert und als «zum Verkauf» klassifiziert worden ist. Net-a-Porter schloss sich mit dem italienischen Kleiderhersteller Yoox zur Yoox Net-A-Porter Group zusammen, an der Richemont massgeblich beteiligt bleibt.

Terrorsorgen in Europa
In Europa hat sich das Geschäft von Richemont im dritten Quartal deutlich abgeschwächt. Die Umsätze gingen um 3% zurück, nachdem im ersten Halbjahr noch ein starkes Plus von 24% erreicht worden ist. Dies habe mit den ab November stark rückläufigen Touristenströmen nach Europa zu tun, hiess es. Dabei gilt es zu erwähnen, dass viele Touristen – insbesondere auch jene aus dem asiatischen Raum – nach den Terroranschlägen in Paris ihre Europareisen abgesagt haben.

In der Region Asien-Pazifik sank der Umsatz um 9%. Das ist eine Verbesserung nach den -17% aus dem ersten Halbjahr. In Festlandchina habe das Umsatzwachstum etwas zugenommen, während Hongkong und Macau starke Umsatzeinbussen verzeichneten, so die Mitteilung. In der Region Americas büsste Richemont 3% ein und in Japan wuchs das Geschäft nur noch um 9% nach einem Plus von 44% im Halbjahr.

Zum Ausblick macht Richemont keine konkreten Angaben. Allerdings wird darauf hingewiesen, dass das Marktumfeld im März-Quartal weiterhin herausfordernd bleiben dürfte. (awp/mc/upd/pg)

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