Rieter muss CEO-Wechsel kurzfristig neu regeln – Streit um Bonus
Winterthur – Knall bei Rieter: Der Textilmaschinenhersteller hat Georg Stausberg mit sofortiger Wirkung zum CEO der Gruppe ernannt. Der designierte CEO Daniel Lippuner wird die Funktion nicht antreten, wie Rieter am Mittwoch mitteilte.
Grund dafür sind laut dem Unternehmen «unüberbrückbare Differenzen» bezüglich zusätzlicher Forderungen Lippuners zu seinem Vergütungspaket. Dabei sei es insbesondere um den Bonus gegangen.
Stausberg ist CEO der im vergangenen Februar von Rieter übernommenen Barmag. Seit der Akquisition gehört er auch der Konzernleitung von Rieter an. Laut Mitteilung verfügt er über mehr als drei Jahrzehnte Erfahrung in der internationalen Textilmaschinenindustrie.
Ende September hatte Rieter überraschend den Abgang von Konzernchef und Verwaltungsratspräsident Thomas Oetterli bekanntgegeben. Dieser hatte den Textilmaschinenhersteller in den vergangenen Jahren durch eine tiefe und lang anhaltende Krise geführt. Insbesondere die Aufgabe des Verwaltungsratspräsidiums kam unerwartet. Laut einer Rieter-Sprecherin gab es allerdings keinen Streit.
Der damals als Nachfolger vorgesehene Lippuner (Jahrgang 1969) war unter anderem CEO von Saurer und Leiter der damaligen Oerlikon-Sparte «Textile Components». Bereits in den 1990er-Jahren war er für Rieter tätig, damals in der Automotive-Sparte. Weitere berufliche Stationen waren Hilti und Meyer Burger.
Lippuner ist Verwaltungsratspräsident und Mitinhaber von Heberlein Technology. Zudem sitzt er in den Verwaltungsräten von Komax und VAT. (awp/mc/ps)