Rieter rutscht in die roten Zahlen

Norbert Klapper
Rieter-CEO Norbert Klapper. (Foto: Rieter)

Winterthur – Der Spinnereimaschinen-Hersteller Rieter spürt das nach wie vor garstige Marktumfeld. Der Auftragseingang und der Umsatz sind im ersten Halbjahr markant zurückgegangen. Und unter dem Strich schreibt das Traditionsunternehmen rote Zahlen.

Der Umsatz nahm um 19 Prozent auf 416,1 Millionen Franken ab. Diese Entwicklung sei vor allem auf eine niedrigere Nachfrage nach neuen Maschinen (-27%) zurückzuführen, teilte Rieter am Donnerstag mit. Das Geschäft mit Komponenten und Services war zwar ebenfalls rückläufig, aber weniger markant. Regional bildete sich der Umsatz in praktisch allen wichtigen Absatzmärkten zurück, besonders deutlich in der Türkei (-58%).

Bestellungseingang ebenfalls deutlich rückläufig
Der Bestellungseingang macht keine Hoffnung auf eine rasche Besserung. Er nahm um 26 Prozent auf 378,3 Millionen Franken ab. Gründe für die Investitionszurückhaltung der Kunden seien unter anderem Überkapazitäten in den Spinnereien und der Handelskonflikt zwischen den USA und China, hiess es dazu.

Die schwachen Verkaufszahlen führten unter dem Strich zu einem Verlust. Der operative Gewinn auf Stufe EBIT kam bei -1,2 Millionen Franken zu liegen (VJ 14,1 Mio), das Reinergebnis bei -3,8 Millionen (VJ 10,9 Mio).

Für die Experten sind die Zahlen keine Überraschung. Beim Umsatz und dem Bestellungseingang hat das Winterthurer Unternehmen sogar klar besser abgeschnitten als befürchtet. Analysten hatten im Schnitt (AWP-Konsens) mit einem Umsatz von 397 Millionen, einem Auftragseingang von 322 Millionen und einem EBIT von +0,8 Millionen gerechnet.

Sparprogramm wirkt bereits
Das Management erwartet im zweiten Halbjahr keine signifikante Belebung des Geschäfts. Es geht daher für das Gesamtjahr unverändert von einem „deutlichen Rückgang“ bei Umsatz, EBIT und Reingewinn aus.

Beim Reingewinn bezieht sich die Prognose allerdings auf einen bereinigten Wert – ohne die Erlöse aus dem bereits angekündigten Verkauf des Areals in Ingolstadt. Dieser solle im Verlauf des dritten Quartals über die Bühne gehen, hiess es weiter. Dabei werde ein ausserordentlicher Gewinnbeitrag auf Stufe Reingewinn von rund 60 Millionen Euro erwartet.

Sparprogramm bestätigt
Bestätigt wurde auch das im März angekündigte Sparprogramm. Dieses habe sich ab dem zweiten Quartal bereits positiv auf das Resultat ausgewirkt, so die Mitteilung. Im März wurde angekündigt, rund 5 Prozent des Personalbestands weltweit abzubauen. Per Mitte Jahr habe Rieter weltweit 4’743 Mitarbeiter beschäftigt und damit fast 8 Prozent weniger als Ende 2018, hiess es nun. (awp/mc/pg)

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