Ringier 2011: Gewinn mehr als halbiert

Marc Walder

Ringier-CEO Marc Walder.

Zürich – Das breit diversifizierte Medienhaus Ringier hat im vergangenen Jahr anders als die meisten seiner Konkurrenten deutlich weniger verdient. Der starke Franken, Probleme im Druckgeschäft sowie die generelle wirtschaftliche Abkühlung setzten der Gruppe zu. Zudem kostet die strategische Transformation in Richtung digitaler Medien sowie Entertainment Geld.

Ringier erzielte 2011 einen Umsatz von 1,15 Mrd CHF. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einem Minus von 9%. Der EBITDA verminderte sich um 44% auf 64 Mio, der Gewinn ging gar um 63% auf noch 22,8 Mio CHF zurück. Die entsprechende Marge betrug damit 2% nach 4,9% im Vorjahr, wie die Gruppe am Mittwoch mitteilt.

«Kein einfaches Jahr»
«2011 war kein einfaches Jahr», erklärte CEO Marc Walder am Mittwoch vor den Medien. Die Druckereien seien unter Druck gestanden, die Werbeerlöse hätten sich im zweiten Semester zurückentwickelt und der starke Franken wirkte sich in der Konzernrechnung negativ aus. Der damit zusammenhängende Erlösrückgang habe kostenseitig nicht vollständig kompensiert werden können. Insgesamt zeigte sich das Management mit dem Geschäftsjahr 2011 aber zufrieden. Das Ergebnis ist «akzeptabel», so Gruppenchef Walder.

Strategische Transformation kostet
Konsequent weiter fortgesetzt wurde 2011 die strategische Transformation der Gruppe. Neben der Weiterentwicklung der bereits bestehenden Aktivitäten tätigte Ringier im vergangenen Jahr in diesem Zusammenhang auch wieder verschiedene Akquisitionen. Insgesamt stieg der Anteil der digitalen Erlöse konzernweit auf beinahe 14%, im Heimmarkt Schweiz gar auf über 20%. Diese Transformation werde sich auch künftig fortsetzen. Sein Haus stehe vor den wohl grössten Herausforderungen in seiner Geschichte, erklärte Verleger Michael Ringier dazu.

Die Transformation kostet indes Geld. So blieben die Investitionen mit 96 Mio (VJ 150 Mio) auf einem hohen Niveau. Die neuen Aktivitäten würden hohe Investitionen benötigen und beträchtliche Anlaufkosten verursachen. Die zusätzlichen Erträge seien indes noch weit davon entfernt, die sinkenden Profite aus dem angestammten Geschäft nahtlos zu ersetzen, so der Verleger.

Umsatz im Heimmarkt auf Vorjahresniveau
Im Heimmarkt Schweiz vermochte die Gruppe den Umsatz mit 610 Mio CHF knapp zu halten. Rund 65% der Erlöse wurden im traditionellen Kerngeschäft mit Zeitungen, Zeitschriften, Druckereien und Online-Portalen erwirtschaftet. Die Blick-Gruppe habe in einem schwierigen Wettbewerbsumfeld die Erwartungen deutlich übertroffen, zeigte sich das Ringier-Management zufrieden. Das Zeitungsgeschäft in der Schweiz sah sich mit schwierigen Rahmenbedingungen konfrontiert und verlor 16% an Umsatz. In Zentraleuropa – dazu zählen die anteiligen Erlöse aus dem Joint Venture mit Axel Springer sowie Ringier Ungarn und Rumänien – verminderte sich der Umsatz insgesamt um 18,7% auf 273,6 Mio.

Gutes erstes Quartal 2012
Im laufenden Jahr will Ringier durch strategische Investitionen weiter diversifizieren und das Verlagsgeschäft stärken. Insgesamt habe die Gruppe ein gutes erstes Quartal gehabt und sei auf Budgetkurs, erklärte Walder. Über das laufende und bereits bekannte Effizienzsteigerungsprogramm seien auch keine weiteren, grösseren Sparmassnahmen vorgesehen, so der Konzernchef weiter. (awp/mc/pg/upd/ps)

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