Ringier wird immer digitaler und steigert Profitabilität

Marc Walder

Ringier-CEO Marc Walder. (Foto: Ringier)

Zürich – Die Mediengruppe Ringier hat ihre Transformation 2015 weiter fortgesetzt und den digitalen Umsatz- und Ergebnisanteil weiter gesteigert. Während der Umsatz nochmals leicht zurück ging, konnte die Profitabilität deutlich gesteigert werden. Im laufenden Jahr wird der digitale Aus- und Umbau weitergehen, Umsatz und Betriebsgewinn sollen steigen.

Der Umsatz sank 2015 um 4,3% auf 946,0 Mio CHF, wobei der Rückgang im Wesentlichen auf Währungsumrechnungen und Devestitionen zurückzuführen ist. Unter Ausklammerung dieser Effekte seien die Erlöse stabil geblieben, so Ringier am Mittwoch. Der digitale Umsatzanteil erhöhte sich auf knapp 37% nach 32% im Vorjahr.

61 % des Betriebsergebnisses stammen aus dem Digitalgeschäft
Dank der fortschreitenden Digitalisierung verbesserte sich der EBITDA um 17% auf 96,1 Mio, die Marge nahm damit auf 10,2% nach 8,3% im Vorjahr zu. Rund 61% des Betriebsergebnisses stammen mittlerweile aus dem Digitalgeschäft, dies nach knapp 50% im Vorjahr. Damit gehöre Ringier zu den Spitzenreitern in Europa, zeigte sich CEO Marc Walder vor den Medien erfreut.

Das vor Jahren gesetzte Ziel eines Ergebnisanteils von über 50% sei damit deutlich übertroffen. Insgesamt habe Ringier in den letzten Jahren rund 1,7 Mrd in die digitale Transformation investiert, verdeutlichte der Konzernchef die immensen Anstrengungen, welche diese Transformation erst möglich machten.

Hohe Abschreibungen belasten Gewinn
Der Gewinn ging auf 11,3 Mio CHF nach 21,4 Mio im Vorjahr zurück. Dies wird mit hohen Abschreibungen als Folge der Erschliessung neuer Märkte und Produkte sowie mit positiven Devestitionseffekten im Vorjahr begründet. Ringier als Familienunternehmen verfolge eine sehr konservativen Abschreibungspolitik, sagte Walder dazu, und die digitalen Investitionen zögen insbesondere in den ersten Jahren hohe Abschreibungen nach sich.

Der hohe Abschreibungsbedarf sollte sich in den nächsten Jahren aber abschwächen, was sich wiederum positiv auf die Gewinnsituation auswirken dürfte, so die Hoffnung des Managements.

Radio Energy neu die Nummer 1 in Zürich
Als zentrale Schritte bei der digitalen Transformation im abgelaufenen Jahr führte Walder unter anderem das Gemeinschaftsunternehmen mit Axel Springer im Bereich Zeitschriften oder das Vermarktungs-Joint-Venture Admeira mit Swisscom und der SRG an.

Sehr erfreut zeigten sich die Verantwortlichen vor den Medien aber auch über die Entwicklung von Radio «Energy». Dem Ringier-Sender gelang es nämlich 2015 in Zürich, den bisherigen Platzhirsch «Radio 24» erstmals zu überholen. Energy sei damit das grösste Schweizer Privatradio, so Walder stolz.

2016 soll Umsatz substantiell über 1 Mrd steigen
Der digitale Transformationsprozess steht derweil auch im laufenden Jahr im Fokus der Aktivitäten. CEO Walder geht davon aus, dass der Umsatz 2016 substantiell über einer Milliarde und der EBITDA substantiell über 100 Mio CHF liegen werden. Den digitalen Ergebnisanteil erwartet der Konzernchef schon bald über 70%

Verstärkung erhält der Ringier-Verwaltungsrat. Im Juni soll Felix Oberholzer-Gee, Professor für Betriebswirtschaft an der Harvard Business School, in das Gremium gewählt werden. Oberholzer ist den Angaben zufolge gebürtiger Schweizer und Spezialist für digitale Transformation moderner Unternehmen.  (awp/mc/pg)

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