Ringier und Springer legen Ungarn-Pläne auf Eis

Marc Walder

Ringier-CEO Marc Walder.

Zürich – Die Medienkonzerne Ringier und Axel Springer arbeiten in Ungarn vorerst nicht zusammen. Ein Antrag auf Kartellfreigabe für einen Zusammenschluss der Aktivitäten sei zurückgezogen worden, teilte Ringier am Freitag mit.

Der Grund dafür sei, dass der neu geschaffene ungarische Medienrat kürzlich eine negative, für das Kartellamt verbindliche Stellungnahme zur Fusion abgegeben habe. Trotzdem halten die beiden Unternehmen an der Zusammenlegung fest. Ob und in welcher Form ein neuer Antrag gestellt werde, sei aber noch nicht entschieden.

Umstrittenes neues Mediengesetz

Das zusammengelegte Geschäft in Ungarn wäre Teil des Osteuropa-Joint-Venture von Ringier und Axel Springer geworden, das seit Anfang Juli 2010 operativ tätig ist. Die beiden Konzerne haben darin ihre Geschäfte in Polen, Serbien, Tschechien und der Slowakei eingebracht. In Ungarn ist seit Anfang Jahr ein neues Mediengesetz in Kraft. Die rechtskonservative Regierung von Premierminister Viktor Orban hat dafür unter anderem von der EU und der Organisation für Zusammenarbeit und Entwicklung (OSZE) heftige Kritik einstecken müssen. Im EU-Parlament hiess es etwa, das Gesetz sei eine Gefahr für die Pressefreiheit. (awp/mc/ps)

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