Roche 2012: Krebsmedikamente treiben Umsatzwachstum

Roche-CEO Severin Schwan.

Basel  – Der Pharmakonzern Roche hat im Geschäftsjahr 2012 dank einer steigenden Nachfrage nach Krebsmedikamenten und einem wachsenden Geschäft mit klinischen Labors weiter zugelegt. Die Kerngewinnzahlen konnten überdurchschnittlich verbessert werden. Die Abschwächung des Schweizer Frankens zu USD und JPY wirkte sich positiv auf das Ergebnis aus. Für die Entwicklung im laufenden Jahr zeigt sich Roche zuversichtlich.

Der Gruppenumsatz stieg um 7% auf 45,50 Mrd CHF; zu konstanten Wechselkursen (kWk) resultierte ein Wachstum von 4%, wie der Konzern am Mittwoch mitteilte. Die grössten Verkaufszuwächse erzielte Roche im vergangenen Jahr in den USA und in Schwellenmärkten. Damit hätten Einbussen in Westeuropa infolge der Konkurrenz durch Generika und des anhaltenden Preisdrucks mehr als ausgeglichen werden können, so Roche.

Steigender Kern-Betriebsgewinn
Der Kern-Betriebsgewinn der Gruppe erhöhte sich mit einem Plus von 13% (kWk +11%) auf 17,16 Mrd CHF stärker als der Umsatz. Die Kern-Betriebsgewinnmarge verbesserte sich um 2,1 Prozentpunkte auf 37,7%. Die Kosten der verkauften Produkte hätten durch Massnahmen zur Effizienzsteigerung gesenkt werden können, dagegen seien die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung stabil geblieben, kommentiert Roche.

Der Kerngewinn je Titel erhöhte sich um 10% auf 13,62 CHF. Im Kerngewinn sind Sonderpositionen wie Restrukturierungen oder Abschreibungen und Wertminderungen auf immateriellem Anlagevermögen nicht enthalten.

Dividende steigt
Der Konzerngewinn nach IFRS stieg mit einem Plus um 2% auf 9,77 Mrd leicht an; der den Inhabern von Roche-Titeln zurechenbare Reingewinn wuchs dabei ebenfalls um 2% auf 9,54 Mrd. Die Aktionäre sollen erneut eine höhere Dividende erhalten. Für das Berichtsjahr wird der Generalversammlung die Ausschüttung einer Dividende von 7,35 (6,80) CHF je Aktie und Genussschein beantragt.

Über dem Markt gewachsen
2012 sei für Roche ein «sehr gutes Jahr» gewesen, wird CEO Severin Schwan in der Mitteilung zitiert: «Wir haben unsere finanziellen Ziele erreicht und sind über dem Markt gewachsen.» Mit der starken Pipeline sei Roche bestens aufgestellt, den Wachstumskurs auch künftig fortzusetzen, so der CEO.

Roche liegt mit den meisten Zahlen am oberen Rand der Markterwartungen. Von AWP befragte Analysten hatten im Durchschnitt (AWP-Konsens) einen Gruppen-Umsatz von 45,40 Mrd CHF prognostiziert. Die Schätzungen für den Kern-Betriebsgewinn lauteten auf 16,70 Mrd, jene für den Konzerngewinn nach Minderheiten auf 9,65 Mrd und für den Kerngewinn je Titel auf 13,74 CHF.

Krebsmedikamente treiben Umsatz
In der Division Pharma stiegen die Umsätze um 7% (kWk: +5%) auf 35,23 Mrd CHF. Die Krebsmedikamente legten dabei um 9% zu. Die drei Hauptumsatzträger MabThera/Rituxan, Herceptin und Avastin verzeichneten weiterhin starkes Wachstum. Aber auch das Hepatitis-Medikament Pegasys wies erneut starke Wachstumsraten auf, während das Augenheilmittel Lucentis unter der Markteinführung eines Konkurrenzpräparats litt.

Die Krebssparte wurde durch die Markteinführung von Perjeta in den USA gestärkt. Roche betont zudem die Zulassungsgesuche für das neuartige Medikament T-DM1 in den USA und in Europa. T-DM1 soll einer der ersten Vertreter einer neuen Generation von Krebsmedikamenten, den Antikörper-Wirkstoff-Konjugaten (AWK), werden.

Diagnostika-Sparte behauptet Marktführerschaft
Die Diagnostika-Sparte konnte mit einen Umsatzanstieg um 5% auf 10,27 Mrd (+4% zu kWk) ebenfalls deutlich zulegen, wobei sie ihre Marktführerschaft «klar behauptet» habe, wie Roche betont. Hauptwachstumsträger war der Bereich Professional Diagnostics und hier insbesondere das Geschäft mit den Immunoassays, also hochautomatisierten immunchemischen Bluttests zur Diagnose verschiedenster Krankheiten.

Die Geschäftsbereiche Diabetes Care und Applied Science waren 2012 dagegen mit einem anspruchsvollen Marktumfeld konfrontiert. Bei Diabetes Care belasteten Einschnitte bei der Kostenerstattung für Blutzuckermessgeräte in Europa sowie ein verstärkter Preisdruck, während Applied Sciences unter niedrigeren Forschungsausgaben für Gensequenzierung litt. In beiden Bereichen führte Roche 2012 Restrukturierungsmassnahmen durch.

2013 weitere Umsatzzunahme erwartet
Für das Geschäftsjahr 2013 geht Roche von einer Umsatzzunahme zu konstanten Wechselkursen im Rahmen des Vorjahres aus. Der Wechselkurseinfluss dürfte dabei gemäss Finanzchef Alan Hippe «moderat negativ» ausfallen.

Zudem strebt Roche im laufenden Geschäftsjahr erneut ein Wachstum des Kerngewinns je Titel an, das über dem Verkaufswachstum liegt. Das Management gehe zudem davon aus, dass die Dividende auch für das Jahr 2013 erhöht werden kann. (awp/mc/pg)

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