Roche steigert Umsatz in Lokalwährungen um 5%

Roche-CEO Severin Schwan. (© Roche)

Basel – Die Verkäufe des Pharma-Konzerns Roche haben sich in den ersten neun Monaten 2014 in dem vom Management erwarteten (breiten) Rahmen entwickelt, die Konsensprognosen von Analysten wurden dabei übertroffen. Im dritten Jahresviertel hat die namhafte Wechselkursbelastung gegenüber dem Halbjahr erwartungsgemäss leicht abgenommen und soll weiter zurückgehen. Die wechselkursbereinigten Zielsetzungen für das Gesamtjahr wurden bestätigt.

Der Konzernumsatz ist in der Neunmonatsperiode gegenüber der Vorjahresperiode zu konstanten Wechselkursen (kWk) um 5% gestiegen, teilte Roche am Donnerstag mit. Dabei verlief die Preisentwicklung moderat. „Die Preise haben sich relativ stabil entwickelt“, kommentierte CEO Severin Schwan an einer Telefonkonferenz. Preisdruck sei vor allem in Europa zu verzeichnen gewesen. In Schweizer Franken umgerechnet belasteten die Wechselkurseffekte die Konzernrechnung, so dass der Umsatz mit 34,76 Mrd CHF gegenüber den 34,87 Mrd aus dem Vorjahr nur knapp gehalten werden konnte.

Die Division Pharma verzeichnete einen Anstieg der Verkäufe um 4% zu kWk, in CHF resultierte ein Rückgang um 1% auf 26,97 Mrd. In der Vorjahresperiode waren im Pharma-Umsatz allerdings noch aufgelöste Rückstellungen für Rabatte in den USA enthalten. Am meisten belasteten bei der Umrechnung in die Konzernwährung die Wechselkursentwicklung in Japan (-10 Prozentpunkte, PP) und im Gebiet „International“ (-9 PP). Die Division Diagnostics steigerte den Umsatz in der Berichtsperiode um 6% zu kWk bzw. um 1% auf 7,79 Mrd CHF.

Krebsmedikamente weiterhin als Umsatztreiber
Zum Anstieg der Pharma-Verkäufe hätten vor allem die Absätze der Krebsmedikamente beigetragen, sagte CEO Schwan. MabThera/Rituxan (+3% zu kWk), Avastin (+6%) und vor allem das Portfolio zur Behandlung von HER2-positivem Brustkrebs mit Herceptin, Perjeta und Kadcyla (insgesamt +21%) belebten das Geschäft. Damit habe der Verkaufsrückgang von Xeloda (-43%) nach der Lancierung von Generika in Schlüsselmärkten mehr als ausgeglichen werden können, hiess es weiter.

Darüber hinaus verzeichneten Actemra/RoActemra gegen rheumatoide Arthritis und Xolair bei Asthma und Nesselsucht (je +24%) starke Zuwächse. Der Absatz des vom Konzern nur in den USA vertriebenen Lucentis (+5%) sei vor allem im Zuge des vermehrten Einsatzes gegen diabetisches Makulaödem gestiegen, so die Mitteilung weiter.

Unter den einzelnen Pharmamärkten betrugen die Mehrverkäufe in den USA (+5% zu kWk) und Japan (+7%). Die Regionen Europa und International legten um je 3% zu.

Professional Diagnostics weiter stark – „Gewisser Rebound“ bei Diabetes Care
Im Geschäftsbereich Diagnostik trugen vor allem die Verkäufe des grössten Teilsegmentes – Professional Diagnostics – mit einem Plus von 8% (zu kWk) die Umsatzentwicklung. Dabei sei insbesondere das Geschäft mit Immundiagnostik (+12%) stark ausgefallen, hiess es.

Bei der in der Vergangenheit oft kritisierten Geschäftseinheit Diabetes Care (+1% zu kWk) zeichne sich ein „gewisser Rebound“ ab, sagte Divisions-COO Roland Diggelmann an der Telefonkonferenz. „Wir setzen das laufende Restrukturierungsprogramm fort und prüfen sowohl unsere Strukturen als auch die nationalen Organisationen weiter.“

Zufriedenes Management – Ausblick bestätigt
Die Konzernleitung gibt sich mit der Entwicklung in der Berichtsperiode zufrieden. „Die Nachfrage nach unseren Produkten ist in beiden Divisionen hoch und wir sind auf gutem Weg unsere Jahresziele zu erreichen“, sagte CEO Schwan. Mit der Intermune-Übernahme habe das Portfolio mit dem Medikament Esbriet gegen idiopatische Lungenfibrose verstärkt werden können, betont er die Bedeutung der inzwischen abgeschlossenen Transaktion. Das Präparat ist mittlerweile in den USA zugelassen worden. Das Spitzenumsatzpotenzial des neuen Mittels wollte der CEO hingegen nicht kommentieren. Die Konsensschätzungen lauten auf 1,9 Mrd USD.

Mit dem bestätigten Ausblick strebt Roche weiter ein Verkaufswachstum im unteren bis mittleren einstelligen Prozentbereich (zu kWk) und ein Zuwachs des Kerngewinns je Titel über der Zunahme der Verkäufe an. Roche geht zudem davon aus, dass die Dividende weiter erhöht werden kann.

Bei der Umrechnung in CHF dürften die Wechselkursverschiebungen gemäss Prognosen von Finanzchef Alan Hippe gegenüber den Erwartungen zum Halbjahr um ein Prozentpunkt weniger belasten und neu den Umsatz um -3 PP und die Gewinne um -5 PP drücken. Mit Blick auf den US-Dollar könnte der negative Wechselkurseffekt möglicherweise nochmals etwas abnehmen, hiess es weiter. (awp/mc/upd/ps)

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