Roche: Umsatz leidet unter Währungsentwicklung

Roche-CEO Severin Schwan.

Basel – Der Pharmakonzern Roche hat in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres erwartungsgemäss unter dem starken Schweizer Franken gelitten, sieht sich aber auf Kurs, die Ziele 2011 zu erreichen. Der Umsatz sank um 12% auf 21’671 Mio CHF. In Lokalwährungen (LW) verharrten die Verkäufe auf Vorjahresniveau; ohne Tamiflu ergab sich ein Minus von 11% in CHF bzw. ein Plus von 2% in LW.

Der Kern-Betriebsgewinn erreichte 8’251 Mio. Dies entspricht einem Rückgang um 10%; in LW konnte hingegen eine Zunahme um 5% erzielt werden; die entsprechende Marge wird mit 38,1% um 0,9 Prozentpunkte höher ausgewiesen, wie der Konzern am Donnerstag mitteilt. Der freien Geldfluss aus operativen Tätigkeiten wird auf 6’856 Mio (+7% in CHF; +27% in LW) beziffert. Die Ausgaben für die Forschung und Entwicklung verharrten in LW auf Vorjahresniveau, sanken hingegen in CHF um 11% auf 3’873 Mio. Der Konzerngewinn ging um 5% auf 5’259 Mio (+10% in LW) zurück; das Core-EPS erreicht 6,68 CHF (-4% in CHF; +10% in LW).

Initiative «Operational Excellence» im Plan
In der umsatzstärksten Division Pharma sanken die Verkäufe in CHF um 13% auf 16’815 Mio CHF; in LW ergab sich ein Minus um 1%. Bereinigt um Tamiflu betrug die Einbusse in CHF 11%; in LW ergab sich ein Plus um 1%. Die Division Diagnostics legte in LW um 5% zu; in CHF wurde eine Umsatzeinbusse um 8% auf 4’856 Mio CHF verzeichnet. Weiter verlaufe die Kostensparinitiative «Operational Excellence» nach Plan und könnten bis Ende 2011 Einsparungen von 1,8 Mrd CHF und ab kommendem Jahr von 2,4 Mrd CHF jährlich erzielt werden. Im ersten Halbjahr 2011 beliefen sich die Einsparungen auf 950 Mio CHF. Mit dem ausgewiesenen Zahlenset hat Roche die Erwartungen der Analysten beim Umsatz nicht erfüllt, auf Kerngewinn- und Kern-EPS-Ebene hingegen übertroffen. Analysten hatten im Durchschnitt mit einem Konzernumsatz von 22’192 Mio CHF sowie Pharma-Umsatz von 17’235 Mio und Diagnostika-Verkäufen von 4’978 Mio gerechnet. Das Core-EBIT der Gruppe wurde auf 8’129 Mio und das Core-EPS auf 6,46 CHF geschätzt.

«Ertragskraft weiter gestärkt»
«Wir haben die Ertragskraft des Konzerns weiter gestärkt, insbesondere durch die Umsetzung unserer Initiative ‹Operational Excellence›, darum erhöhen wir unsere Gewinnerwartung für das Gesamtjahr», wird CEO Severin Schwan in der Mitteilung zitiert. «Im ersten Halbjahr erzielten alle sieben Phase-III-Studien positive Ergebnisse, einschliesslich des neuen Medikaments Zelboraf und dessen diagnostischen Begleittests», so Schwan weiter. Das Roche-Management hat mit der Vorlage des Halbjahresergebnisses die Gewinnerwartung für das Gesamtjahr 2011 erhöht. Neu rechnet der Pharmariese mit einem Wachstum des Kerngewinns pro Titel in lokalen Währungen von rund 10%. Bislang strebt Roche hier ein Wachstum im hohen einstelligen Prozentbereich an.

Umsatzwachstumsziele bestätigt

Bestätigt wurden die Umsatzwachstumsziele. So wird im laufenden Jahr weiterhin für den Konzern und die Division Pharma mit einen Verkaufszuwachs in Lokalwährungen im unteren einstelligen Prozentbereich gerechnet – allerdings ohne die nur schwer einschätzbaren Verkäufe von Tamiflu. Das Verkaufsplus bei Pharma liege damit im Rahmen des erwarteten Marktwachstums. Die Diagnostik-Division soll – getragen von der weiteren Markteinführung neuer Produkte in allen Geschäftsbereichen – wiederum deutlich über dem Markt wachsen. Zudem sei geplant, die Dividende im Einklang mit dem Kerngewinnwachstum pro Titel zu erhöhen, wobei der Dividendenbetrag in Schweizer Franken mindestens demjenigen des vergangenen Jahres entsprechen soll, so die Mitteilung vom Donnerstag. (awp/mc/upd/ps)

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