Romande Energie mit Halbjahresverlust von 52 Mio CHF

Pierre-Alain Urech
Pierre-Alain Urech, CEO Romande Energie. (Foto: Romande Energie)

Pierre-Alain Urech, CEO Romande Energie.

Morges – Der Energiekonzern Romande Energie hat im ersten Halbjahr 2015 angesichts der schlechten Perfomance der assoziierten Gesellschaften einen hohen Verlust erlitten. Belastend kam auch die Frankenstärke hinzu. Operativ konnte die Westschweizer Gesellschaft sich verbessern und rechnet auch für das Gesamtjahr mit einer entsprechenden Leistung.

In den ersten sechs Monaten legte die Stromproduktion der Kraftwerke von Romande Energie dank günstigeren Wetterbedingungen um 7% zu, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Mit den erzeugten 245 Gigawattstunden konnte 15% des Strombedarfs der Kunden gedeckt werden. Der Umsatz erreichte 288,6 Mio CHF nach 285,8 Mio im Vorjahr.

Da dieser also praktisch stabil geblieben ist und die Beschaffungskosten um 2% gesunken sind, verbesserte sich der Bruttobetriebsgewinn um 3,7% auf 147,2 Mio. So legten auch der EBITDA und der EBIT jeweils um 3,4% auf 77,6 Mio bzw. auf 50,2 Mio zu.

Die Anstrengungen in den Bereichen Kostenmanagement und Prozessoptimierung seien fortgesetzt worden, hiess es. Die Betriebskosten legten dennoch um 4% auf 790 Mio CHF zu. Der Personalbestand sei im Zusammenhang mit der Entwicklung neuer Energiedienstleistungen erhöht worden.

Halbjahresverlust von 51,8 Mio CHF
Unter dem Strich schlug jedoch der negative Anteil der assoziierten Gesellschaften voll auf das Ergebnis durch. Alpiq musste Wertberichtigungen in der Höhe von 834 Mio CHF vornehmen, was auch für Romande Energie Auswirkungen hatte. Die Westschweizer haben eine Beteiligung von 29,7% an der EOS Holding SA (EOSH), die ihrerseits einen Anteil von 31,4% an Alpiq hält.

Der Beitrag der assoziierten Gesellschaften lag insgesamt bei -79,6 Mio CHF nach +4,2 Mio CHF im Vorjahr. Ausserdem habe der starke Franken finanzielle Verluste bei der Bewertung von Devisentermingeschäften und Fremdwährungsguthaben verursacht, so Romande Energie weiter. Das Finanzergebnis wurde im Umfang von 13 Mio CHF negativ beeinflusst.

Ein Reinverlust von 51,8 Mio CHF war die Folge – nach einem Gewinn von 45,0 Mio im Vorjahr. Bereinigt um die Wertberichtigungen von Alpiq ergibt sich für Romande Energie ein Gewinn von 26,1 Mio für das erste Halbjahr 2015.

Mit Blick auf das Gesamtjahr rechnet das Unternehmen mit einer operativen Leistung, die in etwa dem Ergebnis des ersten Halbjahres entspricht – vorbehaltlich ausserordentlicher Elemente. Bereits 2014 hatten Wertberichtigungen auf die Beteiligungen an Alpiq und das Speicherkraftwerks Hongrin-Léman (FMHL), an dem Romande Energie mit gut 40% beteiligt ist, die Erfolgsrechnung so stark belastet, dass unter dem Strich ein Verlust in der Höhe von 147 Mio CHF resultierte.

Ausbau der Eigenproduktion
Politische und wirtschaftliche Ungewissheiten würden weiter auf dem Energiesektor lasten, so Romande Energie. Auch die Aufhebung des Euromindestkurses werde sich finanziell weiterhin negativ auf das Ergebnis der Gruppe auswirken.

Dank einer «gesunden» Bilanz mit eigenen Mitteln in Höhe von 1,6 Mrd könne man in erneuerbare Energien investieren und in Projekte, die auf eine Verbesserung der Netze und auf Dienstleistungen ausgerichtet sind. Obwohl die konventionelle Kraftwerksproduktion wegen der tiefen Grosshandelspreise stark unter Druck geraten ist, will Romande Energie das Portfolio auch hier weiterentwickeln. Kaufoptionen von Kraftwerken in Frankreich und Deutschland würden derzeit geprüft, heisst es dazu.

Zudem übernahm Romande Energie im Juli 25% der Aktien des Speicherkraftwerks Grand-Saint-Bernard SA, die sich bis dahin im Eigentum von Alpiq befunden hatten, und wurde Alleinaktionärin. (awp/mc/upd/ps)

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