Santhera erhält Fipamezole-Rechte von Ipsen zurück

Thomas Meier

Santhera-CEO Thomas Meier.

Liestal – Das Biotechunternehmen Santhera Pharmaceuticals und die französische Ipsen haben das Lizenzabkommen zum Produktkandidaten Fipamezole zur Therapie von Levodopa-induzierten Dyskinesien bei Parkinson-Patienten neu verhandelt. Santhera erhalte so von Ipsen die Rechte zur Entwicklung und Kommerzialisierung an Fipamezole ausserhalb Nordamerikas und Japans zurück.

Ipsen sei im Gegenzug zu Meilenstein- und Umsatzbeteiligungszahlungen aus zukünftigen Einnahmen aus Lizenzabkommen und der Kommerzialisierung des Produktkandidaten berechtigt, teilen die beiden Unternehmen am Dienstag mit. Zudem halte Ipsen eine Option zum Erwerb der exklusiven weltweiten Rechte an Fipamezole zu einem späteren Zeitpunkt unter gewissen Umständen. Sollte Ipsen diese Option einlösen, sei Santhera zu Meilensteinzahlungen und Umsatzbeteiligungen von Ipsen berechtigt, heisst es weiter.

Fokus bleibt auf Catena

Santhera hält so neu wieder die weltweiten Marketingrechte an Fipamezole. Der Produktkandidat soll im Rahmen der Unternehmensstrategie weiter entwickelt werden. «Kurzfristig bleibt der Fokus unserer Investitionen jedoch voll auf unser wichtigstes Medikament Catena ausgerichtet, das wir für mehrere seltene neuromuskuläre und mitochondriale Krankheiten entwickeln. Fipamezole stellt aber weiterhin einen wertvollen Bestandteil unserer klinischen Pipeline dar», wird Santhera-CEO Thomas Meier in der Mitteilung zitiert.

Neue Prioritätensetzung bei Ipsen
Ipsen macht für die Rechterückgage eine neue Prioritätensetzung für die Entwicklungspipeline geltend. «Mit dem neuen Abkommen kann Santhera den Wert von Fipamezole auf globaler Basis nutzen, während sich Ipsen auf die eigene klinische Entwicklungspipeline konzentrieren kann», wird Pierre Boulud, Executive Vice-President, Corporate Strategy von Ipsen, zitiert. Ipsen hatte im September 2010 die Rechte an Fipamezole ausserhalb der USA, Kanadas und Japans für eine Vorabzahlung von 13 Mio EUR erworben. Ende Oktober 2010 hatte der Nordamerika-Partner Biovail die Rechte an Fipamezole an Santhera zurückgegeben. Als Grund für die Beendigung der Zusammenarbeit wurde damals ein neuer strategischer Fokus von Biovail genannt – im Zuge der Fusion von Valeant mit Biovail.

Fipamezole bisher mit zwei Phase-II-Studien
Für Fipamezole konnte Santhera bisher in zwei klinischen Phase II-Studien die Wirksamkeit und Verträglichkeit zur Reduktion von Levodopa-induzierten Bewegungsstörungen bei Parkinson-Patienten nachweisen. Das Medikament zeigt laut Santhera ausserdem weiteres medizinisches Potential zur Verringerung der nachlassenden Arzneimittelwirkung von Levodopa sowie eine Verbesserung der kognitiven Fähigkeiten und Aktivitäten des täglichen Lebens. Catena ist bisher in Kanada zur Behandlung von Friedreich-Ataxie zugelassen. Die Europäische Arzneimittelbehörde prüft derzeit die Zulassung des Medikamentes bei Leber Hereditärer Optikusneuropathie. (awp/mc/ps)

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