Santhera sichert Finanzierung von 45 Millionen – Aktien im Rückwärtsgang

Dario Eklund
Santhera-CEO Dario Eklund. (Bild: Santhera)

Pratteln – Das Biotechunternehmen Santhera hat sich dank einer Finanzierungsrunde 45 Millionen Franken gesichert. Damit könne der Betrieb bis Mitte 2022 aufrechterhalten werden, teilte die Gesellschaft am Montag mit. An der Börse sacken die Aktien ab.

Konkret habe man 20 Millionen Franken über eine überzeichnete Eigenkapitalfinanzierung eingesammelt, 15 Millionen Franken über die Platzierung einer privaten Wandelanleihe sowie bis zu 10 Millionen über die Aufstockung einer bestehenden Finanzierung. Laut Communiqué haben sich die bestehenden Aktionäre Idorsia, Highbridge und Waypoint Capital an der Kapitalerhöhung beteiligt.

Dank den frischen Mitteln soll es nun mit dem Zulassungsantrag für den Produktkandidaten Vamorolone in den USA vorwärts gehen. Dieser ist für das erste Quartal 2022 geplant. Der Kandidat soll die Behandlung der erblich bedingten Muskelerkrankung Duchenne-Muskeldystrophie (DMD) ermöglichen. Basis für den geplanten Zulassungsantrag seien die Ergebnisse der «VISION-DMD»-Zulassungsstudie von Santhera, hiess es in der Mitteilung weiter.

Erste Eckdaten für das erste Semester
Gleichzeitig legte Santhera erste Ergebnisse für das erste Semester 2021 vor. Demnach sank der Umsatz in den ersten sechs Monaten auf 4,4 Millionen Franken (VJ 7,7 Mio). Santhera erklärt den Rückgang vor allem mit der aktuellen Situation in Frankreich, wo Preisgestaltung und Rückerstattung mit gewissen Unsicherheiten behaftet seien.

Der Betriebsaufwand wiederum sank um 30 Prozent auf 22,4 Millionen. Denn die Ausgaben für Entwicklung, Marketing und Vertrieb sowie für allgemeine Verwaltungszwecke wurden infolge der Beendigung des Puldysa-Programms und der nachfolgenden Umstrukturierung gesenkt. Unter dem Strich blieb im Berichtszeitraum ein Nettoverlust von 19,7 Millionen übrig, verglichen mit 31,8 Millionen im Vorjahreszeitraum.

Die liquiden Mittel per Ende Juni bezifferte Santhera auf 8,0 Millionen Franken, verglichen mit 12,4 Millionen zum 31. Dezember 2020. Zu diesen Mitteln kämen noch die durch die aktuelle Finanzierungsrunde gesicherten Gelder dazu.

Die Liquidität soll nun nicht nur ausreichen, um die operative Geschäftstätigkeit zu finanzieren, sondern auch um die Meilensteine an ReveraGen zu bezahlen. Schliesslich soll auch die verbleibende 2017/22 Wandelanleihe, die im Februar 2022 fällig wird, zurückbezahlt werden.

Börse reagiert klar negativ
An der Börse fiel die Reaktion derweil klar negativ aus. Die Aktien rutschten am Montag um 18 Prozent ab. Damit setzten sie ihre Berg- und Talfahrt der letzten Monate fort. Erst Ende August waren die Titel innerhalb kurzer Zeit in die Höhe geschnellt, ohne dass es neue Nachrichten aus der Pipeline gegeben hatte.

Dabei hiess es beispielsweise in einem Kommentar von Mirabaud, diese Finanzierungsrunde ermögliche es dem Biotechwert, seinen wichtigen Arzneimittelkandidaten Vamorolone näher an die Marktreife heranzuführen und die derzeitigen Aktivitäten des Unternehmens bei der Erreichung der nächsten kritischen Wendepunkte zu unterstützen.

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