SBB: Ceneri-Tunnel ist ab Sonntag in Betrieb

Ceneri
(Copyright: SBB)

Bern – Am Sonntag nimmt die SBB den Ceneri-Basistunnel fahrplanmässig in Betrieb. Die Neue Eisenbahn-Alpentransversale (NEAT) ist damit nach 28 Jahren Bauzeit fertiggestellt. Die Flachbahn durch die Alpen bringt neue Angebote, mehr Kapazität und schnellere Verbindungen im nationalen und internationalen Güter- und Personenverkehr. Ebenfalls ausgebaut werden das Angebot zwischen Zürich und München sowie zahlreiche Verbindungen im nationalen Regional- und Fernverkehr. Einzelne Angebotselemente werden aufgrund der Corona-Pandemie verzögert in Betrieb genommen. Verbindungen, die als Folge des Lokführermangels reduziert wurden, verkehren wieder fahrplanmässig.

Der grösste Angebotssprung erfolgt auf der Nord-Süd-Achse. Mit der fahrplanmässigen Inbetriebnahme des Ceneri-Basistunnels wird das Jahrhundertwerk NEAT finalisiert. Zusammen mit der Fertigstellung des 4-Meter-Korridors auf der Gotthardachse profitiert der europäische Güterverkehr von mehr Kapazitäten, schnelleren, klimafreundlichen Verbindungen durch die Schweiz und kann somit Produktivitätssteigerungen realisieren.

Für Personenzüge wird die Fahrzeit zwischen Zürich und Lugano auf unter zwei Stunden verkürzt, die Fahrt von Zürich nach Mailand dauert neu noch 3 Stunden 17 Minuten. Gleichzeitig wird das Angebot zwischen Zürich und Mailand auf täglich zehn Direktverbindungen ausgebaut. Über Mailand hinaus kommen zu den bereits bestehenden Verbindungen Zürich– und Genf–Venedig neu tägliche Direktverbindungen zwischen Zürich und Bologna sowie Genua hinzu. Die aktuellen Verbindungen sind im Online-Fahrplan auf sbb.ch ersichtlich.

Neue Giruno-Züge im Einsatz
Eingesetzt werden auf der Gotthardachse im grenzüberschreitenden Verkehr mit Italien in erster Linie die neuen Giruno-Züge. Mit Abschluss der Bauarbeiten am Ostufer des Zugersees entfällt der Umweg via Rotkreuz und die Züge des Regional- und Fernverkehrs verkehren wieder direkt zwischen Zug und Arth-Goldau. Die Reisezeiten in den Süden verkürzen sich dadurch um rund 20 Minuten.

Kooperation mit der Südostbahn
Mit dem Fahrplanwechsel tritt auch die Kooperation der SBB mit der Schweizerischen Südostbahn AG (SOB) in Kraft. Unter der integralen Fernverkehrskonzession der SBB fährt die SOB neu stündlich alternierend zwischen Basel/Zürich und dem Tessin via Arth-Goldau und über die Gotthard-Panoramastrecke. Aufgrund der Auswirkungen der Corona-Pandemie erfolgt die vollständige Umsetzung bis Locarno erst ab 5. April 2021. Bis dahin verkehrt die SOB zwischen Basel/Zürich und Bellinzona.

Mehr Verbindungen ab Zürich nach München, St. Gallen und Chur
Im internationalen Personenverkehr wird das Angebot auf der Strecke Zürich–St. Gallen–München für die Kunden mit neu sechs Zügen pro Richtung pro Tag ausgebaut. Dies bedeutet eine Verdoppelung der Direktverbindungen und Sitzplätze zwischen diesen beiden Städten. Dank der Züge des Typs Astoro mit Neigetechnik verkürzt sich die Fahrzeit der EC-Verbindung Zürich–München von heute ca. 4 Stunden 45 Minuten auf rund 4 Stunden.

Zwischen Zürich und St. Gallen werden ab dem Fahrplanwechsel mit dem IC5 mehr schnelle Verbindungen mit einer Reisezeit von neu 59 Minuten angeboten. Anstelle des IC5 hält neu der IC1 – der zwischen St. Gallen und Genf Flughafen via Bern verkehrt – in Zürich Oerlikon, Wil, Uzwil, Flawil und Gossau SG und es werden grösstenteils die neuen FV-Dosto-Züge eingesetzt, welche die Kapazitäten auf der Ost-West-Achse erhöhen. Zwischen Zürich und Chur wird das Angebot des IC3 in den Abendstunden um eine Stunde verlängert und in den Zeiten hoher touristischer Nachfrage auf einen durchgehenden Halbstundentakt verdichtet.

Anpassung zwischen Luzern und Zürich
Um der grossen Nachfrage auf der Strecke Luzern–Zug–Zürich nachzukommen, setzt die SBB auf den IR70 die neuen FV-Dosto ein, welche über mehr Sitzplätze verfügen. Da der Halt in Thalwil aus betrieblichen Gründen entfällt, verkürzt sich die Fahrzeit Luzern–Zürich auf 41 Minuten. Ab Zürich HB verkehrt derselbe Zug nach einem Aufenthalt von knapp 20 Minuten weiter als IR13 via Zürich Flughafen und St. Gallen nach Chur. Zusammen mit dem IR75 Luzern–Zug–Zürich–Weinfelden–Konstanz besteht neu zweimal pro Stunde eine direkte Verbindung Luzern–Zürich Flughafen.

Eppenbergtunnel bringt mehr und bessere Verbindungen.
Mit der Inbetriebnahme des Eppenbergtunnels erhalten Kundinnen und Kunden im Regionalverkehr mehr und bessere Verbindungen. Es entsteht mit der S29 eine neue, schnelle Direktverbindung zwischen Zofingen und Aarau (ohne Halt zwischen Olten und Aarau). Die S11 Aarau–Zürich HB–Winterthur–Seuzach/Wila hält neu ganztags in Othmarsingen. Zudem verkehrt die S11 neu an allen Tagen halbstündlich während der Hauptverkehrszeit bis/ab Aarau. Weiter bedienen neu alle Züge des RegioExpress Olten–Wettingen die Haltestelle Wildegg. Die S26 aus Olten–Schönenwerd vermittelt neu in Aarau (statt Lenzburg) Anschluss an den RegioExpress nach Zürich HB. Der Vierspurausbau Olten–Aarau bildet zudem eine zentrale Voraussetzung für künftige Ausbauprojekte auf der Ost-West-Achse. (mc/pg)

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