SBB veräussert Hypotheken-Portfolio an eigene Pensionskasse

Andreas Meyer
SBB-CEO Andreas Meyer. (Foto: SBB)

SBB-Konzernchef Andreas Meyer. (Foto: SBB)

Bern – Die SBB hat per 1. Juli ihr gesamtes Hypotheken-Portfolio an die hauseigene Pensionskasse verkauft. Für die insgesamt 75 Hypotheken an Baugenossenschaften erhält sie rund 630 Mio Franken. Betroffen sind rund 13’000 Wohnungen der traditionellen Eisenbahner-Baugenossenschaften.

Für die Teilhaber der teilweise über hundert Jahre alten Baugenossenschaften werde sich aber nichts ändern, teilte die SBB mit. Die bereits heute marktüblichen Bedingungen für die bestehenden Hypotheken blieben gleich. Zudem sei es auch künftig möglich, Neuhypotheken zu beantragen – einfach bei der SBB-Pensionskasse statt bei der SBB.

Strategiewechsel
Mit dem Verkauf der Hypotheken vollzieht die SBB einen Strategiewechsel: Sie besitzt zurzeit keine weiteren Hypotheken mehr, wie SBB-Sprecher Daniel Bach sagte. Neben den 64 Eisenbahner-Baugenossenschaften hatten noch 11 weitere Baugenossenschaften bei der SBB eine Hypothek laufen. Auch diese wurden an die SBB-Pensionskasse veräussert.

Marktüblicher Preis
Die quasi hauseigene Käuferin hat einen marktüblichen Preis bezahlt, wie die SBB schreibt. Was das Bahnunternehmen mit dem Erlös von 630 Mio CHF macht, konnte Bach nicht genau sagen. Das Geld werde in das System Bahn investiert, zum Beispiel in neues Rollmaterial. Den Verkauf des Hypotheken-Portfolios begründet die SBB damit, dass sie sich seit Monaten mit der Frage beschäftigt habe, wie sie die Vergabe von neuen Hypotheken regeln wolle. Der Verkauf an die SBB-Pensionskasse sei die Lösung gewesen. Die Pensionskasse ihrerseits habe nach sicheren, festverzinslichen und länger laufenden Anlagen mit stabilen Erträgen gesucht.

70 Eisenbahner-Baugenossenschaften
Die ersten Eisenbahner-Baugenossenschaften wurden vor über hundert Jahren gegründet. SBB-Mitarbeitende schlossen sich zu Mietergenossenschaften zusammen. Das Ziel war, den Eisenbahnern und ihren Familien guten und günstigen Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Die SBB unterstützte die Genossenschaften mit Hypotheken und Baukrediten. Heute existieren in der ganzen Schweiz 70 Eisenbahner-Baugenossenschaften. Sechs davon halten aber bereits heute keine Hypotheken mehr bei der SBB. (awp/mc/pg)

 

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