Frankenstärke macht auch Schaffner zu schaffen

Alexander Hagemann
Alexander Hagemann wird neuer CEO bei Cicor. (Foto: Schaffner)

Schaffner-CEO Alexander Hagemann.

Luterbach – Die Schaffner-Gruppe hat im Geschäftsjahr 2010/11 (per 30.09.) unter der Stärke des Schweizer Franken gelitten und einen Umsatzrückgang verzeichnet. Die Unterauslastung der Werke, insbesondere durch die schwache Nachfrage im Bereich Bahntechnik aus China, habe das Betriebsergebnis belastet, schreibt das Unternehmen in einer Mitteilung. Auch einmalige Kosten durch das neue Werk in Shanghai sowie die akquisitionsbedingen Aufwendungen in den USA hätten den EBIT belastet.

Das Nettoergebnis fiel mit 10,2 Mio CHF verglichen mit dem Vorjahreswert um 15% niedriger aus. Das Betriebsergebnis auf Stufe EBIT sank um 14,6% auf 12,8 Mio CHF. Die EBIT-Marge war rückläufig und betrug 7,0% nach 7,9% im Vorjahr.

In Lokalwährungen Umsatzanstieg von 9 %
Der Umsatz sank um 2,8% auf 183,7 Mio CHF. In Lokalwährungen gerechnet wurde jedoch ein Anstieg um 9% verzeichnet. Der Auftragseingang sank deutlicher um 14% auf 178,1 Mio CHF, wie Schaffner weiter mitteilte. Auch hier fällt das Minus in Lokalwährungen gerechnet mit 3,6% ebenfalls klar geringer aus.

Erwartungen der Analysten nicht erfüllt
Mit den Zahlen lag Schaffner unter den Erwartungen der Analysten. Der AWP-Konsens für den Umsatz lag bei 185,9 Mio, für den EBIT bei 14,3 Mio und für den Reingewinn bei 10,3 Mio CHF. Schaffner hatte Mitte Juli die Guidance für das Geschäftsjahr gesenkt und zuletzt auf Basis eines Eurokurs von 1,22 CHF einen Umsatz sowie ein operatives Ergebnis im Rahmen des Vorjahres in Aussicht gestellt.

Dividende von 4,50 Franken je Aktie
Die Aktionäre sollen laut Antrag des Verwaltungsrats eine gegenüber dem Vorjahr unveränderte Ausschüttung von 4,50 CHF je Aktie erhalten. Die Ausschüttung erfolge in der Form einer steuerfreien Kapitalrückzahlung.

Der Geschäftsbereich Elektromagnetische Verträglichkeit (EMC) verzeichnete einen Umsatzrückgang um 6,3% auf 104,5 Mio CHF. Im Bereich Power Quality (PQ) wuchs der Umsatz leicht um 1,1% auf 61,9 Mio CHF und das Segment Automotive (AM) erwirtschaftete mit 17,6 Mio CHF 6% mehr. Der Anteil des Segments EMC am Gruppenumsatz verringerte sich um zwei Prozentpunkte auf 57%. Der Bereich wird seit Beginn des laufenden Geschäftsjahres als eigenständige Division geführt.

Das Segment Power Quality sei in den USA durch die Übernahme der US-amerikanischen MTC Transvormers gestärkt worden. Die Integration von Schaffner MTC verlaufe planmässig, schreibt das Unternehmen. Mit dem Bezug der neuen Betriebs- und Produktionsstätte in Shanghai wurde die Wettbewerbsposition insbesondere im chinesischen Markt gestärkt.

Erholung im Laufe des Geschäftsjahrs 2011/2012 erwartet
Schaffner rechnet in den Märkten Bahntechnik in China und Fotovoltaik mit einer Erholung im Verlauf des Geschäftsjahres 2011/12 gegenüber den Tiefstwerten im zweiten Halbjahr. Die weitere Entwicklung der Absatzmärkte sei aufgrund des gesamtwirtschaftlichen und weltpolitischen Umfelds nicht abschätzbar. Prognosen für das Geschäftsjahr 2011/12 seien zurzeit nicht möglich, heisst es in der Mitteilung. Die mittelfristigen Ziele einer operativen Umsatzrendite von 10% sowie eines Umsatzes über 200 Mio CHF blieben jedoch bestehen.

Schlatter platziert neue Aktien zu 150 CHF das Stück
Der Anlagenbauer Schlatter hat im Rahmen seiner Kapitalerhöhung den Platzierungspreis der neuen Aktien auf 150 CHF je Anteil festgelegt. Den erwarteten Nettoerlös von rund 19,3 Mio CHF will die Gesellschaft zur Finanzierung der weiteren Strategieumsetzung sowie zur Stärkung der Eigenkapitalbasis verwenden.

Wie Schlatter mitteilt, wurden insgesamt 133’333 neue Aktien platziert. Davon seien 128’903 Namenaktien durch bisherige Aktionäre gezeichnet worden, während 4’430 Anteile im Rahmen der freien Zeichnung erworben wurden. Damit war die Kapitalerhöhung nicht ganz so erfolgreich wie erhofft: Ursprünglich hatte das Unternehmen im Rahmen der freien Zeichnung 17’555 neuen Namenaktien im Markt unterbringen wollen. Das Aktienkapital sollte gemäss früheren Angaben um 20 Mio CHF aufgestockt werden.  (awp/mc/pg)

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