Schaffner mit gehaltenem Umsatz im 1. Semester

Alexander Hagemann
Alexander Hagemann wird neuer CEO bei Cicor. (Foto: Schaffner)

Schaffner-CEO Alexander Hagemann. (Foto: Schaffner)

Luterbach – Der Komponentenhersteller Schaffner hat im ersten Halbjahr 2014/15 (per 31.03.) den Umsatz in etwa gehalten. Wie mit der Gewinnwarnung im vergangenen März angekündigt, gingen dagegen Gewinn und Marge zurück, wobei die Marge etwas besser ausfiel als prognostiziert. Belastend waren vor allem die Währungseinflüsse sowie ein Rückgang der Nachfrage in der chinesischen Photovoltaik-Industrie. Die reduzierten Gewinnprognosen für das Gesamtjahr werden bestätigt. Gleichzeitig geht das Unternehmen von einem gegenüber dem ersten verbesserten zweiten Semester aus, dies dank der bereits eingeleiteten Massnahmen zur Effizienzsteigerung.

Der Umsatz blieb in der Berichtsperiode bei 102,5 Mio CHF praktisch stabil, wobei sich in Lokalwährungen ein Plus von 1,4% ergab. Der Auftragseingang ging dagegen um 6,8% auf 101,5 Mio CHF zurück. Der gehaltene Umsatz sei im Umfeld von Verschiebungen in den Kernmärkten und vor dem Hintergrund der Währungsturbulenzen zu sehen, teilt das Unternehmen am Dienstag mit. Die Massnahmen zur Steigerung der Prozesseffizienz würden bereits im zweiten Semester zu einer Kostenentlastung führen, welche den negativen Ergebniseffekt der Aufwertung des Frankens zum Euro dämpfen werde.

Der EBIT reduzierte sich im ersten Semester denn auch um gut 24% auf 3,70 Mio CHF und die EBIT-Marge um 120 Basispunkte auf 3,6%. Der Reingewinn fiel um 40% auf 1,91 Mio CHF zurück. Die ZKB hat für den Umsatz 103,0 Mio CHF, für den EBIT 3,1 Mio und für den Reingewinn 2,1 Mio prognostiziert, womit Schaffner diese Erwartungen lediglich mit dem operativen Gewinn übertroffen hat, mit dem Reingewinn und dem Umsatz dagegen knapp nicht.

Grösste Division verliert Umsatz und Marge
Damit hat das Unternehmen die eigenen Vorgaben in etwa erreicht. Im März hatte Schaffner wegen des starken Frankens die im vergangenen Dezember formulierten Zielsetzungen für das Geschäftsjahr 2014/15 reduziert. Mit der Gewinnwarnung im März hatte Schaffner auch eine Verlagerung von einzelnen Stellen ins Ausland angekündigt. Von den Massnahmen betroffen seien allerdings lediglich fünf bis sechs Personen, wobei es auch zu Entlassungen kommen könne.

In der grössten Division EMC, dem Geschäft mit Komponenten, welche gegen elektromagnetische Felder geschützt sind, verzeichnet Schaffner mit einem Minus von 13% auf 46,7 Mio CHF einen klaren Umsatzrückgang, was hauptsächlich mit der Abwertung des Euro sowie mit dem Nachfragerückgang in der chinesischen Photovoltaik-Industrie begründet wird. Das operative Ergebnis der Division hat sich auf 3,5 Mio CHF mehr als halbiert und die Marge kam um gut 6 Prozentpunkte auf 7,4% zurück. Dank neuer Aufträge über knapp 50 Mio CH im ersten Semester liegt die Book-to-bill-Ratio bei 1,05.

Die Division Power Magnetics erreichte ein Umsatzplus von 8% auf 33,2 Mio CHF, dies vor allem akquisitionsbedingt dank der Übernahmen der amerikanischen Trenco im Vorjahr. Organisch waren die Verkäufe wegen sistierter Bahnaufträge in Russland und wegen der Abwertung von Yen und Euro dagegen rückläufig. Das operative Ergebnis verminderte sich um knapp 24% auf 1,3 Mio und die Marge um 170 Basispunkte auf 3,9%.

Auch die Division Automotive legte mit dem Umsatz zu, nämlich 25% auf 22,6 Mio CHF. Der EBIT hat sich auf 2,8 Mio mehr als vervierfacht und die Marge kletterte mit 12,3% von 3,3% auf ein neues Rekordniveau.

Revidierter Ausblick bestätigt
Für das Gesamtjahr hält Schaffner an den Prognosen vom März, einem gehaltenen Umsatz und einer EBIT-Marge von rund 5%, fest, dies unter der Voraussetzung, dass sich weder die Konjunktur noch die Währungen in den relevanten Märkten markant verändern. Im zweiten Semester werde mit jeder der drei Divisionen ein sequentielles Wachstum von Umsatz und Ergebnis gegenüber dem ersten Semester angepeilt.

Die Wachstumsstrategie soll konsequent fortgesetzt werden, heisst es weiter. Dabei lägen die Schwerpunkte auf Power-Quality-Anwendungen, dem Ausbau der Marktposition der Division Power Magnetics sowie regional im Markt Nordamerika. Strukturen und Prozesse sollen dabei laufend geprüft und angepasst werden. (awp/mc/pg)

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