Schmolz+Bickenbach steigert Umsatz

Clemens Iller
Clemens Iller, CEO Schmolz+Bickenbach. (Foto: S+B)

Emmenbrücke – Der Spezialstahlkonzern Schmolz+Bickenbach hat im Geschäftsjahr 2017 die Absatzmenge gesteigert und von höheren Stahlpreisen profitiert. Nach einem Kostensenkungsprogramm konnte unter dem Strich erstmals seit 2014 ein Plus ausgewiesen werden. Auch für das laufende Jahr wird eine weiter positive Entwicklung bei Absatz und Preisen erwartet.

Der Stahlkonzern steigerte die Absatzmengen um 4,2% auf 1’797 Kilotonnen und den Umsatz um rund 16% auf 2,68 Mrd EUR. Das Wachstum sei nahezu auf alle Produktgruppen und Regionen zurückzuführen, teilt das Unternehmen am Donnerstag mit.

Der um Einmaleffekte bereinigte Betriebsgewinn (EBITDA) legte um 45% auf 222,7 Mio EUR zu und die entsprechende Marge verbesserte sich auf 8,3% (VJ 6,6%). Mit den Zahlen hat der Stahlkonzern die Erwartungen der Analysten beim Umsatz erfüllt und beim Betriebsergebnis übertroffen. Unter dem Strich wurde ein Gewinn von 45,7 Mio EUR erreicht, nach noch einem Verlust von 80 Mio im Vorjahr. Positive Steuereffekte, vor allem aufgrund der Steuerreform in den USA, führten zu einem Steuerertrag von 3,3 Mio.

Ziele erreicht
„Wir hatten ein gutes Jahr 2017, in welchem wir alle unsere Ziele erreicht oder übertroffen haben“, wird CEO Clemens Iller in dem Communiqué zitiert. Dabei verweise er auf die Kostensenkungen und die strukturellen Fortschritte, die etwa bei den Deutschen Edelstahlwerken (DEW) oder Steeltec erreicht wurden.

Das zweijährige Kostensenkungsprogramm habe 2017 Einsparungen von 30 Mio EUR gebracht und mit insgesamt 72 Mio das gesteckte Ziel um 2 Mio leicht übertroffen. Im laufenden Jahr werde man sich auf die Integration der übernommenen Teile von Asometal konzentrieren und dafür erhebliche Managementkapazitäten einsetzen.

Die Refinanzierung durch die Neuemission und der vorzeitigen Rückzahlung einer Anleihe habe die Finanzposition des Unternehmens gestärkt. Einmalaufwendungen hierfür liessen die Finanzaufwendungen jedoch um 5,8% auf -49,6 Mio EUR anwachsen und durch Bewertungseffekte ging der Finanzertrag auf 4,0 Mio (VJ 5,8 Mio) zurück.

Preise volatil, aber höher
Die Entwicklung der Rohstoffpreise sei im Berichtsjahr volatil verlaufen, allerdings auf einem deutlich höheren Niveau als 2016. Der durchschnittliche Verkaufspreis pro Tonne lag 11% höher bei 1’490 EUR. Beim Qualitäts- und Edelbaustahl wurde eine Umsatzsteigerung von 21% und bei RSH-Stahl von 16% erzielt. Der Umsatz mit Werkzeugstahl war 3,6% höher.

Bei der regionalen Entwicklung sei die Umsatzsteigerung von 26% in den USA hervorzuheben, heisst es weiter. Faktoren seien hier die erfolgreiche Einführung neuer Produkte und die leichte Belebung der Nachfrage aus der Öl- und Gasindustrie gewesen. In Deutschland, Italien und Frankreich habe vor allem die anhaltend starke Nachfrage aus der Automobilindustrie den Umsatz getrieben.

In China wuchs der Umsatz um 38%. Ausgehend von einer niedrigen Ausgangsbasis wurde hier das Vertriebsnetz ausgebaut und Mitte des Jahres eine Mehrheitsbeteiligung an Shanghai Xinzhen Precision Metalwork übernommen. Mit der Neuinvestition sei das Angebot an gezogenen Blankstahlprodukten insbesondere in China deutlich erweitert worden.

Weiteres Wachstum und steigende Preise erwartet
Für das Geschäftsjahr 2018 rechnet das Management sowohl bei den Absatzmengen, als auch beim Wert der Produkte mit Wachstum. Zudem wird mit einer weiteren Verschiebung hin zu anspruchsvolleren Produktions- und Stahlanwendungen gerechnet. Aufgrund des hohen Auftragsbestands und der robusten Fundamentaldaten in den meisten Abnehmerindustrien lautet die Prognose für den bereinigten EBITDA auf eine Spanne im Bereich zwischen 200 Mio und 230 Mio EUR. (awp/mc/pg)

Schmolz+Bickenbach
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