Schneider-Ammann kritisiert Kampagne gegen Hildebrand

Johann Schneider-Ammann

Volkswirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann.

Bern – Bundesrat Johann Schneider-Ammann stellt sich in einem Interview hinter den zurückgetretenen Nationalbank-Präsidenten Philipp Hildebrand. Dieser hat aus Sicht des Volkswirtschaftsministers wegen einer Kampagne mit persönlichen Angriffen den Hut nehmen müssen. «Die Angriffe gegen Herrn Hildebrand waren so systematisch und so heftig, dass man von einer Kampagne sprechen muss», sagte Schneider-Ammann in einem Interview, das in der Sonntagsausgabe der «Basler Zeitung» erschien.

Mehr als ein Jahr habe die Kampagne gedauert. Wer die Urheber sind, dazu äussert sich Schneider-Ammann nicht explizit. Er spricht aber die Kritik an, die vor allem aus den Reihen der SVP stammte: «Immer wieder wurde Herr Hildebrand persönlich für Interventionen der Nationalbank kritisiert, deren einziges Ziel es war, die Schweizer Wirtschaft schadlos zu halten.» Und er fordert: «Die ganze Angelegenheit muss jetzt bis ins letzte Detail aufgeklärt werden.»

Keine Verfehlungen

Schneider-Ammann nimmt Hildebrand für dessen Verhalten in Schutz. Sowohl aus rechtlicher wie auch aus moralischer Sicht habe er keine Verfehlungen begangen. Er habe sich im Rahmen des Reglements über Eigengeschäfte bewegt. «Und moralisch betrachtet handelte der Nationalbankpräsident nicht inakzeptabel, wenn man davon ausgeht, dass er nicht die Absicht hatte, sich zu bereichern.» Nun müsse der Bankrat das Reglement anpassen, sagte Schneider-Ammann. Dabei sei aber nicht eine «Überregulierung» angezeigt, sondern es müsse vor allem darum gehen, dass die Nationalbankdirektoren klar wüssten, «was sie tun dürfen und was nicht zulässig ist».

«Der Rücktritt hat mich traurig gemacht», sagte der Berner FDP-Bundesrat weiter. Hildebrand habe hervorragende Arbeit geleistet. Es sei auch Hildebrands Verdienst, dass der Frankenkurs stabil sei und die Nationalbank international einen ausgezeichneten Ruf geniesse. (awp/mc/ps)

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