Schweiz exportiert im Februar etwas weniger

Schweiz exportiert im Februar etwas weniger

Bern – Die Schweizer Exportwirtschaft hat im Februar einen leichter Dämpfer erlitten. Nach dem positiven Start ins Jahr rutschten die Ausfuhren im Februar leicht ins Minus. Das Anlaufen der Corona-Impfkampagnen zeigt sich in der Statistik.

Insgesamt nahmen die Exporte gegenüber Januar saisonbereinigt um 1,0 Prozent auf 18,70 Milliarden Franken ab, wie den Zahlen der Eidgenössischen Zollverwaltung (EZV) vom Donnerstag zu entnehmen ist.

Im Vormonat Januar hatte noch ein sattes Plus von 5,5 Prozent resultiert. Die aktuellen Werte sind somit nach wie vor deutlich von jenen der Vor-Corona-Zeit entfernt. So hatte die Schweizer Exportwirtschaft davor zum Teil pro Monat Waren im Wert von über 20 Milliarden Franken ins Ausland abgesetzt. Als die Krise eskalierte, sanken die Ausfuhren dann auf gut 16 Milliarden Franken.

Bei den Importen kam es im Februar zu einer Stagnation. Sie nahmen um 0,2 Prozent auf 15,36 Milliarden ab. Für die Handelsbilanz ergibt dies einen Überschuss von 3,34 Milliarden Franken.

Spanien dank Lonza im Hoch
Die leicht negative Entwicklung bei den Exporten sei hauptsächlich auf die verringerten Ausfuhren chemisch-pharmazeutischer Produkte zurückzuführen, so die Zollverwaltung. Dieser Bereich steuert mehr als die Hälfte zu den gesamten Schweizer Exporten bei.

Diese Veränderung sei allerdings primär im Rahmen der üblichen Schwankungen zu sehen, sagte Marcel Sennhauser, Sprecher des Branchenverbands Scienceindustries, der Nachrichtenagentur AWP.

Doch es gibt auch einzelne Spezialeffekte infolge der Pandemie: So sind die Exporte nach Spanien auf einen Rekordwert gestiegen. «Das hat damit zu tun, dass Lonza den Wirkstoff für den Moderna-Impfstoff nach Spanien liefert, und dieser dort weiterverarbeitet wird», so Sennhauser.

Bei den Pharmaimporten fallen gegenüber dem Vormonat deutlich tiefere Werte von immunologischen Produkten auf. Sennhauser warnt jedoch davor, dies in Zusammenhang zur schleppend angelaufenen Impfkampagne zu setzen. Vielmehr habe das mit Schwankungen bei anderen Mitteln zu tun. Er geht aber davon aus, dass sich die hochvolumigen Impfdosenbestellungen demnächst bei diesem Posten in der Statistik niederschlagen werden.

Schweizer Maschinen gefragt
Besser gehalten als die Chemie- und Pharmabranche hat sich bei den Exporten im Februar die Maschinen- und die Metallindustrie, welche die Ausfuhren um mehr als 2 Prozent steigern konnten. Ökonomen verwiesen in letzter Zeit darauf, dass dieser Wirtschaftszweig nicht zuletzt von einer guten Nachfrage aus Asien profitiere.

Einen Dämpfer gab es hingegen für die Uhrenindustrie, die im Februar 3,1 Prozent weniger exportierte als im Januar. Im Vergleich zum Vorjahresmonat blieben die Werte zwar immerhin praktisch stabil. Analysten hatten jedoch eher eine Zunahme erwartet. (awp/mc/ps)

EZV

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