Schweizer Kernkraftwerke produzieren 2015 ein Drittel des Strombedarfs

AKW Leibstadt
AKW Leibstadt. (Foto: Kernkraftwerk Leibstadt AG)

KKW Leibstadt. (Foto: Kernkraftwerk Leibstadt AG)

Olten – Die fünf Schweizer Kernkraftwerke haben 2015 erneut einen bedeutenden Beitrag zur Stromerzeugung geleistet, sind aber deutlich hinter der üblichen Verlässlichkeit zurückgeblieben. Die Gründe sind Ausfälle und länger als geplante Revisionszeiten.

Die Jahresproduktion des gesamten Kernkraftwerkparks fiel rund 20% geringer aus als im Vorjahr. Insgesamt wurden 22,16 Mrd Kilowattstunden (kWh) Strom ins Übertragungsnetz abgegeben und damit rund ein Drittel des Schweizer Strombedarfs, wie es in einer Mitteilung der Fachgruppe Swissnuclear am Freitag heisst. Zudem lieferten die Anlagen Beznau (17,3 Mio kWh) und Gösgen (64,1 Mio kWh) zusammen 81,4 Mio kWh Energie (VJ 80,6 Mio kWh) in Form von Fernwärme an regionale Haushalte und Gewerbebetriebe.

Die Ursachen für den Produktionsrückgang waren den Angaben nach längere Revisionszeiten zwecks Nachrüstungen sowie ungeplante Betriebsunterbrüche, aber auch hohe Luft- und Wassertemperaturen machten mehrere Lastabsenkungen erforderlich. So ist etwa der Block 2 des AKW Beznau nach wie vor abgeschaltet – voraussichtlich noch bis Ende Juli.

Vier ungeplante automatische Reaktorschnellabschaltungen
Es gab 2015 insgesamt vier ungeplante automatische Reaktorschnellabschaltungen in den Kernkraftwerken Mühleberg, Leibstadt und Gösgen. Die Sicherheitssysteme hätten jedoch einwandfrei funktioniert. Darüber hinaus kam es zu zwei Abweichungen vom Normalbetrieb, die aber kein Eingreifen von Sicherheitssystemen erforderten.

Die durchschnittliche Arbeitsausnutzung der fünf Anlagen lag bei 76% nach 92%, die Zeitverfügbarkeit bei 70%. Normalerweise liegen diese beiden Werte in der Schweiz eigentlich deutlich über dem internationalen Durchschnitt von 70 bis 75%, wie es heisst. Ende 2015 waren 1’911 Mitarbeiter (1’871 Vollzeitstellen) in einem der Kernkraftwerke beschäftigt.

Swissnuclear ist die Fachgruppe Kernenergie von Swisselectric, wo die Stromkonzerne Alpiq, Axpo, BKW und CKW vertreten sind. Die Mitgliedsunternehmen betreiben Beznau, Gösgen, Leibstadt und Mühleberg und wollen sich in der Organisation für den sicheren und wirtschaftlichen Betrieb der Kernkraftwerke engagieren. (awp/mc/ps)

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