Schweizer Unternehmen wollen 2013 mehr investieren

Investition
(Bild: Gina Sanders - Fotolia.com)

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Zürich – Die Bruttoanlageinvestitionen in der Schweiz dürften 2013 relativ stark zunehmen. Darauf deuten die Resultate der jüngsten KOF Investitionsumfrage hin. Im Vorjahr ist die Investitionstätigkeit nach Angaben der 2300 erfassten Unternehmen hingegen lediglich um 1% gestiegen. Für das Jahr 2013 sind die Schweizer Unternehmen weitaus optimistischer. Sie rechnen mit einer nominalen Zunahme der Bruttoanlageinvestitionen von rund 11%. Damit bestätigen die Ergebnisse der Investitionsumfrage vom Frühjahr 2013 die Ergebnisse der Umfrage vom Herbst vergangenen Jahres.

Mit dem Abschluss der im Frühjahr 2013 durchgeführten Investitionsumfrage liegen nun bereits die zweiten Zahlen zu den Investitionsplänen für das Jahr 2013 vor. Bereits im vergangenen Herbst gaben die befragten Unternehmen ihre Einschätzungen zur erwarteten Investitionstätigkeit für das Jahr 2013 ab. Dabei wurde mit einer Zunahme der Investitionstätigkeit von rund 10% gerechnet, die Impulse für die Zunahme kamen dabei vorwiegend aus der Industrie und dem Dienstleistungssektor. Die aktuellen Ergebnisse zeigen, dass sich die Erwartungen der Unternehmen kaum verändert haben. Wie aus den aktuellen Umfrageergebnissen hervorgeht, rechnen die Unternehmen weiterhin mit einer Zunahme der Investitionstätigkeit im laufenden Jahr von rund 10%. Der Ausblick für 2014 ist hingegen pessimistischer. Kein Sektor rechnet per Saldo damit, seine Investitionstätigkeit weiter auszudehnen.

Industrie und Dienstleistungsbetriebe treiben Bruttoanlageinvestitionen
Die Industrie dürfte in diesem Jahr kräftig investieren. Wie bereits im Herbst planen die befragten Unternehmen eine Zunahme der Bruttoanlageinvestitionen von rund 10%. Dabei sollten die Ausrüstungsinvestitionen um 11% und die Bauinvestitionen um 4% steigen. Die grösste Zunahme wird in der Textilindustrie erwartet: Sowohl Ausrüstungs- als auch Bauinvestitionen dürften in dieser Branche besonders stark ansteigen. Die Branche Papier und Druckerzeugnisse meldet den grössten Rückgang – sie steht vor allem aufgrund der Digitalisierung und der Konkurrenz aus dem Ausland unter Druck. Einen starken Rückgang der Bruttoanlageinvestitionen erwartet auch der Fahrzeugbau. Dieser dürfte auf die grossen Bauinvestitionen der letzten beiden Jahre zurückzuführen sein, die nun abgearbeitet sind.

Positive Impulse vom tertiären Sektor
Neben der Industrie resultiert die Zunahme der privaten Investitionen aus den positiven Impulsen vom tertiären Sektor. Dieser rechnet wie bereits im Herbst für das laufende Jahr mit einer Zunahme der Bruttoanlageinvestitionen von ein wenig mehr als 10%. Die grössten Veränderungsraten werden dabei beim Autoservice und -handel erwartet. Sowohl die Ausrüstungsinvestitionen als auch die Bauinvestitionen dürfen in dieser Branche überdurchschnittlich zulegen. Damit reagiert die Autobranche auf die Rekordjahre 2011 und 2012, in welchen die Neuzulassungen historische Höchstwerte erreichten. Auch wenn die Anzahl der Neuzulassungen 2013 rückgängig sein dürfte, scheint sich die Branche dennoch auf den steigenden Fahrzeugbestand einzustellen.

Neben dem Autohandel und -service rechnen fast alle weiteren Branchen des Dienstleistungssektors mit einem Anstieg der Bruttoanlageinvestitionen. Lediglich die Nachrichtenübermittlung und der Bankensektor rechnen mit einer Stagnation. Auffallend an den Umfrageergebnissen ist, dass die Zunahme der Bruttoanlageinvestitionen im tertiären Sektor fast ausschliesslich auf die Zunahme von Ausrüstungsinvestitionen zurückzuführen ist, während die Bauinvestitionen stagnieren.

Weniger Optimismus im Bausektor
Der Bausektor ist im Hinblick auf die Investitionstätigkeit für das Jahr 2013 weniger optimistisch als die Industrie und der Dienstleistungssektor. Laut den Angaben der befragten Unternehmen dürften die Bruttoanlageinvestitionen in diesem Jahr um rund 4% niedriger ausfallen als im vergangenen. Dabei unterscheiden sich das Bauhauptgewerbe (–4%) und das Ausbaugewerbe (–5%) nur geringfügig. Ein sehr homogenes Bild ergibt sich auch, wenn man hier die Bruttoanlageinvestitionen nach ihrem Verwendungszweck unterteilt. Sowohl Ausrüstungs- als auch Bauinvestitionen dürften im Jahr 2013 abnehmen.

Grossunternehmen verzeichnen den grössten Zuwachs
Unterscheidet man die Umfrageteilnehmer nach der Unternehmensgrösse, so zeigt sich, dass sowohl Klein-, Mittel- als auch Grossunternehmen planen, ihre Bruttoanlageinvestitionen für das laufende Jahr zu erhöhen. Die stärkste Zunahme wird von den Grossunternehmen erwartet. Klein- und Mittelunternehmen rechnen mit niedrigeren Zuwachsraten. Auch im Hinblick auf die Ausrüstungsinvestitionen dürften Grossunternehmen die höchste Veränderungsrate aufweisen, gefolgt von den Unternehmen mittlerer Grösse. Kleinunternehmen erwarten eine leicht geringere Zunahme ihrer Ausrüstungsinvestitionen, mit einer Veränderungsrate von über 10% befindet sich diese jedoch immer noch auf einem sehr hohen Niveau. Mit einer erwarteten Veränderungsrate von etwas mehr als 5% legen auch die Bauinvestitionen bei den Kleinunternehmen kräftig zu.

Unternehmen mittlerer Grösse rechnen dagegen nicht damit, das Niveau ihrer Bauinvestitionen vom letzten Jahr halten zu können. Dafür erwarten die befragten Grossunternehmen eine Zunahme ihrer Bauinvestitionen von über 10%.

An der KOF Investitionsumfrage vom Frühjahr 2013 haben sich mehr als 2300 Unternehmen beteiligt. (KOF/mc/pg)

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