Seco senkt die BIP-Prognosen für 2017 auf 1,6 Prozent

Rezession
(Foto: Valerie Potapova - Fotolia)

Bern – Die Konjunkturprognosen für die Schweiz haben sich leicht eingetrübt. Gemäss der Expertengruppe des Bundes fiel das Wachstum der Schweizer Wirtschaft in der zweiten Jahreshälfte 2016 enttäuschend schwach aus. Die Vorlaufindikatoren zeigen im Frühjahr 2017 aber klar nach oben, und von der Weltwirtschaft kommen positive Signale. Daher wird eine Beschleunigung des Wachstums des BIP auf +1,6% im laufenden Jahr und von +1,9% im kommenden Jahr erwartet.

Gegenüber der letzten Prognose (+1,8% für 2017) entspricht dies einer leichten, technischen Korrektur nach unten, die sich aus dem schwunglosen Jahresende 2016 ergibt. Trotzdem ist für die kommenden Quartale von einer klaren Wachstumsbeschleunigung auszugehen, welche die schwache Dynamik am Jahreswechsel 2016/2017 weitgehend wettmacht.

Inlandnachfrage liefert Wachstumsimpulse
In beiden Prognosejahren dürfte die Inlandnachfrage massgebliche Wachstumsimpulse liefern. Nach einem durchwachsenen 2016 sollte sich der private Konsum vor dem Hintergrund einer Erholung des Arbeitsmarktes und eines anhaltenden Bevölkerungswachstums festigen. Angesichts noch voller Auftragsbücher im Hochbaugewerbe und öffentlicher Grossbauprojekte sollten die Bauinvestitionen in den kommenden Quartalen ebenfalls an Dynamik gewinnen. Die gestiegene Zuversicht der Schweizer Unternehmen lässt zudem erwarten, dass die Ausrüstungsinvestitionen im Prognosezeitraum moderat expandieren werden.

Exportwachstum könnte breiter abgestützt sein als noch 2016
Nach dem starken vergangenen Jahr beim Aussenhandel sollte 2017 und 2018 eine gewisse Normalisierung hin zu moderateren Wachstumsraten stattfinden. Der Aussenhandel dürfte in beiden Prognosejahren positiv zum BIP-Wachstum beitragen. Die freundlichen Aussichten für die Weltwirtschaft strahlen auch auf die Schweizer Exporte aus. Vorausgesetzt der Schweizer Franken erfährt keine weitere starke Aufwertung, könnte das Exportwachstum breiter abgestützt sein als im vergangenen Jahr. Beispielsweise gibt sich die Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie zuversichtlich und könnte von den anziehenden Wachstumsraten in den Exportmärkten profitieren.

Belebung des Arbeitsmarktes
Am Arbeitsmarkt scheint sich die Trendwende nach der Konjunkturabschwächung von 2015 allmählich zu vollziehen. Die Anzahl registrierter Arbeitsloser ist saison- und zufallsbereinigt bereits seit dem September 2016 leicht rückläufig. Zudem weisen Stimmungsindikatoren zum Arbeitsmarkt auf eine gestiegene Zuversicht hin. Im Zuge der konjunkturellen Erholung erwartet die Expertengruppe daher eine Belebung des Arbeitsmarktes. Die Arbeitslosenquote sollte graduell auf 3,2% im Jahresmittel 2017 und schliesslich auf 3,1% im Jahresmittel 2018 zurückgehen. Gleichzeitig dürfte sich der Beschäftigungszuwachs, nach einer schwachen Entwicklung im vergangenen Jahr, auf 0,4% respektive 0,6% in den Jahren 2017 und 2018 beschleunigen. (Seco/mc/pg)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.