SGS 2011: Umsatz steigt leicht

Chris Kirk

SGS-CEO Chris Kirk.

Genf – Der Genfer Warenprüfkonzern SGS erhielt im Geschäftsjahr 2011 auf dem eingeschlagenen Wachstumskurs einen Dämpfer. Der starke Schweizer Franken drückte stark auf die Umsatzentwicklung. Im neuen Jahr will das Unternehmen wieder an Fahrt aufnehmen.

Den Umsatz steigerte SGS leicht auf 4,80 Mrd CHF nach 4,76 Mrd im Vorjahr. Die Ergebnisse litten unter dem starken Schweizer Franken. Schliesslich habe sich dieser gegenüber fast allen Währungen aufgewertet, mit welchen die Gruppe Geschäfte betreibe, heisst es in der Mitteilung vom Dienstag.

In Lokalwährungen wuchs der Umsatz um 14% und ohne Akquisitionen um 11%. Insgesamt hat SGS im vergangenen Jahr 22 Akquisitionen mit geschätzten Umsätzen von insgesamt 80 Mio getätigt. Die Zukäufe generieren einen geschätzten operativen Gewinn (EBIT) von 16 Mio auf annualisierter Basis.

Rückläufige Ergebnisse
Der EBIT vor ausserordentlichen Faktoren der Gruppe ging im Berichtsjahr um 3,9% auf 815 Mio zurück. In Lokalwährungen wäre der EBIT allerdings um 11% gewachsen. Die entsprechende Marge erreichte 17,0 (17,8)%. Nach ausserordentlichen Faktoren lag der EBIT bei 790 Mio oder 5,5% unter dem Vorjahr. Unter dem Strich resultierte ein um 9% (+4,9% in LW) tieferer Reingewinn (nach Minderheiten) von 534 Mio CHF.

Resultate im Rahmen der Erwartungen
Mit den Zahlen für 2011 hat SGS die Vorgaben der Analysten in etwa getroffen. Im Durchschnitt (AWP-Konsens) hatten die Experten mit einem Umsatz von 4,78 Mrd, einem EBIT vor Sonderfaktoren von 805 Mio und einem Reingewinn von 542 Mio gerechnet.

Dividende von 65 Franken je Aktie
Den Aktionären wird – wie im Vorjahr – die Ausschüttung einer Dividende von 65 CHF je Aktie vorgeschlagen, davon 30 CHF als ordentliche und 35 CHF als ausserordentliche wegen der starken Cash-Situation. Der operative Cash Flow betrug 690 Mio. Weiter lanciert der Konzern ein neues Aktienrückkaufprogramm über bis zu 250 Mio CHF.

Per Ende Jahr resultierte eine Netto-Schuldenposition von 95 Mio, nachdem per Ende 2010 noch eine Nettocashposition von 259 Mio zu Buche gestanden hatte. Dies begründet SGS unter anderem mit dem Dividendenabfluss von 494 Mio sowie mit dem Abfluss für Treasury-Aktien über 50 Mio CHF.

Starkes Wachstum bei Minerals und Automotives
Wachstum sei in allen Regionen und vor allem in den Sparten Minerals, Consumer Testing, Industrial Services und Environmental Services erzielt worden, heisst es weiter. Allerdings erzielte SGS im noch relativ kleinen Bereich Automotive Services das grösste Wachstum. Dort kletterte der Umsatz vor allem dank Akquisitionen um 39% (+58% in LW) auf 270 Mio in die Höhe. Organisch sei der Bereich um 7,1% gewachsen.

Der wichtigere Bereich Mineral Services legte mit dem Umsatz um 10% (+24%) auf 678 Mio zu. Hier ist SGS praktisch nur organisch gewachsen. Die Sparte habe von sehr guten Bedingungen im Minensektor in Westafrika, Südamerika, Kanada, China oder Australien profitiert. Die EBIT-Marge konnte so auf 19,4% von 18,7% gesteigert werden.

Ein zweistelliges Umsatzplus in Lokalwährungen erzielte SGS weiter bei Life Science Services, Consumer Testing, Industrial Services und Environmental Services.

2012 starkes Wachstum erwartet
Im Ausblick auf das Geschäftsjahr 2012 schreibt SGS, es sei weiterhin mit einem schwierigem Umfeld zu rechnen. Dennoch prognostiziert das Unternehmen ein starkes Umsatzwachstum sowie einen bereinigten EBIT über dem Wert von 2011. Derweil werde das Investitionsprogramm 2014 unvermindert fortgesetzt, heisst es weiter. (awp/mc/pg)

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