Siegfried erhöht 2020 Gewinn und Dividende

Wolfgang Wienand
Siegfried-CEO Wolfgang Wienand. (Foto: Siegfried)

Zofingen – Der Pharmazulieferer Siegfried ist im Geschäftsjahr 2020 auch während der Coronavirus-Pandemie profitabel gewachsen. Und nach dem Kauf von zwei Novartis-Standorten werden die Zofinger in eine neue Grössenliga aufsteigen.

Die Verkäufe nahmen im Berichtsjahr um 1,4 Prozent auf 845,1 Millionen Franken zu, wie die Gesellschaft am Mittwoch mitteilte. Der erstarkte Schweizer Franken schmerzte Siegfried: In Lokalwährung gerechnet hätte ein Plus von 4,5 Prozent resultiert.

Unter dem Strich verdiente Siegfried 60,9 Millionen Franken, das sind 14,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Dividende wird um 20 Rappen auf 3,00 Franken je Aktie angehoben.

Kern-Ergebnisse
Fast so gut sieht es aus, wenn man auf die von Siegfried hervorgehobenen «Kern-Ergebnisse» abstellt. Diese schliessen aussergewöhnliche Aufwendungen und Erträge aus.

Der Betriebsgewinn «Core-EBITDA» kletterte nach diesen Angaben um 6,2 Prozent auf 149,4 Millionen Franken, die entsprechende Marge wurde um 0,8 Prozentpunkte auf 17,7 Prozent verbessert. Der «Core-Reingewinn» nahm um 10,4 Prozent auf 72,5 Millionen zu.

Mit diesen Zahlen wurden die Erwartungen der Analysten übertroffen.

Wachstum in beiden Bereichen
Siegfried spricht von einem «robusten» Ergebnis in einem wegen der Coronavirus-Pandemie anspruchsvollen Umfeld. Es sei weitestgehend gelungen, die Produktion und die Auslieferung aufrechtzuerhalten. Die Ausfälle hätten sich insgesamt in Grenzen gehalten.

Das Geschäft mit Wirksubstanzen und Zwischenprodukten, es trägt rund drei Viertel zum Umsatz bei, wuchs um 1,4 Prozent auf 647,8 Millionen Franken. Mit sogenannten Fertigformulierungen (Tabletten und sterile Abfüllungen) setzte Siegfried mit 197,2 Millionen Franken 1,2 Prozent mehr um.

Ab Mitte 2021 wird zudem der Auftrag von Biontech einschenken. Siegfried wird ab dann am Standort Hameln (DE) den Biontech-Impfstoff unter sterilen Bedingungen in Fläschchen abfüllen.

Milliarden-Liga
Mit der zu Jahresbeginn abgeschlossenen Übernahme von zwei grossen Standorten von Novartis in Barcelona ist Siegfried auf der nächsten Stufe angekommen. Die Firma gehöre nun zur Spitzengruppe in der Vertragshersteller-Industrie, erklärte Siegfried. Das Segment Drug Products werde damit künftig einen deutlich grösseren Teil zum Umsatz der Gruppe beisteuern.

Für das Geschäftsjahr 2021 rechnet Siegfried entsprechend mit einem bedeutenden Umsatzsprung auf deutlich über eine Milliarde Franken. Die Profitabilität werde dabei weiter in Richtung des Zielbereichs einer Core-EBITDA-Marge um 20 Prozent steigen.

Auf die mittelfristige Entwicklung blicke Siegfried «mit gesundem Optimismus». Das Unternehmen erwartet ein «robustes» organisches Wachstum bei einer weiteren schrittweisen Ausweitung der Profitabilität. Gleichwohl sollten die Prognosen wegen der globalen Unsicherheit «mit einer gewissen Vorsicht» behandelt werden, heisst es. (awp/mc/ps)

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