Siegfried erleidet Gewinneinbruch wegen Coronavirus-Krise

Siegfried
(Foto: Siegfried)

Zofingen – Beim Pharmazulieferer Siegfried ist im ersten Halbjahr 2020 der Umsatz und vor allem der Gewinn deutlich geschrumpft. Grund dafür war die Coronavirus-Krise. In Erwartung eines stärkeren zweiten Halbjahres bestätigen die Zofinger ihren Jahresausblick dennoch.

Die Verkäufe nahmen um 1,5 Prozent auf 388,1 Millionen Franken ab, wie die Gesellschaft am Donnerstag mitteilte. Der erstarkte Schweizer Franken schmerzte Siegfried etwas: In Lokalwährung gerechnet hätte ein Plus von 2,2 Prozent resultiert.

Unter dem Strich verdiente Siegfried 20,7 Millionen Franken, ein Drittel weniger als im Vorjahr. Mit diesen Zahlen wurden die Erwartungen der Analysten gewinnseitig verfehlt.

Siegfried macht die Corona-Pandemie für die rückläufigen Zahlen verantwortlich. Die Lockdown-Massnahmen hätten etwa zu Verzögerungen in der weltweiten Gesundheitsversorgung geführt. Zudem hätten Kunden ihre Abnahmemengen deutlich verringert, weil weniger Therapien verschoben wurden während des Lockdowns.

Schliesslich war ein wichtiges Werk in Nantong (China) während zwei Wochen komplett geschlossen. Gleichzeitig seien die Kosten bei Siegfried – in Erwartung eines deutlich höheren Volumens – leicht gestiegen. Der Personalbestand zum Beispiel stieg um 3,7 Prozent auf knapp 2500 Mitarbeitende.

Kern-Ergebnisse
Besser sieht es aus, wenn man auf die von Siegfried hervorgehobenen „Kern-Ergebnisse“ abstellt. Diese schliessen aussergewöhnliche Aufwendungen und Erträge aus.

Der Betriebsgewinn „Core-EBITDA“ sank nach diesen Angaben um 12,4 Prozent auf 58,1 Millionen Franken. Die entsprechende Marge ging um 1,3 Prozentpunkte auf 15,0 Prozent zurück. Der „Core-Reingewinn“ sank um 30,5 Prozent auf 21,5 Millionen.

Die Verkäufe von Wirksubstanzen und Zwischenprodukten war laut den Angaben stärker von Covid-19 betroffen. Dieses Geschäft trägt rund drei Viertel zum Umsatz bei und sank um 3 Prozent auf 290,2 Millionen Franken. Mit sogenannten Fertigformulierungen (Tabletten und sterile Abfüllungen) setzte Siegfried mit 97,9 Millionen Franken 3 Prozent mehr um.

Ziele bestätigt
Für das Geschäftsjahr 2020 bekräftigt Siegfried die geltende Prognose. Demnach soll der Umsatz in Lokalwährungen im unteren einstelligen Prozentbereich wachsen und die Core-EBITDA-Marge leicht steigen. 2019 lag die Kennzahl bei 16,8 Prozent. Denn das Unternehmen erwarte eine stärkere zweite Jahreshälfte. (awp/mc/ps)

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