SIG spürt hohe Rohstoffkosten

SIG spürt hohe Rohstoffkosten
(Bild: SIG)

Neuhausen – Der Industriekonzern SIG hat im ersten Quartal 2022 den Umsatz zwar klar gesteigert. Im Hinblick auf die ebenfalls steigenden Rohstoffkosten leidet das Unternehmen aber unter Margendruck.

Grundsätzlich seien die Zahlen zum Startquartal aber wegen einer geografischen Neuaufteilung der einzelnen Ländersparten und der Schliessung eines Werks im Vorjahr nur bedingt mit dem Vorjahresquartal vergleichbar. Konkret legte der Umsatz um gut 10 Prozent auf 496,7 Millionen Euro zu, wie der Verpackungsspezialist am Dienstag mitteilte.

Höhere Kosten, höhere Preise
Der Getränkeverpackungshersteller kämpft aber auch mit steigenden Fracht-, Energie- und Arbeitskosten. Bisher hätten indes Effizienzsteigerungen in der Firma gut dazu beigetragen, den Kostenanstieg zu kompensieren, sagte CEO Samuel Sigrist am Dienstag an einer Telefonkonferenz.

Daneben hätten die bereits durchgesetzten Preiserhöhungen das Wachstum ab März zusätzlich gestützt: «Die Preiserhöhungen und -verhandlungen sind in vollem Gange und entwickeln sich im Rahmen der Erwartungen», versicherte Sigrist anlässlich der Zahlenpräsentation zum ersten Quartal. Man rechne indes erst in den nächsten Quartalen damit, dass sich die positiven Folgen der Preisanpassungen vollumfänglich auswirken werden.

Auf Kostenseite fahre man zudem eine konsequente Hedging-Politik, ergänzte der Finanzchef Frank Herzog. Für 2022 seien rund 60 Prozent der Polymer- und Aluminiummengen bereits abgesichert. Die höheren Rohstoffkosten teilen sich laut Herzog zudem in zwei Kategorien auf. Zwei Drittel des Anstiegs gehe auf fixe Input-Kosten zurück und ein Drittel der Zunahme auf steigende Kosten an den Spotmärkten.

«Generell betragen die ungesicherten Rohstoffkosten rund 5 Prozent des Umsatzes aus dem Jahr 2021», präzisiert Herzog. Im vergangenen Geschäftsjahr erzielte das Unternehmen einen Umsatz von gut 2 Milliarden Euro.

Margen unter Druck
Trotzdem geraten die Margen von SIG zunehmend unter Druck. Zwar stieg das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis (EBITDA) leicht auf 118,7 Millionen Euro. Die entsprechende Marge ging indes um gut 2 Prozentpunkte auf 23,9 Prozent zurück.

SIG begründet dies mit einer ungewöhnlich hohen Marge im Vorjahr, dank eines starken Umsatzwachstums und damals noch positiven Effekten aus den Rohmaterialkosten. Die Marge liege zudem im langjährigen Schnitt, betonte der CEO.

Für das Gesamtjahr bestätigt das Unternehmen indes die Prognose vom März. Demnach wird mit einem währungsbereinigten Umsatzwachstum im Bereich von 22 bis 24 Prozent gerechnet sowie mit einer bereinigten EBITDA-Marge von rund 26 Prozent. Dies gilt unter der Voraussetzung, dass sich die Inputkosten und die Wechselkurse nicht wesentlich verändern.

Kein Gefallen finden die tieferen Margen derweil an der Börse. Die SIG-Aktien fallen am Dienstagmorgen nach einem freundlichen Start ins Minus und notieren am Vormittag rund 1,5 Prozent im Minus bei 20,25 Franken. Der Gesamtmarkt zeigt sich derweil insgesamt positiv (SPI +0,55%). (awp/mc/ps)

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