Sika bleibt auf Wachstumskurs und stellt Rekordgewinn in Aussicht

Paul Schuler
Sika-CEO Paul Schuler. (Foto: Sika)

Baar – Sika setzt seinen Höhenflug fort. Für das vergangene Geschäftsjahr meldet der Hersteller von Bauchemie einen Umsatz von 6,25 Mrd CHF. Das sind mehr als vom Unternehmen in Aussicht gestellt und auch mehr als von Analysten erwartet. Auch beim Gewinn rechnet Sika mit einem Rekord und blickt zudem optimistisch in die Zukunft. Die Valoren der Innerschweizer erklimmen in der Folge neue Rekordwerte.

Dank Wachstum in allen Weltregionen, der Eröffnung neun neuer Fabriken und dreier Ländergesellschaften sowie nicht zuletzt dank sieben Firmenübernahmen steigerte Sika den Umsatz in Lokalwährungen gerechnet um 8,9%, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Angepeilt hatte Sika ein Wachstum von 6 bis 8%.

Damit hat sich das Wachstumstempo im letzten Jahresviertel beschleunigt, hatte es doch nach neun Monaten noch bei 7,9% gelegen. Konkret betrug das Wachstum in den Monaten Oktober bis Dezember 12,0%, Akquisitionen ausgerechnet noch 8,5%.

Wachstum in allen Regionen
Wie Sika weiter mitteilt, erzielten alle Regionen Umsatzsteigerungen und bauten ihre Marktanteile weiter aus. Überdurchschnittlich hohe Zuwachsraten bei den Einnahmen erzielte der Konzern laut Mitteilung in den USA, in Mexiko, in Argentinien und in China.

In der mit Abstand grössten Konzernregion EMEA (Europa, Naher Osten, Afrika) steigerte Sika die Verkäufe in Lokalwährungen um 7,4%, nach 4,8% im Vorjahr. Die Region Lateinamerika erhöhte den Umsatz um 3,2%, nach einem Plus von 5,0% im Vorjahreszeitraum. Die Erlöse in der Region Asien/Pazifik legten um 5,2% zu, nach einem Zuwachs von 3,6% im Vorjahr.

Das stärkste Umsatzwachstum erwirtschaftete Sika mit 18,4% (VJ 7,8%) in der Region Nordamerika, wovon allerdings rund 8,5% auf Akquisitionen zurückgingen. In den USA alleine betrachtet gingen die Verkäufe um 20% hoch – womit der Konzern deutlich schneller als der lokale Baumarkt gewachsen sei.

Im Bereich „Übrige Segmente und Aktivitäten“ erzielte Sika den Angaben zufolge ein Wachstum von 13,8%. Darin eingerechnet ist der Geschäftsbereich Automotive, der im vierten Quartal um deutliche 19,3% gewachsen sei.

Rekordgewinn erwartet
Für das Gesamtjahr 2017 stellt der Konzern unverändert einen Betriebsgewinn auf Stufe EBIT von 880 bis 900 Mio CHF in Aussicht. Es werde neue Rekordzahlen beim Betriebsergebnis und beim Gewinn geben.

Für das laufende Geschäftsjahr geht Sika neu von einer Umsatzsteigerung von über 10% aus. In den letzten drei Jahren hatte das Wachstumsziel jeweils 6 bis 8% in Lokalwährungen gelautet. Das Unternehmen beabsichtigt zudem, den Betriebsgewinn für 2018 erneut überproportional zu steigern.

Nichts lässt Sika zum Übernahmestreit mit der französischen Gruppe Saint-Gobain verlauten. Zuletzt hatte das Zuger Kantonsgericht die Blockade des Verkaufs durch den Sika-Verwaltungsrat gestützt. Die in der Schenker-Winkler-Holding organisierten Unternehmenserben fochten den Entscheid aber an.

Auch Aktie auf Rekordjagd

Die Sika-Aktien markierten nach den über den Erwartungen ausgefallen Zahlen mit 8’315 CHF einen neuen Rekordwert. Zu Börsenschluss legten sie um 2,2% auf 8’305 CHF zu und distanzierten so den am SMI gemessenen Gesamtmarkt (+0,73%) deutlich.

Analysten zeigten sich insbesondere vom starken Abschneiden Sikas im vierten Quartal positiv überrascht. Angesichts steigender Rohstoffpreise sei wohl ein Teil des Wachstums aber auf Vorkäufe von Sika-Kunden zurückzuführen, relativierte ein Experte.

Händlern zufolge gab es aber auch eine weitere treibende Kraft hinter der jüngsten Rekordjagd der Sika-Aktien: Die Hoffnung auf einen baldigen positiven Entscheid des Obergerichts des Kantons Zug in der der Sache Saint-Gobain. (awp/mc/ps)

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