Sika muss sich von einem erheblichen MBCC-Teil trennen

Sika
(Bild: Sika)

Zürich – Der Bauchemikalienhersteller Sika darf sich die MBCC Group nicht ganz einverleiben. Von mehr als einem Viertel der früheren BASF-Tochter muss sich Sika trennen, um grünes Licht für den Deal zu erhalten. Die Innerschweizer hatten den grössten Zukauf der Firmengeschichte vor bald einem Jahr angekündigt.

Zwar hat Sika von vielen Aufsichtsbehörden eine bedingungslose Zulassung erhalten. Andere stören sich hingegen an der starken Marktposition, die Sika im Bereich Betonzusätze (Admixture) erreichen würde. Daher wurde der Verkaufsprozess für einen Teil dieses MBCC-Geschäfts gestartet, sagte Konzernchef Thomas Hasler am Dienstag an einem Investorentag.

Das im Schaufenster stehende Geschäft bringt einen Jahresumsatz von 850 Millionen Franken auf die Waage, sagte Hasler. «Damit bleiben die restlichen 2,15 Milliarden von MBCC bei uns», so der Sika-Lenker. Bedenken hätten etwa die Behörden in Nordamerika (USA und Kanada), in Europa (Grossbritannien und Schweiz) sowie in Neuseeland und Australien angemeldet.

Lange Liste an Interessenten
Hasler ist zuversichtlich für den Verkaufsprozess. Die zum Verkauf stehenden Geschäfte hätten ein «reges» Interesse im Markt geweckt, sagte er. Die Liste der möglichen Interessenten sei lang.

Sika wird sich dabei von dem Geschäft als Ganzes trennen und nicht regional vorgehen. «Wir planen, die Bereiche an einen einzelnen Käufer zu veräussern», sagte Hasler.

Den steigenden Zinsen zum Trotz: Den milliardenschweren Kauf des früheren BASF-Bauchemiegeschäfts wird Sika via Fremdkapital finanzieren. «Es ist keine Kapitalerhöhung vorgesehen», sagte Finanzchef Adrian Widmer. Die Brückenfinanzierung der Banken werde mit eigenen Cash-Beständen, bestehenden Kreditlinien sowie neuen Anleihen abgelöst, sagte er.

Finanzierungskosten steigen
Die Zinskosten für MBCC steigen aber, räumte Wider ein. Dieser rechnet nun mit jährlichen Zinskosten von 90 Millionen Franken, die aus der Finanzierung des Deals erwachsen.

Sika lässt sich den Kauf der früheren BASF-Bauchemie 5,5 Milliarden Franken kosten. Der Deal war vergangenen November angekündigt worden. Weil die Behörden zum Teil vertiefte Prüfungen angeordnet haben, ist der ursprüngliche Zeitplan durcheinandergeraten. (awp/mc/pg)

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