Sika wächst im dritten Quartal rasant – Prognose bestätigt

Sika wächst im dritten Quartal rasant – Prognose bestätigt
Sika-CEO Paul Schuler. (Foto: Sika)

Baar – Das Bauchemieunternehmen Sika befindet sich nach neun Monaten des Geschäftsjahres 2019 erneut auf Rekordkurs. Das Wachstumstempo hat sich zuletzt gar noch beschleunigt, wobei auch Übernahmen geholfen haben. Aber auch organisch wuchs das Unternehmen rasant und der Gewinn legte kräftig zu.

Positiv beim Umsatz wirkten sich insbesondere die erstmalige Konsolidierung des im Mai übernommenen französischen Mörtelherstellers Parex sowie weitere Akquisitionen aus. Die Übernahme von Parex ist der grösste Deal in der Geschichte von Sika.

Parex bringt bereits Synergien
Die Integration von Parex und die Realisierung des gemeinsamen Geschäftspotenzials seien in vollem Gange und verliefen sehr erfolgreich, teilte Sika am Donnerstag mit. In mehr als 20 Ländern seien voll integrierte Managementstrukturen etabliert und es seien auch bereits Erfolge durch den gemeinsamen Einkauf sowie mit Cross-Selling-Aktivitäten erzielt worden.

Die prognostizierten Synergien dürften deshalb im oberen Bereich der kommunizierten Bandbreite von 80 bis 100 Millionen Franken erreichen. Sika bestätigt damit Aussagen vom Investorentag von Anfang Monat.

Unter anderem dank der Parex-Akquisition kletterte der Umsatz in den ersten neun Monaten im Vergleich zur Vorjahresperiode um knapp 13 Prozent auf 6,01 Milliarden Franken. Ohne den negativen Währungseinfluss ergab sich gar ein Wachstum von über 15 Prozent.

Aber auch aus eigener Kraft wuchs Sika zuletzt schneller als noch in den ersten sechs Monaten. So erreichte das organische, also um Währungs- und Akquisitionseffekte bereinigte, Wachstum einen Wert von 4,1 Prozent. Im ersten Halbjahr hatte diese Marke noch bei 3,1 Prozent gelegen.

Auf Gewinnebene macht das Unternehmen ebenfalls weitere Fortschritte, auch wenn hier die Transaktion mit Parex noch etwas bremst. Der operative Gewinn (EBIT) verbesserte sich um gut 10 Prozent auf 805,9 Millionen Franken und der Reingewinn um 7,4 Prozent auf 566,8 Millionen Franken. Im operativen Ergebnis sind Einmalkosten für die Übernahme und die Integration von Parex in der Höhe von 38,5 Millionen enthalten.

Marge noch unter neuer Zielvorgabe
Die operative Marge erreichte 13,4 Prozent. Sie liegt damit unter dem am Investorentag vor drei Wochen kommunizierten neuen Zielband von 15 bis 18 Prozent, was damals allerdings bereits angekündigt wurde. Die EBIT-Marge werde in den Geschäftsjahren 2019 und 2020 noch unter 15 Prozent liegen, hatte Konzernchef Paul Schuler Anfang Monat gesagt. Die grösste Akquisition der Firmengeschichte müsse erst noch verdaut werden, meinte er mit Blick auf Parex.

Für 2019 bestätigte Sika die bisherigen Prognosen. Demnach wird ein Umsatz von erstmals über 8 Milliarden Franken sowie ein Wachstum des operativen Gewinns im zweistelligen Prozentbereich in Aussicht gestellt.

Darüber hinaus will Sika aber weiter zulegen. Gemäss der vor drei Wochen vorgestellten „Strategie 2023“ soll das Wachstumsmodell ausgebaut werden. Mit dem Fokus auf Marktdurchdringung, Innovation, operationelle Effizienz, Akquisitionen und Nachhaltigkeit strebt das Unternehmen bis 2023 jährlich ein Wachstum im Bereich von 6 bis 8 Prozent an.

Marktkreise kommentierten die Zahlen mehrheitlich wohlwollend. Sika hat mit den vorgelegten Zahlen die Gewinnerwartungen der Analysten in etwa erreicht, ist aber noch stärker gewachsen als prognostiziert. Der vorliegende Zahlenkranz sei „stark“ und bestätige die positive Investmentthese, hiess es etwa in einem Kommentar der Credit Suisse. Die Aktie legt bis kurz nach Mittag um 1,2 Prozent zu, liegt damit aber unter dem Tageshoch. (awp/mc/ps)

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