Sika verfehlt Erwartungen nach schwachem viertem Quartal

Sika verfehlt Erwartungen nach schwachem viertem Quartal
(Foto: Sika)

Baar – Ein schwaches Schlussquartal hat Sika die Jahresbilanz 2025 verhagelt. Belastend wirkten der starke Franken und der chinesische Markt. Der Bauchemiekonzern musste daher seine Gewinnprognose für das zurückliegende Jahr senken. Die Börse reagiert ungnädig.

Nach Jahren rasanten Wachstums – auch gestützt durch zwei sehr grosse Akquisitionen – legten die Innerschweizer 2025 den Rückwärtsgang ein. Wie der Konzern am Dienstag mitteilte, schrumpften die Verkäufe um 4,8 Prozent auf 11,20 Milliarden Franken.

Währungseffekte ausgeklammert wäre Sika um 0,6 Prozent gewachsen, betonte der Konzern. Vor allem der schwache US-Dollar belastete aber die Rechnung. Akquisitionen steuerten noch 1,0 Prozent zum Wachstum bei.

Baugeschäft in China
Organisch ist das Unternehmen damit im vergangenen Jahr um 0,4 Prozent geschrumpft. Seit dem dritten Quartal 2025 kann Sika nicht mehr aus eigener Kraft wachsen.

Diese Entwicklung hängt stark mit der schwachen Nachfrage in China zusammen. Das dortige Baugeschäft erlitt laut Sika einen zweistelligen Umsatzrückgang, weshalb die Verkäufe im Asien-Pazifik-Raum um 5,2 Prozent abnahmen.

Auf diese Entwicklung hatte Sika vergangenen Herbst mit einem Stellenabbau reagiert. Weltweit werden bis zu 1500 Arbeitsplätze abgebaut, ein grosser Teil davon im Reich der Mitte.

Shutdown in den USA
Gleichzeitig trübten sich in der Region Americas (Nord- und Südamerika) die Bedingungen in der zweiten Jahreshälfte ein. Gerade auch der lange «Shutdown» der US-Regierung habe die gewerbliche Bautätigkeit negativ beeinflusst. Ein «Lichtblick» seien die hohen Investition in Rechenzentren.

«Die globalen Märkte waren im vierten Quartal schwach», resümierte Firmenchef Thomas Hasler in dem Communiqué. Hoffnungen auf eine baldige Trendwende machte der Sika-Lenker nicht: Die globalen Marktbedingungen dürften bis in die erste Hälfte des Jahres 2026 verhalten bleiben.

Marge fällt tiefer aus
Gleichzeitig startet Sika dank der Sparmassnahmen mit einer schlankeren Kostenstruktur in das laufende Jahr, betonte das Unternehmen. Das Programm bringt aber auch Kosten mit sich – und davon sind bereits 90 Millionen angefallen.

Doch auch diese Sonderposten ausgeklammert stellt Sika nur noch eine Betriebsgewinn-Marge vor Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA) von «leicht über» 19 Prozent in Aussicht. Im Herbst hatte das Unternehmen noch 19,5 bis 19,8 Prozent versprochen.

Die tiefere Prognose spiegelt die Auswirkungen schwächerer Märkte auf das organische Umsatzwachstum im vierten Quartal wider, erklärte Sika dazu. Die Antwort der Börse darauf: Gegen Mittag sackten die Aktien um fast 8 Prozent ab.

Banker für den Verwaltungsrat
Neben den Umsatzzahlen für 2025 hat Sika auch Veränderungen im Verwaltungsrat angekündigt. Konkret werden der Generalversammlung im März Barbara Frei und Lukas Gähwiler zur Wahl vorgeschlagen.

Gähwiler ist bekannt für seine langjährige Führungsrolle im Schweizer Bankensektor. Er wird im Frühjahr 2026 nach einer rund 45-jährigen Karriere im Bankwesen als Vizepräsident der UBS zurücktreten. (awp/mc/ps)

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