Sonova erhöht Jahresumsatz 2015/16

Lukas Braunschweiler

Sonova-CEO Lukas Braunschweiler. (Foto: Sonova)

Stäfa – Der Hörsystem-Hersteller Sonova hat im Geschäftsjahr 2015/16 (per Ende März) den Umsatz gesteigert, unter dem Strich aber weniger verdient als im Vorjahr. Gleichwohl sollen die Aktionäre in den Genuss einer höheren Dividende kommen. Für das laufende Geschäftsjahr wird ein «solides Wachstum» bei Umsatz und Rentabilität angepeilt.

Trotz verschiedener Herausforderungen habe das Unternehmen in der zweiten Jahreshälfte eine starke sequentielle Zunahme von Umsatz und Gewinn verzeichnet, teilt Sonova am Mittwoch mit. Im Hörgeräte-Geschäft, das den Grossteil zum Umsatz beisteuert, seien «solide Fortschritte» erzielt worden, lässt sich CEO Lukas Braunschweiler zitieren. Und das kleinere Implantate-Geschäft sei nach einem verhaltenem Beginn in der zweiten Jahreshälfte in allen Regionen wieder gewachsen.

Alles in allem führte dies zu einem 1,8% höheren Jahresumsatz von 2,07 Mrd CHF. In Lokalwährungen (LW) betrug das Umsatzwachstum 5,8%, womit es leicht unter der Zielsetzung des Managements (6% bis 8%) zu liegen kam. Davon waren gut ein Drittel organisch, der Rest entfiel auf Akquisitionen.

Aufgeschlüsselt nach Regionen legte das Unternehmen in der Region Asien/Pazifik mit 13% (in LW) am stärksten zu, gefolgt von «Europa, Mittlerer Osten, Afrika» (EMEA) (+7,2%), «Amerika ohne USA» (+6,1%) sowie den USA (+1,8%). EMEA bleibt mit einem Anteil von 43% am Umsatz das wichtigste Absatzgebiet, dahinter folgen die USA mit einem Anteil von 37%, Asien mit nun 11% und «Amerika ohne USA» mit 9%.

Aufgeschlüsselt nach Produkten belief sich der Umsatz im Hörgeräte-Segment auf 1,89 Mrd CHF (+2,4%; +6,6% in LW) und im Bereich Cochlea-Implantate auf 187,0 Mio CHF (-3,7%; -2,4% in LW). Ein solides Wachstum bei der Zahl neuer Systeme in Europa, Asien/Pazifik und Lateinamerika sei durch einen Rückgang in den USA teilweise neutralisiert worden, heisst es zur Entwicklung bei den Implantaten.

Tieferer Bruttogewinn
Sämtliche Gewinnkennzahlen kamen unter den Vorjahreswerten zu liegen. So nahm der Bruttogewinn um 0,9% auf 1,38 Mrd CHF und der der EBITA um 5,5% auf 430,6 Mio CHF ab. Die entsprechenden Margen verringerten sich auf 66,4% (VJ 68,2) und 20,8% (22,4).

Die Margen seien durch das Währungsumfeld und das Implantat-Geschäft beeinträchtigt worden, heisst es dazu in der Mitteilung. So hätten sich unter anderem Veränderungen im Produkt- und Regionalmix negativ ausgewirkt. Ausserdem seien verschiedene Einmaleffekte spürbar gewesen. Unter Ausklammerung dieser Sondereffekte in den beiden Geschäftsjahren 2014/15 und 2015/16 wäre der EBITA in Lokalwährungen um 2,5% gestiegen, betont das Unternehmen. Das Management hatte ursprünglich eine Steigerung des EBITA (in LW) in der Bandbreite von 7% bis 11% in Aussicht gestellt.

Unter dem Strich verdiente das Unternehmen 345,8 Mio CHF, was einem Minus von 6,1% entspricht. Der Verwaltungsrat schlägt der Generalversammlung gleichwohl die Ausschüttung einer erhöhten Dividende von 2,10 CHF nach 2,05 CHF je Aktie vor. Die Ausschüttungsquote belaufe sich damit auf 41%, heisst es weiter.

Umsatzplus in LW von 4-6%
Für das laufende Geschäftsjahr 2016/17 erwartet Sonova in beiden Segmenten Hörgeräte und Implantate ein solides Wachstum bei Umsatz und Rentabilität, wie CEO Braunschweiler gegenüber AWP sagte. Beim Gesamtumsatz rechnet er konkret in Lokalwährungen mit einem Wachstum von 4% bis 6% und beim EBITA mit einem Anstieg von 3% bis 7%.

In diesem Ausblick ist allerdings kein Beitrag der kürzlich angekündigten Übernahme des holländischen Hörgeräte-Retailunternehmens AudioNova berücksichtigt. Diesen beziffert das Unternehmen in den Unterlagen zur Bilanzmedienkonferenz: Demnach rechnet es mit einem Umsatzbeitrag von 380 Mio CHF und einem EBITA-Beitrag von 50 Mio CHF. Ausserdem erwartet die Gesellschaft einmalige Transaktions- und Integrationskosten im Umfang von 15 bis 20 Mio CHF. Die noch ausstehenden Bewilligungen für die Übernahme werden gemäss den Angaben in der zweiten Jahreshälfte 2016 erwartet. Danach gebe es einen aktualisierten Ausblick, heisst es weiter.

Enttäuschte Analysten
Analysten zeigen sich in ersten Kommentaren enttäuscht. So habe das Geschäft mit Hörimplantaten nach einer schwachen Wachstumsentwicklung in der ersten Jahreshälfte entgegen anders lautenden Erwartungen nur eine leichte Belebung erfahren. Noch viel weniger weiss der Ausblick zu überzeugen. Vor allem die Gewinnprognose liegt laut den Analysten weit hinter den Konsensschätzungen zurück.

Die Sonova-Aktien sind am Mittwoch fast 10% tiefer gestartet in den Handel gestartet. (awp/mc/upd/ps)

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