Sonova in H1 mit überproportionaler Gewinnsteigerung

Sonova-CEO Lukas Braunschweiler. (Foto: Sonova)

Stäfa – Der Hörsystem-Hersteller Sonova hat im ersten Halbjahr 2012/13 den Umsatz und vor allem den Gewinn deutlich gesteigert. Dabei habe die Gruppe erstmals seit vier Jahren auch von einem positiven Währungseffekt profitiert. Erfolgreich entwickelten sich auch weiterhin die neu lancierten Produkte; dementsprechend bestätigt Sonova die für das laufende Jahr geltende Guidance.

Den Umsatz steigerte Sonova in dem per Ende September angeschlossenen Halbjahr um 14% auf 872,4 Mio CHF. In lokalen Währungen (LW) betrug das Umsatzwachstum 7,9%, wovon 5,9% auf organisches Wachstum und 2,0% auf das Wachstum aus Akquisitionen entfielen, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte

EBIT 42 % über dem Vorjahreswert
Die betrieblichen Aufwendungen nahmen in LW um 3,4% bzw. um 7,8% in Schweizer Franken und somit deutlich langsamer als der Umsatz zu. Die Bruttogewinnmarge stieg in der Folge um 50 Basispunkte auf 68,9% und der EBITA zog überproportional um 35% auf 187,0 Mio CHF an. Die entsprechende Marge stieg um 3,3 Prozentpunkte auf 21,4%. Der EBIT betrug 174,4 Mio CHF, was einem Plus von knapp 42% gegenüber dem Vorjahreswert entspricht.

Unter dem Strich verblieb ein um 44% höherer Reingewinn von 149,2 Mio. Damit wurden die Erwartungen der Auguren vor allem punkto Profitabilität deutlich übertroffen.

Wachstum regional breit abgestützt
Das Wachstum war den Angaben zufolge weltweit breit abgestützt; alle Hauptregionen hätten «starke» Wachstumsraten verzeichnet. In Europa habe das Hörgeräte-Segment vor allem in Grossbritannien und Spanien ein «beträchtliches» Wachstum erzielt, während in der Schweiz die Verkäufe unter einer geänderten Kostenerstattung gelitten hätten. Der Hörgerätemarkt in Italien und Frankreich sei «schwierig» gewesen, «ermutigend» hingegen die Entwicklung in Deutschland.

Für die Umsatzentwicklung in den USA sei vor allem die im September 2011 erfolgte Marktrückkehr von Advanced Bionics (Hörimplantate) sowie das starke Ergebnis von Unitron verantwortlich gewesen. Zudem sei es Sonova gelungen, seinen Marktanteil im Geschäft mit dem «Department of Veterans Affairs» zu behaupten. In Nord- und Südamerika (ohne USA) hätten alle Schlüsselmärkte ein «starkes» Wachstum verzeichnet. In der Region Asien/Pazifik stieg der Umsatz in LW um 9,7%.

Hörimplantate-Segment erreicht Gewinnschwelle
Das Kerngeschäft Sonovas, das Hörgeräte-Segment, hat den Umsatz um 4,5% in Lokalwährungen auf 801,2 Mio CHF gesteigert, dabei stammten 80% der Verkäufe von Produkten, die seit weniger als zwei Jahren auf dem Markt sind. Zum Wachstum hätten sowohl die Gross- als auch die Einzelhandelsaktivitäten beigetragen. Akquisitionen leisteten einen Beitrag von 2,1% zum Umsatz, das organische Wachstum wird mit 2,4% beziffert. Das Hörgeräte-Segment erzielte einen EBITA von 187,6 Mio, die Marge belief sich auf 23,4%.

Die Umsätze im Hörimplantate-Segment kletterten in Lokalwährungen um 71% auf 71,3 Mio CHF; das Segment habe von vollen sechs Verkaufsmonaten des Implantats HiRes 90K nach der Zulassung durch die FDA im September 2011 profitiert, heisst es weiter. Das Segment erreichte mit einem EBITA von 2,0 die Gewinnschwelle, nachdem im Vorjahreszeitraum noch ein EBITA-Verlust in Höhe von 20,6 Mio verzeichnet wurde.

Das Segment hatte im Vorjahr unter dem freiwilligen Rückruf des genannten Implantats im November 2010 gelitten.

Ausblick bestätigt
Der Ausblick auf das Geschäftsjahr 2012/13 wurde von Sonova bestätigt. Das Unternehmen rechnet für das Gesamtjahr weiterhin mit einem Umsatzwachstum von 79% und einer EBITA-Steigerung um 1520%, beides basierend auf konstanten Wechselkursen. Aufgrund der heutigen Währungssituation könne zudem davon ausgegangen werden, dass sich der positive Währungseffekt der ersten Jahreshälfte auch in der zweiten Jahreshälfte fortsetzt, wahrscheinlich jedoch in geringerem Masse.

«Mit unserer globalen Präsenz und unserer integrierten Strategie sind wir gut positioniert, um weiter zu wachsen, sowohl in den entwickelten Märkten als auch in den Schwellenmärkten», lässt sich CEO Lukas Braunschweiler zitieren. (awp/mc/pg)

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