Staat profitiert laut economiesuisse-Studie stark von Grosskonzernen

Staat profitiert laut economiesuisse-Studie stark von Grosskonzernen
(Foto: © Rynio Productions - Fotolia.com)

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Zürich – Die grossen Kapitalgesellschaften erwirtschaften für den Staat einen signifikanten Anteil des gesamten Steuereinkommens. Gleichzeitig ziehen sie einen wesentlichen Teil der Steuern für den Fiskus ein. Dies geht aus der Studie «Total Tax Contribution» hervor, die PwC und economiesuisse zum zweiten Mal vorlegen.

Die aktuelle Studie «Total Tax Contribution» (TTC) bestätigt die im 2009 erstmals gewonnene Erkenntnis: Die grossen Kapitalgesellschaften und insbesondere die grossen börsenkotierten Unternehmen sind als Steuerzahler überproportional wichtig. Sie sind damit unverzichtbare Stützen der Finanzierung des Staates. Zwar habe die Finanzkrise bei den Studienteilnehmern sichtbare Spuren hinterlassen. Trotzdem aber seien die von den Unternehmen insgesamt an den Staat bezahlten Steuern und Abgaben nicht gesunken, schreibt economiesuisse in einer Mitteilung. Stabilisierend auf die Steuereinnahmen des Staates wirke sich unter anderem die Branchenvielfalt der Schweizer Wirtschaft aus.

Überproportionaler Beitrag
Die 57 befragten Grossunternehmen repräsentieren weniger als 0,1 Prozent der Kapitalgesellschaften in der Schweiz. Dennoch tragen sie einen Anteil von rund vier Prozent der gesamten Steuern für Kapitalgesellschaften und ziehen für den Staat 6,3 Prozent des entsprechenden Steuervolumens ein. Mit den Lohnzahlungen an die Mitarbeitenden sind die Unternehmen indirekt für weitere bedeutende Steuereinnahmen verantwortlich. «10,3 Prozent der Steuerzahlungen von juristischen Personen in der Schweiz fliessen damit alleine durch die 57 Unternehmen, die sich an der Studie beteiligt haben», erklärt Markus R. Neuhaus, Präsident des Verwaltungsrats von PwC Schweiz.

Rund drei Viertel der Steuerzahlungen, die die an der Umfrage beteiligten Unternehmen selbst tragen, stammen von börsenkotierten Schweizer Unternehmen. Gesamthaft werden 55 Prozent der Staatseinnahmen inklusive Sozialversicherungen von 197 Milliarden Franken von Unternehmen aufgebracht. Damit leisten Grossunternehmen einen überproportionalen Beitrag an den Staat.

Hohe Steuerzahlungen trotz Krise
Wichtigste Steuerart sind die gewinnunabhängigen Steuern, auf die fast 60 Prozent der Beitragslast von juristischen Personen entfallen. Dabei handelt es sich quasi um fixe Kosten im Unterschied zu Gewinnsteuern, die von der Konjunktur beeinflusst sind. Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat sich bei der Gewinnsteuer der befragten Unternehmen stark ausgewirkt. Über die gewinnunabhängigen Steuern und Abgaben erzielt der Fiskus aber auch von jenen Unternehmen, die vorübergehend weniger Gewinnsteuern zahlen, weiterhin bedeutende Einnahmen.

Betrachte man schliesslich alle Unternehmen in der Schweiz, sind selbst die Erträge des Bundes aus der Gewinnsteuer heute wesentlich höher als noch vor der Krise. Insgesamt erreichten die Einnahmen von Bund, Kantonen, Gemeinden und Sozialversicherungen jüngst trotz Krise neue Höchstwerte. «Steuerliche Entlastungen für die Schweizer Unternehmen sind angesichts der Rekordeinnahmen des Staates nicht nur vertretbar, sondern mit Blick auf das schwierige wirtschaftliche und politische Umfeld auch absolut nötig», erklärt Pascal Gentinetta, Vorsitzender der Geschäftsleitung von economiesuisse.

Über die Studie
An der Studie haben 57 Schweizer Unternehmen mit insgesamt 123 Gesellschaften teilgenommen. Dies entspricht einer Teilnahmequote von 20 Prozent. Die Studienteilnehmer beschäftigen rund 190’000 Mitarbeitende. 39 Unternehmen sind börsenkotiert, davon 31 an einer Schweizer Börse. Die Befragung fand von Februar bis Juni 2012 statt. (economiesuisse/mc/pg)
Mithilfe eines strukturierten schriftlichen Fragebogens haben die Studienteilnehmer Daten zu ihren Geschäftsjahren 2010 und 2011 abgegeben. Die Auswertung erfolgte auf Basis verschiedener statistischer Methoden. Sie erhebt keinen Anspruch auf Repräsentativität.

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