Starrag mit schwierigem ersten Semester

Christian Walti
Starrag-CEO Christian Walti. (Foto: Starrag)

Rorschacherberg – Der Werkzeugmaschinen-Hersteller Starrag hat im ersten Halbjahr 2019 durchzogen abgeschnitten. Der seit längerem unter einer ungenügenden Rentabilität leidende Industriekonzern befindet sich derzeit in einer Phase des Umbaus. Nun kommt noch konjunktureller Gegenwind hinzu.

In dieser schwierigen Phase entwickelten sich Auftragseingang und Umsatz im ersten Semester uneinheitlich. Während der Umsatz um über 11 Prozent auf 214,5 Millionen Franken anzog, ging der Auftragseingang um gut 20 Prozent auf 172,7 Millionen zurück, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte.

Der Umsatzanstieg kam einerseits dank des hohen Auftragseingangs der Vorjahres zustande. Andererseits kamen unterstützend erste Auswirkungen verschiedener Massnahmen zur Optimierung des Projektmanagements hinzu. Verzögerungen in der Auftragsabwicklung hatten 2018 noch zu einem rückläufigen Umsatz geführt.

„Normalisierung“ des Auftragseingangs
Den Rückgang des Auftragseingangs sieht das Unternehmen als „Normalisierung“, was auch bereits früher im Jahr angekündigt wurde. Der Rückgang der Neubestellungen betraf vor allem die Regionen Asien und in geringerem Ausmass Europa, während der Auftragseingang in Nordamerika praktisch gehalten werden konnte. Nach Abnehmerindustrien verzeichnete Aerospace den grössten Rückgang, dies allerdings nach einem sehr guten Vorjahr. Weiterhin verfügt Starrag über einen hohen Auftragsbestand, welcher eine Auslastung für rund ein Jahr garantiert.

Die Profitabilität des Unternehmens bleibt weiterhin gering. So wurde der operative Gewinn (EBIT) von Restrukturierungskosten von 7,9 Millionen belastet und belief sich noch auf 0,9 Millionen Franken. Unter Ausklammerung dieser Kosten hätte eine operative Marge von 4,1 Prozent resultiert, was einer leichten Verbesserung gegenüber dem Vorjahressemester entspricht. Der Reingewinn lag mit 3,4 Millionen nur leicht unter dem Vorjahr, wobei Steuereffekte einen positiven Einfluss hatten.

Effizienzprogramm auf „richtigem Weg“
Der seit gut einem Jahr neu als CEO agierende Christian Walti hatte bereits 2018 Massnahmen zur Behebung der operativen Schwierigkeiten eingeleitet. Diese genügten allerdings noch nicht. So wurde später ein Programm unter dem Namen „Starrag 21“ lanciert, das die operativen Abläufe verbessern und auch vereinfachen soll. Starrag sieht sich mit diesem Programm gemäss der heutigen Mitteilung „auf dem richtigen Weg“.

Im April folgte dann die Ankündigung eines Sparprogramms, einer Neustrukturierung der Konzernleitung sowie einer neuen Vertriebsorganisation mit gruppenweiter Führung. Es bleibt quasi kein Stein auf dem anderen. Im Rahmen des Sparprogramms ist am Standort Mönchengladbach der Abbau von 150 Stellen geplant, womit die Kosten ab 2021 deutlich gesenkt werden sollen. Die Umsetzung des Massnahmenprogramms führt zu Einmalaufwendungen in tiefer zweistelliger Millionenhöhe, nach dessen Abschluss soll damit ab 2021 aber eine jährliche Kostensenkung von 8 bis 10 Millionen Franken resultieren. Das Jahr 2019 wurde denn auch zum Jahr der Konsolidierung und der Stabilisierung der Profitabilität erklärt.

Im Ausblick auf das Gesamtjahr 2019 heisst es, dass die Absatzmärkte „insgesamt eine gewisse Abschwächung“ zeigen würden. Je nach Abnehmerindustrie ergebe sich zwar ein differenziertes Bild, das Geschäft sei aber insgesamt volatiler geworden.

Die Prognosen vom März wurden in etwa bestätigt. Der Auftragseingang dürfte sich normalisieren, das heisst deutlich zurückgehen, und auch die operative Marge wird wegen der Restrukturierungskosten klar unter Vorjahr erwartet. Der Umsatz in Lokalwährungen dürfte hingegen gesteigert werden. (awp/mc/pg)

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