Starrag mit weniger Bestellungen nach neun Monaten

Walter Börsch
Walter Börsch, ehemaliger CEO Starrag Group. (Foto: Starrag)

Walter Börsch, CEO Starrag Group. (Foto: Starrag)

Rorschacherberg – Der Fräsmaschinen-Hersteller Starrag hat in den ersten neun Monaten 2015 einen Einbruch des Auftragseingangs verzeichnet, wozu alle Regionen beitrugen. Allerdings hat sich das Tempo des Rückgangs im dritten Quartal verlangsamt und der Auftragsbestand ist gegenüber dem Stand von Mitte Juni gar gestiegen. Auch der Umsatz und die Gewinnziffern lagen unter der Vergleichsperiode des Vorjahr. Der Ausblick auf das Gesamtjahr wurde bis auf ein Detail in der Umsatzprognose bestätigt.

Der Auftragseingang nach neun Monaten ging um gut 14% auf 229,8 Mio CHF zurück, währungsbereinigt lag das Minus bei 7,1%. Damit fiel der Rückgang geringer aus als noch im Semestervergleich. Im zweiten Quartal belief sich das Minus in lokalen Währungen auf 16% und im ersten gar auf 26%.

Abwärtstrend gestoppt
Stelle man aufgrund des längerfristigen Charakters des Anlagengeschäfts auf die jüngsten zwölf Monate ab, ergebe sich gar ein Zuwachs in lokalen Währungen von 6,0%, teilt das Unternehmen am Dienstag mit. Der Auftragsbestand lag mit 229 Mio um knapp 4,1% über dem Stand von Mitte Jahr und sorgt für Arbeit für rund neun Monate.

Der Umsatz ging um 6,4% auf 269,9 Mio zurück, hier ergab sich in Lokalwährungen ein Wachstum von 1,2%. Rückläufig waren auch die Gewinnzahlen, so reduzierte sich der EBIT um 27% auf 9,5 Mio und die EBIT-Marge um 100 Basispunkte auf 3,5%. Der Reingewinn fiel mit einem Minus von über 41% auf 5,5 Mio im Vergleich zur Vorjahresperiode noch deutlicher ab. Den Rückgang des Reingewinns erklärt das Unternehmen hauptsächlich mit der Neubewertung nicht abgesicherter Europositionen.

Bestellverhalten wird volatiler
Geografisch gesehen reduzierte sich der Bestellungseingang vor allem in den europäischen und asiatischen Märkten, in etwas geringerem Umfang aber auch in Nordamerika. Es zeige sich im aktuellen Umfeld, dass die Kunden noch vorsichtiger vorgehen und entsprechend noch kurzfristiger bestellen würden, womit die Volatilität im Bestellverhalten spürbar zugenommen habe.

Nach Abnehmermärkten betrachtet verbuchte Aerospace weniger Neuaufträge als in der starken Vorjahresperiode. Diese Entwicklung dürfte sich angesichts der geplanten Investitionen von Grosskunden mittelfristig wieder ins Positive umkehren. Der Bereich Transportation spürte erneut den Aufschub von Kundenprojekten, wobei speziell im Automobilsektor die aktuellen Wachstumsprognosen im Vergleich zum Jahresbeginn zurückhaltender ausfielen. Im Bereich Industrial hielt sich der klassische Industriesektor als wichtigstes Segment, während der Auftragseingang im Luxussegment und speziell mit Blick auf die Uhrenindustrie rückläufig war.

Ausblick „knapp“ bestätigt
Der bisherige Ausblick für das Gesamtjahr 2015 wird mehr oder weniger bestätigt. Demnach rechnet das Unternehmen mit einem in Lokalwährungen rückläufigen Auftragseingang und einem knapp gehaltenen Umsatz. Neu ist hier der Zusatz „knapp“ bei der Umsatzprognose. Die operative Marge dürfte unter dem Vorjahreswert von 4,9% bleiben. Die Prognosesicherheit habe sich allerdings angesichts der erhöhten Schwankungsanfälligkeit des Auftragseingangs seit der Semesterberichterstattung im Juli nicht verbessert.

Angesichts der Herausforderungen werde das bereits initiierte Massnahmenpaket zur Stärkung der Vertriebskraft in den neu definierten Marktsegmenten und zur Abrundung des Produktportfolios noch intensiver vorangetrieben, was mit Kostensenkungsmassnahmen verbunden sei. Ende 2014 hatte das Unternehmen eine Reorganisation nach Marktsegmenten angekündigt, mit der die Profitabilität gesteigert werden soll.

Starrag sieht sich im Industrievergleich den Währungsschwankungen unterdurchschnittlich ausgesetzt und primär von Umrechnungseffekten betroffen. Bereits rund drei Viertel der Wertschöpfung werden ausserhalb der Schweiz generiert und Material soweit möglich im Euroraum eingekauft. (awp/mc/upd/ps)

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