Starrag verdient 2019 bei höherem Umsatz deutlich weniger

Christian Walti
Starrag-CEO Christian Walti. (Foto: Starrag)

Rorschacherberg – Der Werkzeugmaschinen-Hersteller Starrag hat 2019 ein weiteres schwieriges Geschäftsjahr hinter sich gebracht. Der Gewinn ging wie schon 2018 deutlich zurück, unter anderem wegen Restrukturierungskosten. Im zum Übergangsjahr deklarierten Jahr 2020 wird es nicht einfacher.

Der Betriebsgewinn auf Stufe EBIT fiel um knapp 57 Prozent auf 4,8 Millionen Franken zurück, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Die zuvor schon tiefe operative Marge sank damit noch einmal auf noch 1,1 Prozent. Ein nochmaliger Rückgang der Marge wurde von Starrag allerdings im vergangenen Jahr wegen der aufgegleisten Effizienzmassnahmen und damit verbundenen Restrukturierungskosten bereits angekündigt.

EBIT in H2 deutlich über dem Wert des ersten Semesters
Belastet wurde das Ergebnis insbesondere von Restrukturierungskosten in der Höhe von 9,2 Millionen. Bereinigt um diese hätte ein operatives Ergebnis von 14,0 Millionen resultiert. Dank tieferer Restrukturierungskosten im zweiten Semester hat der EBIT immerhin im zweiten Semester gegenüber dem ersten deutlich zugenommen.

Der Reingewinn fiel um 18 Prozent auf 6,9 Millionen Franken zum EBIT unterproportional zurück. Hier half die Auflösung von Steuerrückstellungen aufgrund der Reform der Unternehmenssteuer in verschiedenen Kantonen. Den Aktionären soll dennoch eine unveränderte Dividende von 1,00 Franken je Aktie ausgeschüttet werden.

Bereits seit Ende Januar bekannt ist der Umsatz. Dieser stieg um knapp 8 Prozent auf 418 Millionen Franken, unter Ausklammerung der Währungseffekte gar um 9 Prozent. Der Anstieg beruht vor allem auf dem hohen Auftragseingang im Vorjahr. Zudem sind durch Massnahmen im Projektmanagement Verzögerungen in der Auftragsabwicklung teilweise wettgemacht worden.

Einbruch beim Bestellungseingang
Der Auftragseingang ging dagegen um rund einen Viertel markant auf 343 Millionen Franken zurück. Starrag sprach in diesem Zusammenhang im Januar von einer „Normalisierung nach den Rekordwerten von 2018“. Der Rückgang der Neubestellungen betraf in erster Linie die beiden bedeutendsten Abnehmerindustrien Aerospace und Industrial. Bei Aerospace gelte es zu berücksichtigen, dass das Vorjahr durch mehrere Grossaufträge geprägt gewesen sei.

Auch 2020 ein Übergangsjahr
Seit April 2019 läuft das Programm „Starrag 2021“ mit dem Ziel einer deutlichen und anhaltenden Verbesserung der Profitabilität. Zahlreiche Projekte seien bereits abgeschlossen, anderer befänden sich noch in der Umsetzung, heisst es dazu. Der seit Mitte 2018 als CEO agierende Christian Walti hatte entsprechend das Geschäftsjahr 2020 vor kurzem als weiteres Übergangsjahr bezeichnet.

Der Ausblick auf das laufende Jahr ist dementsprechend zurückhaltend. Die globale Wirtschaftsentwicklung werde auch 2020 durch zahlreiche politische und wirtschaftliche Unsicherheiten geprägt sein, die eine Prognose zusehends erschweren würden, hiess es dazu. Der Auftragseingang dürfte in Lokalwährungen im Rahmen des Vorjahres ausfallen, im günstigsten Fall leicht darüber. Für den Umsatz stellt das Unternehmen einen deutlichen Rückgang in Aussicht. Mit Blick auf die Ertragslage wird mit einem gegenüber 2019 etwas tieferen oder bestenfalls unveränderten EBIT vor Restrukturierungskosten gerechnet.

Weiter gibt das Unternehmen eine Änderung im Verwaltungsrat bekannt. Hauptaktionär Walter Fust wird das Präsidium auf die kommende Generalversammlung hin an Michael Hauser abtreten, den CEO von Tornos. Fust selber bleibt Vizepräsident des Gremiums. (awp/mc/pg)

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