StarragHeckert weiterhin auf Wachstumskurs

Frank Brinken

Frank Brinken, CEO StarragHeckert.

Rorschacherberg – Der Ostschweizer Fräsmaschinen-Hersteller StarragHeckert befindet sich auf Wachstumskurs. Sowohl Umsatz als auch Gewinn konnten deutlich gesteigert werden, auch wenn der starke Schweizer Franken belastete. Dabei verlaufe die Integration der im Januar zugekauften deutschen Werkzeugmaschinenfirma Dörries Scharmann planmässig. Im zweiten Halbjahr sei mit ähnlichen Geschäftsentwicklung wie im ersten Halbjahr zu rechnen.

Der Umsatz stieg im ersten Semester gegenüber dem Vorjahr um 90% auf 182,8 Mio CHF. Akquisitions- und währungsbereinigt wären die Verkäufe um 20% gestiegen. Insgesamt liege der Umsatz hauptsächlich wegen des schwachen Euros unter dem halben Pro-Forma-Wert des Vorjahres. Der Auftragseingang nahm um 155% auf 173,3 Mio CHF zu und stieg bereinigt noch um 70%, wie das Unternehmen am Freitagmorgen mitteilte. Den Auftragsbestand weist das Unternehmen Pro-Forma mit 230,1 Mio CHF nach 259,2 Mio per Ende 2010 aus. Ab dem zweiten Quartal ergebe sich wieder ein leicht positive Book-to-bill-Ratio von 1,02.

Betriebsergebnis mehr als verdoppelt
Das Betriebsergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) konnte StarragHeckert mit 9,3 Mio CHF mehr als verdoppeln. Die EBIT-Marge stieg auf 5,1% nach 4,0%. Unter dem Strich verdiente das Unternehmen 5,4 Mio CHF nach 3,0 Mio im Vorjahreszeitraum. Je Aktie resultierte ein Gewinn von 1,94 CHF. Währungseffekte belasteten den Gewinnausweis mit 0,6 Mio respektive 0,22 CHF je Aktie. Die Marktsegmente Maschinenbau und Transport hätten von einer deutlich gestiegenen Auslastung profitiert, heisst es weiter. Im Kundensegment Luftfahrtindustrie falle der zivile Flugzeugbau durch eine deutliche Belebung der Investitionstätigkeit auf, während sich bei den militärischen Projekten Verzögerungen ergeben hätten. In der Sparte Windenergie und in der konventionellen Energieerzeugung zeichne sich dagegen noch keine Belebung ab.

Preise erhöht
Das Wachstum im Auftragseingang von StarragHeckert sei vor allem durch die Region Europa getragen worden. Aber auch in Asien und Amerika habe man positive Zuwachsraten erzielen können. Die Frankenstärke habe die Ergebnisse nur limitiert und hauptsächlich bei der Umrechnung der Zahlen der deutschen Werke belastet. Allerdings sah sich das Unternehmen auf der Beschaffungsseite mit Preiserhöhungen und erheblich längeren Lieferfristen konfrontiert. Als Reaktion passte auch StarragHeckert die Preise an, was sich im zweiten Halbjahr positiv bemerkbar machen dürfte.

Dörries Scharmann-Integration auf Kurs
In der Bilanz lag die Summe per Ende Juni mit 320,9 Mio CHF hauptsächlich währungsbedingt um 11,5 Mio unter dem Pro-Forma-Wert von Ende 2010. Nach der Akquisition von Dörries Scharmann und der Anfang Mai abgeschlossenen Kapitalerhöhung habe sich eine komfortable Eigenkapitalquote von 53,5% ergeben. Die Integration der Akquisition in Deutschland sei auf Kurs, so die Mitteilung. Der Prozess werde von einem vierköpfigen Steuerungskomitee aus beiden Firmen geleitet und diese wird von sechs themenspezifischen Task-Force-Gruppen unterstützt, die ihre Arbeit im April aufnahmen. Priorität habe zurzeit die Erzielung von Synergien mit Blick auf die Steigerung des Auftragsvolumens.

Zurückhaltender Ausblick
Mit Blick in die Zukunft bleibe die Visibilität in den Absatzmärkten von StarragHeckert weiterhin eingeschränkt. In den Marktsegmenten Maschinenbau und Transport steige die Auslastung, die zivile Luftfahrt verzeichne hohe Auftragseingänge. Anderseits seien die durch die Schuldenkrise ausgelösten Verunsicherungen keine gute Basis für langfristige Investitionsentscheidungen. Die hohe Volatilität der Devisenmärkte und die kontinuierliche starke Aufwertung des Schweizer Frankens würden Prognosen zusätzlich erschweren. StarragHeckert erwartet aber eine weiterhin positive Entwicklung im Auftragseingang. Umsatzerlös und Ergebnisse dürften sich im zweiten Halbjahr in der gleichen Grössenordnung wie im ersten Halbjahr entwickeln. (awp/mc/ps)

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