Steuerdeal mit Berlin wird Mittwoch unterzeichnet

Wolfgang Schäuble

Wolfgang Schäuble, deutscher Finanzminister.

Berlin – Deutschland und die Schweiz wollen an diesem Mittwoch in Berlin das Steuerabkommen zwischen beiden Ländern unterzeichnen. Das kündigte am Montag das deutsche Finanzministerium an. Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf werde es zusammen mit dem deutschen Finanzminister Wolfgang Schäuble unterzeichnen, hiess es. Anschliessend wollen sich die beiden auf einer Pressekonferenz äussern.

Das Steuerabkommen zielt auf das Schwarzgeld von deutschen Steuerflüchtlingen ab. Nach Medienberichten sollen nach der Unterzeichnung auch die bislang noch unter Verschluss gehaltenen Details des Abkommens veröffentlicht werden. Das bislang nur paraphierte Abkommen verpflichtet Schweizer Banken, auf das Vermögen von bisher noch nicht entdeckten Steuerflüchtlingen aus Deutschland eine Pauschalsteuer zwischen 19 und 34% zu erheben und an den deutschen Fiskus zu überweisen. Im Gegenzug können die Betroffenen mit Straffreiheit rechnen. Das Bankgeheimnis soll weiter gewahrt bleiben. Schweizer Behörden müssen aber im Verdachtsfall Auskunft geben.

Inkrafttretung am 1. Januar 2013
Das Abkommen soll am 1. Januar 2013 in Kraft treten und Erträge deutscher Anleger in der Schweiz mindestens genau so hoch besteuern wie in Deutschland. Es muss allerdings noch von den Parlamenten beider Länder und in Deutschland von Bundestag und Bundesrat ratifiziert werden. Ob es in Deutschland die Zustimmung des Bundesrates erhält, ist völlig offen. In der Länderkammer hat die christlich-liberale Regierung keine Mehrheit. Die SPD-geführten Bundesländer haben die geplanten Reglungen scharf kritisiert, weil ihrer Ansicht nach Steuersünder dabei zu gut behandelt würden.

Banken verweigern grosse Auszahlungen an Deutsche
Nach einem bislang unbestätigten Bericht verweigern Schweizer Banken grosse Barauszahlungen an deutsche Schwarzgeld-Sünder. Wenn diese an ihr Konto wollten, zahlten manche Geldinstitute nur die Hälfte des Vermögens aus, andere nur ein paar Tausend Schweizer Franken, schreibt der «Spiegel». Dahinter stecke die Sorge der Bankmanager, dass zu viele deutsche Kunden ihre Konten räumen könnten, um der beabsichtigten Besteuerung zu entgehen. Thomas Sutter von der Schweizerischen Bankiervereinigung (SBVg) sagte dazu dem Magazin: «Wir möchten, dass das Steuerabkommen eingehalten wird. Darum sind grosse Barauszahlungen derzeit nicht möglich. Überweisungen sind kein Problem.» (awp/mc/ps)

Bundesfinanzministerium

EFD

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