Sulzer 9 Mte: Bestellungseingang steigt leicht auf 3,03 Mrd CHF

Klaus Stahlmann

Klaus Stahlmann, CEO Sulzer (Foto: Sulzer)

Winterthur – Der Industriekonzern Sulzer hat den Bestellungseingang in den ersten neun Monaten 2013 leicht gesteigert. Gewachsen ist vor allem der Bereich Öl und Gas, während das Wassergeschäft oder elektromechanische Dienstleistungen einen schwachen Start ins Jahr hingelegt hatten. Zum laufenden Restrukturierungsprozess wurden weitere Details publiziert, so etwa die ungefähre Anzahl der abzubauenden Stellen am Hauptsitz in Winterthur.

Der Bestellungseingang erhöhte sich um 1,8% auf 3,03 Mrd CHF. Bereinigt um Akquisitions- und Währungseinflüsse lag das Plus gegenüber dem Vorjahr ebenfalls bei 1,8%, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Damit hat Sulzer die Erwartungen der Analysten nicht ganz erreicht. Der AWP-Konsens für den Bestellungseingang lag bei 3,11 Mrd CHF, die Schätzungen lagen zwischen 3,07 und 3,16 Mrd.

Der Umsatz sei in den vergangenen Monaten ebenfalls gewachsen, schreibt Sulzer. Die Unterauslastung von Produktionskapazitäten durch das geringere Geschäftsvolumen im ersten Semester, Restrukturierungskosten sowie Investitionen in die IT-Infrastruktur, die zu höheren Kosten geführt hätten, würden das Betriebsergebnis und die Rentabilität weiterhin belasten.

Kosten von rund 25 Mio CHF
Da die Nachfrage nach Abwasserpumpen in Europa noch immer zu schwach sei, würden die gezielten Massnahmen fortgesetzt, um die Unterauslastung zu verringern und die Effizienz des Verkaufs- und Servicenetzwerks zu steigern. Die Kombination des Abwasser- und des Prozesspumpengeschäfts in einen Geschäftsbereich mache indes gute Fortschritte.

Im Zusammenhang mit den bereits angekündigten Restrukturierungsmassnahmen sieht Sulzer nun Kosten im Gesamtjahr 2013 von mindestens 25 Mio CHF. Zusätzlichen Massnahmen und die Integration von zentralen Unterstützungsfunktionen würden die Kosten auf diesen Betrag erhöhen. Die Verschlankung der Unterstützungsfunktionen sieht Sulzer-CEO Klaus Stahlmann vor allem in den Bereichen Finanz, Personalwesen und IT, wie er an einer Telefonkonferenz erklärte.

Abbau von rund 100 Stellen in Winterthur
Die Kosten entstehen vor allem durch den Abbau von Personal in der Grössenordnung von 300 Vollzeitstellen, von dem die Hälfte bereits umgesetzt ist. An Einsparungen erwartet Sulzer ab 2014 ebenfalls einen Betrag von rund 25 Mio CHF jährlich.

Die Integration der Gruppenfunktionen werde voraussichtlich einen Abbau von rund 100 Vollzeitstellen in Winterthur zur Folge haben. Dazu finde ein Konsultationsprozess mit der Arbeitnehmervertretung und den Sozialpartnern statt. Sulzer-CEO Klaus Stahlmann nennt den laufenden Konsultationsprozess als Grund für die Kostenangabe von «mindestens 25 Mio». «In dieser Grössenordnung dürften sich die Kosten bewegen», sagte er.

Mit Umsatz-Ausblick etwas vorsichtiger
Der Prozess für den geplanten Verkauf der Oberflächentechnologie-Sparte Metco verläuft gemäss Stahlmann nach Plan. Weiterhin erhofft er sich eine Unterzeichnung einer Vereinbarung noch im laufenden Jahr und einen Abschluss der Transaktion im kommenden Jahr.

Für das Gesamtjahr 2013 hat Sulzer den Ausblick etwas konkretisiert: Mit Blick auf den Umsatz zeigt man sich etwas vorsichtiger als noch bei der Präsentation der Halbjahreszahlen im vergangenen Juli. Es sei mit einer leichten Zunahme des Bestellungseingangs zu rechnen, heisst es, und der Umsatz dürfte in der Grössenordnung des Vorjahres ausfallen.

Bisher wurde auch für den Umsatz eine leichte Zunahme vorhergesagt. Die EBIT-Marge dürfte inklusive der Restrukturierungskosten bei über 8% liegen, ohne diese bei rund 9%. Dies entspricht den bisherigen Aussagen. Stahlmann erhofft sich mit den oben erwähnten Massnahmen eine Rückkehr zur Rentabilität früherer Jahre, wie er an der Telefonkonferenz weiter ausführte. Er zeigte sich «zuversichtlich», dass die Performance von Sulzer wieder besser werde. (awp/mc/upd/ps)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.