Sulzer: Reingewinn geht auf 280 Mio CHF zurück

Klaus Stahlmann

Klaus Stahlmann, neuer Sulzer-CEO.

Winterthur – Der Industriekonzern Sulzer hat im Gesamtjahr 2011 weniger Gewinn erzielt als im Vorjahr, was unter anderem auf den Wegfall von Einmaleffekten aus einem Immobilienverkauf im Vorjahr zurückzuführen ist. Umsatz und Bestellungseingang sind dagegen auch unter Ausklammerung der negativen Währungseffekte stark gestiegen. Die Dividende soll gleich hoch bleiben wie im Vorjahr, ambitiöser als bisher sind dagegen die Mittelfristziele.

Der Reingewinn sank um 6,9% auf 279,8 Mio CHF und der EBIT um 10,4% auf 364,1 Mio CHF. Die EBIT-Marge ging dabei auf 10,2 von 12,8% im Vorjahr zurück, wie Sulzer am Donnerstag mitteilte. Dennoch soll eine unveränderte Dividende von 3,00 CHF ausbezahlt werden.

Ertrag aus Immobilienverkauf fällt weg
Der Rückgang der Rentabilität ist hauptsächlich auf den Wegfall von eimaligen Beiträgen aus dem Verkauf des Immobiliengeschäftes 2010 sowie auf Akquisitionskosten zurückzuführen. Klammert man diesen Effekt aus, lag die EBIT-Marge bei 10,7%. Der Umsatz erhöhte sich dagegen um 12,4% auf 3,58 Mrd CHF, bereinigt um Akquisitions-, Devestitions- und Währungseinflüsse lag das Plus bei 17,2%. Den Auftragseingang hat Sulzer bereits im Januar bekanntgegeben, er ist um 8,4% gestiegen auf 3,57 Mrd CHF (ber. +13,7%). Unter Ausklammerung der negativen Währungseffekte hätten Umsatz und Auftragseingang über 4 Mrd gelegen, so Sulzer. Der Auftragsbestand lag per Ende Dezember bei 1,86 Mrd, nach 1,88 Mrd Ende Juni.

Klaus Stahlmann neuer CEO
Mit den Zahlen hat Sulzer die Erwartungen der Analysten beim Umsatz und Reingewinn etwas übertroffen, beim EBIT dagegen knapp verfehlt. Die lange offene Frage nach dem neuen CEO im Anschluss an den Abgang von Ton Büchner im vergangenen Jahr hat Sulzer diese Woche bereits beantwortet. Klaus Stahlmann hat diese Woche den Posten als Konzernchef von Jürgen Brandt übernommen, welcher sich nach seinem Interregnum wieder auf seine Aufgaben als Finanzchef konzentrieren wird.

Luftfahrtindustrie weiterhin stark
Das organische Wachstum sei geprägt gewesen durch grössere Aufträge im Segment Öl und Gas, durch die Automobilindustrie sowie andere Industriemärkte, heisst es zum abgelaufenen Geschäftsjahr. Weiterhin stark sei zudem die Luftfahrtindustrie gewesen. Die Kohlenwasserstoff verarbeitende Industrie verzeichnete vor allem dank der chemischen Prozessindustrie ein leichtes Wachstum, während das Raffineriegeschäft auf tiefem Niveau blieb. Der Energieerzeugungsmarkt hat sich im zweiten Semester stabilisiert, wobei es wegen der Katastrophe in Japan zu Verzögerungen bei Nuklearprojekten gekommen ist.

Zuversicht für 2012
Nach geografischen Gesichtspunkten bezeichnet Sulzer das Wachstum in Europa und Nordamerika als stark, wobei auch die aufstrebenden Märkte weiter zugelegt hätten, wo mittlerweile 41% des Geschäftes generiert werde. Insgesamt sei das Bestellverhalten der Kunden von den Unsicherheiten der Finanzmärkte beeinflusst gewesen, habe sich gegen Jahresende aber wieder verbessert. Für 2012 erwartet Sulzer weiterhin ein «moderates Wachstum» von Umsatz und Bestellungseingang sowie eine «weiterhin solide Rentabilität», dies trotz der anhaltenden Unsicherheiten an den Finanzmärkten und der möglicherweise negativen Folgen für die Wirtschaft.

«Solide Bilanz»

Nach jetzigem Kenntnisstand dürften sich die Aktivitäten in der Öl- und Gasindustrie aufgrund der derzeit günstigen Marktbedingungen auf einem hohen Niveau stabilisieren. Die Aktivitäten in der Kohlenwasserstoff verarbeitenden Industrie sieht Sulzer unverändert, während im Energieerzeugungsmarkt eine weitere Stabilisierung mit einem gewissen Wachstumspotenzial erwartet wird. Im Wassermarkt sei dank der aufstrebenden Märkte mit Wachstum zu rechnen, während sich die Automobilindustrie, die Luftfahrtindustrie und die anderen Industriemärkte auf dem aktuell hohen Niveau stabilisieren dürften. Die eigene Bilanz bezeichnet Sulzer auch nach der Akquisition von Cardo Flow Solutions als solide, was weiteres externes Wachstum erlaube.

Mittelfristziele erhöht
Sulzer präsentierte weiter neue Finanzziele für die kommenden vier Jahre bis 2015. Demnach soll die EBIT-Marge 11 bis 13% erreichen und die Rendite des Betriebsvermögens über 20%. Zudem werde erwartet, dass die Divisionen den Umsatz zwischen 2012 und 2015 organisch jährlich im Durchschnitt um 6 bis 8% steigern werden. Die neuen Ziele sind somit etwas ehrgeiziger als die bisherigen. Zuletzt hatte Sulzer den Mittelfristausblick vor einem Jahr erhöht. Gemäss den damaligen Vorgaben für die kommenden zwei Jahre galt als Ziel ein jährliches organisches Umsatzwachstum von durchschnittlich rund 5%, eine divisionale Rendite des Betriebsvermögens von rund 25% sowie eine gesteigerte Umsatzrendite (EBIT-Marge) der Divisionen von 11,8%. (awp/mc/upd/ps)

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