Sulzer: Starkes Umsatzwachstum – Rentabilität etwas tiefer

Klaus Stahlmann

Sulzer-CEO Klaus Stahlmann.

Winterthur – Sulzer hat im ersten Semester 2012 durch die Übernahme des Flow-Solutions-Geschäfts der schwedischen Cardo ein spürbares Wachstum verzeichnet. Aber auch um diese Einflüsse bereinigt erreichte der Industriekonzern ein Plus bei Bestellungseingang und Umsatz. Für das Gesamtjahr rechnet das Unternehmen weiterhin mit einem Wachstum im hohen einstelligen Bereich.

Der Bestellungseingang wuchs in der Berichtsperiode gegenüber dem Vorjahr um 11% auf 2,03 Mrd CHF, der Umsatz gar um 20% auf 1,92 Mrd CHF. Akquisitions- und währungsbereinigt lagen das Plus bei 0,9% bzw. 9,2%, wie Sulzer am Freitag mitteilte. Der Auftragsbestand per Mitte Jahr erreichte mit 1,97 Mrd CHF ein Plus von 5,7% gegenüber dem Stand Ende 2011. Der EBIT erhöhte sich um 9,2% auf 193,4 Mio CHF, wobei die EBIT-Marge aber leicht auf 10,1% von 11,1% sank. Der Reingewinn schliesslich nahm um 5,4% auf 131,5 Mio CHF zu. Damit hat Sulzer die Prognosen der Analysten bei Umsatz und Bestellungseingang übertroffen, auf Gewinnebene aber verfehlt.

Der starke Schweizer Franken führte aber zu einem negativen Umrechnungseffekt von 23 Mio CHF auf das Bestellvolumen. Alle Divisionen hätten insgesamt positive Wachstumsraten auf bereinigter und nominaler Basis verzeichnet, wie das Unternehmen weiter meldet. Trotz akquisitionsbedingten Belastungen sei die Rentabilität auf einem soliden zweistelligen Niveau geblieben.

Sulzer Pumps mit grösstem Wachstum
Die Division Pumps steigerte den Bestellungseingang vor allem wegen der Cardo-Akquisition um 22% auf 1,02 Mrd CHF, der Umsatz um 32% auf 981 Mio CHF. Bereinigt erreichten die Werte hier 0,3% bzw. 8,9%. Der Wassermarkt wuchs den Angaben zufolge weiter, insbesondere das Abwassersegment. Der Öl- und Gasmarkt blieb auf hohem Niveau stabil, während Sulzer im Energiemarkt erste Anzeichen einer Erholung ausmacht. Rege Aktivitäten seien vor allem in Nordamerika, Asien-Pazifik und in Russland verzeichnet worden, heisst es. Die Rentabilität wurde nach Angaben des Unternehmens durch akquisitionsbedingte Amortisation, den veränderten Business-Mix sowie durch um 50 Basispunkte höhere Konzernabgaben auf dem Umsatz belastet.

Sulzer Metco profitierte vom weiterhin positiven Umfeld in den Schlüsselmärkten und steigerte ebenfalls Ordereingang und Umsatz. Energiemarkt und Luftfahrt hätten die Beschichtungslösungen der Division gut nachgefragt, während die Automobilindustrie auf hohem Niveau stabil geblieben sei. Der Bestellungseingang wuchs um 3,9% auf 360,5 Mio und der Umsatz um 3,2% auf 339,3 Mio CHF.

Chemtech: Bestellungseingang rückläufig
Der Bestellungseingang der Division Chemtech sank um 3,9% auf 361 Mio CHF gegenüber dem Vorjahreswert, der allerdings sehr stark ausgefallen sei. Der Umsatz wuchs hingegen um 20% auf 362,6 Mio CHF. Der Markt für die Weiterverarbeitung von Öl und Gas (Downstream) habe sich positiv entwickelt, sowohl für die Mass-Transfer-Technologie als auch im Bereich Tower Field Services. Dagegen hätten sich einige Projekte für den Bereich Prozesstechnologie verzögert.

Sulzer Turbo Services verzeichnete einen Rekord beim Bestellungseingang mit 277 Mio CHF (+6,6%), der Umsatz stieg um 7% auf 236 Mio. Grosse Serviceprojekte in Nord- und Südamerika, Beiträge aus neuen Märkten in Asien-Pazifik sowie Synergien durch das integrierte Geschäft hätten in diesem Bereich das Geschäft gestützt, so Sulzer weiter. In den Industrien Öl und Gas sowie Transport sei das Umfeld positiv gewesen. Im Energiemarkt und in der allgemeinen Industrie waren die Aktivitäten stabil.

Ausblick bekräftigt
Sulzer rechnet im Gesamtjahr weiter mit einem hohen einstelligen Wachstum von Bestellungseingang und Umsatz, vor allem durch die große Akquisition und durch organisches Wachstum. Die Rentabilität dürfte im zweistelligen Bereich bleiben. Von einem stabilen hohen Niveau wird in den Märkten Öl und Gas, Energie sowie Wasser ausgegangen. Im Transportmarkt und in der allgemeinen Industrie rechnet Sulzer mit weiterhin hohen Aktivitäten. Asien-Pazifik und Nordamerika dürften dabei die Wachstumstreiber bleiben. (awp/mc/upd/ps)

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