Sulzer steigt ins Abwasserpumpen-Geschäft ein

Ton Büchner

Sulzer-CEO Ton Büchner.

Winterthur – Sulzer plant die Übernahme des Flow-Solutions-Geschäfts der schwedischen Cardo AB. Cardo Flow-Solutions ist ein Komplettanbieter von Pumpen und zugehöriger Ausrüstung vorwiegend für den Abwasserbereich und erzielte im Geschäftsjahr 2010 einen Umsatz von rund 463 Mio CHF sowie einen EBITDA von 67 Mio CHF, wie Sulzer am Donnerstag mitteilt. Der Übernahmepreis liegt bei 5,9 Mrd SEK oder 858 Mio CHF in Cash.

Die Vereinbarung zur Übernahme dieses Geschäftes von Cardo ist mit dem Mehrheitsaktionär von Cardo, Assa Abloy, unterzeichnet worden. Mit der geplanten Übernahme werde Sulzer in einem «attraktiven Markt» für Abwasserpumpen und zugehörige Ausrüstung aktiv und dabei eine starke Stellung einnehmen. Wasser und Abwasser werden mit rund 16% Umsatzanteil zu einem Schlüsselmarkt von Sulzer. Die Übernahme soll ab 2012 einen positiven Einfluss auf den Gewinn je Aktie vor Amortisation haben. Sie wird durch vorhanden flüssige Mittel und «Debt Capacity» finanziert. Verwaltungsrat und die Konzernleitung von Sulzer hätten die Akquisition einstimmig befürwortet. Die Transaktion unterliegt den üblichen behördlichen Prüfungen und soll in der zweiten Hälfte 2011 abgeschlossen werden.

Portfolio von kompletten Pumpenlösungen erweitern
Nach Abschluss der Transaktion werde das Abwasserpumpengeschäft als neuer globaler Geschäftsbereich in die Division Pumps integriert. Es sei das Ziel, das Geschäfts geografisch zu erweitern und das Portfolio von kompletten Pumpenlösungen zu ergänzen. Das Geschäft von Cardo mit Prozesspumpen für andere Industrien werde in den bestehenden Geschäftsbereich Prozesspumpen integriert. Es werden Transaktionskosten von 10 Mio CHF sowie Integrationskosten verteilt über drei Jahre von insgesamt 25 Mio CHF erwartet. Der Einfluss der Amortisation von akquirierten immateriellen Werten auf das Betriebsergebnis werde erst nach Abschluss der Transaktion quantifiziert werden.

Bilanz soll auch nach Übernahme stark bleiben
Kaufpreis entspricht 12,8 mal Der Kaufpreis entspreche einem 12,8-fachen Multiple des bereinigten EBITDA von 2010. Sulzer geht davon aus, dass die geplante Übernahme im ersten Jahr nach der Akquisition den Gewinn pro Aktie vor Amortisation von immateriellen Vermögenswerten aus Akquisition steigern und bezüglich des Nettogewinns pro Aktie nach der entsprechenden Amortisation neutral sein wird. Die Rendite des Betriebsvermögens der Division Pumps werde Sulzers finanzielle Wertgenerierungsschwelle von 12,5% weiterhin übertreffen und auch der Sulzer-Konzern werde wertgenerierend bleiben. Die Bilanz werde auch nach dieser Übernahme stark bleiben und weiteres externes Wachstum ermöglichen, so die Mitteilung. (awp/mc/ss)

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