Sunstar 2011/12: Gewinn sinkt auf 0,1 (0,9) Mio CHF

Beat Hess

Beat Hess, CEO Sunstar-Holding

Liestal – Die Hotelgruppe Sunstar weist für das Geschäftsjahr 2012/13 einen kleinen Jahresüberschuss von 0,1 Mio CHF aus, nach 0,9 Mio im Vorjahr. Die Zahl der Übernachtungen stieg um 2,4% auf 262’900 Einheiten. Die Zahlung einer Dividende wird ausgesetzt. Für das laufende Geschäftsjahr (Sommer 2012 und Winter 2012/13) ist kaum mit einem Aufschwung zu rechnen, heisst es in der Medienmitteilung von Freitag. Unter diesen Voraussetzungen lassen sich für das laufende Geschäftsjahr rote Zahlen wahrscheinlich nicht vermeiden.

Der Anstieg der Übernachtungen ist ausschliesslich auf die beiden erstmals enthaltenen Hotelbetriebe Zermatt und Saas-Fee zurückzuführen. Ohne diesen neuen Betriebe ergäbe sich ein Rückgang der Übernachtungen um 5,3%, rechnet die Sunstar Holding vor. Die Sommersaison brachte trotz des geschlossenen Betriebes in Arosa lediglich 1.5% weniger Logiernächte gegenüber dem Vorjahr erbrachte. In der Wintersaison 2011/12 gingen dagegen die Übernachtungen mit -9.4% auf vergleichbarer Basis erneut spürbar zurück, insbesondere durch die massiven Rückgänge aus Europa (D: -31%, GB: -29%, übriges Europa: -27%). Unter Einbezug der neu erworbenen Walliser Betriebe resultierte im Winter insgesamt
dennoch eine gegenüber dem Vorjahr leicht höhere Gästezahl (+0.2%).

Massive Investitionen in Neu- und Ersatzanschaffungen
Der Bruttobetriebsgewinn (GOP) reduzierte sich insgesamt (mit Saas-Fee und Zermatt) um CHF 0.25 Mio. oder 3.5% auf CHF 7.0 Mio., womit sich die GOP-Marge leicht von 16.6% auf 15.5% reduzierte. Der Rückgang stammte dabei ausschliesslich aus dem deutlich schwächeren Wintergeschäft (-CHF 0.9 Mio.). Dieser tiefere Bruttobetriebsgewinn führte aufgrund akquisitionsbedingt höherer Abschreibungen zu einem um CHF 0.75 Mio. reduzierten
Jahresgewinn von CHF 0.1 Mio. Im Berichtsjahr wurden rekordhohe CHF 26.7 Mio. für Neu- und Ersatzinvestitionen eingesetzt (Vorjahr: CHF 5.4 Mio.). Darin enthalten waren die beiden Akquisitionen Pontresina und Saas-Fee sowie der bedeutende Umbau in Arosa (Küche, Speisesaal). Zusätzlich wurden in Davos, Flims, Grindelwald und Klosters in neue Badezimmer und/oder Zimmer-Renovationen investiert sowie in Grindelwald der Anschluss an die lokale Fernwärme realisiert.

Ausfall der Dividende – Hotelbons bleiben unverändert
Augrund des Gewinnrückgangs und der eingetrübten kurzfristigen Aussichten schlägt der Verwaltungsrat der kommenden 44. Generalversammlung einen Dividendenverzicht vor (Vorjahr: CHF 10 pro Aktie). Die Aktionäre kommen aber weiterhin in den Genuss von Hotelbons über CHF 30 pro Aktie (unverändert) sowie von Preisermässigungen in allen Sunstar und Privilège Hotels.

Getrübter Ausblick
Für das laufende Geschäftsjahr (Sommer 2012 und Winter 2012/13) ist (noch) kaum mit einem Aufschwung zu rechnen. Die aktuellen Rahmenbedingungen brachten für die seit Mai 2012 laufende Sommersaison (1. Semester) per Ende Juli einen branchenüblichen Rückgang der Logiernächte um markante 17% auf vergleichbarer Basis (Umsatz -14%). Dies lässt sich erneut fast ausschliesslich auf den massiven Rückgang der europäischen Gäste zurückführen. Der Buchungsstand für August bis Oktober liegt ebenso deutlich unter dem Vorjahresniveau. Für die kommende Wintersaison entspricht der Buchungsstand hingegen etwa dem (allerdings schwachen) Vorjahresstand. Erschwerend zu den derzeitigen Volumenrückgängen sind die stark gestiegenen Personalaufwendungen, hervorgerufen durch neue arbeitsrechtliche Auflagen, welche die saisonale Ferienhotellerie besonders hart treffen. Unter diesen Voraussetzungen lassen sich für das laufende Geschäftsjahr rote Zahlen wahrscheinlich nicht vermeiden, so Sunstar.

Die Sunstar-Aktie wird am 31. Oktober von der SIX Swiss Exchange dekotiert und anschliessend an der ausserbörslichen Plattform OTC-X der Berner Kantonalbank gehandelt.  (sunstar/mc/cs)

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